Ladenöffnungszeiten sind gesetzlich moderat geregelt georgerudy, Fotolia

Große Freiheiten für Geschäfte Laden­öff­nungs­zeiten: Infor­ma­tionen für Verbraucher

10.10.2017

Zwar gibt es ein bundes­weites Laden­schluss­gesetz (LadSchlG), doch seit 2006 sind die Laden­öff­nungs­zeiten Länder­sache. Einige Bundes­länder lassen den Geschäften dabei rechtlich mehr Spielraum als andere.

Haben Sie Rechts­fragen? Wir helfen! >>

Kleine Geschichte der Laden­öff­nungs­zeiten

Während im 19. Jahrhundert Laden­öff­nungs­zeiten von 5:00 Uhr bis 23:00 Uhr an sieben Tagen pro Woche üblich waren, verän­derten sich die Gesetze im Laufe der Zeit deutlich. 1919 beispiels­weise wurde die Sonntagsruhe einge­führt und in der NS-Zeit durften Läden auch werktags nur noch bis 18:30 Uhr öffnen – das blieb so bis 1996. Dann wurden Laden­öff­nungs­zeiten von 6:00 Uhr bis 20:00 Uhr von Montag bis Freitag und bis 16:00 Uhr am Samstag erlaubt.

Das Laden­schluss­gesetz trat 1957 in Kraft. Im Jahr 2006 aller­dings gab die Bundes­re­gierung diese Kompetenz im Zuge der Födera­lis­mus­reform in die Hände der Bundes­länder, sodass bis auf Bayern heute jedes Bundesland sein eigenes Laden­öff­nungs­zei­ten­gesetz hat.

Laden­öff­nungs­zeiten sind gesetzlich moderat geregelt

Die meisten Bundes­länder lassen den Geschäften von Montag bis Samstag die Möglichkeit, rund um die Uhr zu öffnen. Ob sie das tun oder nicht, ist die Entscheidung der Geschäfts­führer. Lediglich in einigen Ländern gibt es Beschrän­kungen:

• Bayern und Saarland: 6:00 Uhr bis 20:00 Uhr
• Rheinland-Pfalz und Sachsen: 6:00 Uhr bis 22:00 Uhr
• alle anderen: 0:00 Uhr bis 24:00 Uhr

Sonntags und an gesetz­lichen Feier­tagen bleiben weiterhin die meisten Geschäfte geschlossen. Ob und wie oft verkaufs­offene Sonntage möglich sind, variiert zwischen den Bundes­ländern sehr stark. Ein kleines Kuriosum: Obwohl das Gesetz über die Laden­öffnung in Baden-Württemberg (LadÖG) den Laden­be­trieb rund um die Uhr erlaubt, darf zwischen 22:00 und 5:00 kein Alkohol verkauft werden (§3a LadÖG).

Laden­schluss­gesetz erlaubt viele Ausnahmen

Das Laden­schluss­gesetz regelt, welche Geschäfte als Verkaufs­stellen gelten und welche Geschäfte unter welchen Bedin­gungen auch außerhalb der üblichen Zeiten geöffnet haben dürfen. Besondere Regeln gelten etwa für:

• Apotheken
• Tankstellen
• Zeitungs- und Zeitschrif­ten­läden
• an Bahn-, Flug- und Fährhäfen
• in Kurorten
• im ländlichen Raum

Das Laden­schluss­gesetz hat sogar spezielle Bestim­mungen über die Laden­öff­nungs­zeiten an Heilig­abend, falls dieser auf einen Sonntag fällt: Für bis zu drei Stunden und bis maximal 14:00 Uhr dürfen Lebens- und Genuss­mit­tel­ge­schäfte öffnen.

Die Laden­öff­nungs­zeiten an Silvester sind hingegen nicht gesetzlich reguliert.

So einfach ist Rechtsschutz

Ein Rechtsstreit, ganz gleich in welchem Bereich, kommt oft unverhofft. Darum hat ADVOCARD mit dem 360°-Rechtsschutz einen besonders leistungsstarken Rundumschutz geschaffen.

Mehr erfahren

Mediation

Vertragen statt klagen: mit Mediation rechtliche Konflikte ohne Gerichts­ver­fahren lösen.

Strei­tatlas

Streit in Berlin? Zoff in München? Der interaktive Atlas zeigt, wo die deutschen Streithähne leben.

ADVOCARD-Service

Kompetente Beratung und professionelle Unterstützung rund um die Uhr.