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29. Juni 2021, 8:00 Uhr

So geht’s richtig Corona-Arbeits­schutz­re­ge­lun­gen: Diese Vorgaben gelten aktuell

Die Inzidenzen sinken und die Impfquote steigt, aber die Corona-Pandemie ist noch nicht überstanden. Entsprechend gibt es auch beim Arbeitsschutz nur wenige Lockerungen: Die seit Januar 2021 geltende SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung wurde zwar leicht überarbeitet, aber grundsätzlich bis zum 10. September verlängert. Auch weitere pandemiebezogene Arbeitsschutzregelungen bleiben in Kraft.

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Corona-Regeln zum Arbeits­schutz: Ver­bind­li­che Vorgaben für Arbeit­ge­ber

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind nacheinander einige neue Arbeitsschutzregelungen in Kraft getreten. Erste Maßnahme war im April 2020 der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard. Er enthält grundsätzliche Vorgaben, etwa zur Hygiene am Arbeitsplatz und zum Schutz älterer und gefährdeter Mitarbeiter, die auch weiterhin zu beachten sind. Mehr dazu liest du hier.

Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel hat anschließend im August 2020 wesentliche Anforderungen an den Arbeitsschutz konkretisiert. Dazu gehört beispielsweise der 1,5-Meter-Abstand zwischen den einzelnen Beschäftigten. Diese Anforderungen gelten ebenfalls weiterhin.

Sie werden seit Januar 2021 durch weitere Maßnahmen und Vorgaben gemäß der noch strengeren SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung ergänzt. Diese wurde mittlerweile mehrfach angepasst und verlängert und gilt nach neuesten Beschlüssen vorerst befristet bis zum 10. September 2021.

Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung: Grundlage für alle Arbeits­schutz­maß­nah­men

Für den Schutz vor Corona-Infektionen am Arbeitsplatz ist der Arbeitgeber verantwortlich. Grundlage dafür ist eine verpflichtende Gefährdungsbeurteilung in Bezug auf den Infektionsschutz. Sie enthält Überlegungen zu

  • Gestal­tung von Arbeits­zeit und Aufgaben
  • Mög­lich­keit zum Home­of­fice und Inte­gra­ti­on der Home­of­fice-Arbeiter in die betrieb­li­chen Abläufe
  • psy­chi­schen Belas­tungs­fak­to­ren, die sich für die Beschäf­tig­ten aus der unge­wohn­ten Situation ergeben können
  • Tätig­kei­ten, die ein erhöhtes Corona-Infek­ti­ons­ri­si­ko bergen
  • indi­vi­du­el­len Maßnahmen für schutz­be­dürf­ti­ge Beschäf­tig­te oder bei beson­de­ren Arbeits­stät­ten und Arbeits­plät­zen

Zu den Aufgaben des Arbeitgebers gehört es, aus den aktuell geltenden Vorschriften ein auf seinen Betrieb abgestimmtes Sicherheitskonzept zu erstellen – und es möglichen neuen Vorschriften jederzeit anzupassen.

Der Arbeitgeber muss daran auch die Sicherheitsbeauftragten und Betriebsärzte beteiligen. Sofern vorhanden, soll auch der Betriebsrat mitreden. Gibt es keine Arbeitnehmervertretung in deinem Betrieb, muss die Unternehmensführung stattdessen dich und deine Kollegen direkt einbeziehen.

Hast du den Eindruck, dass die geltenden Corona-Arbeitsschutzregelungen nicht eingehalten werden, solltest du dich zunächst an deinen Arbeitgeber wenden und darauf hinweisen. Reagiert er nicht, kannst du dich an den Betriebsrat oder an die zuständigen Aufsichtsbehörden wenden. Die prüfen dann in deinem Unternehmen, ob dort in dieser Hinsicht alles mit rechten Dingen zugeht.

Corona-Arbeitsschutzregelungen: Diese Vorgaben gelten aktuell

Arbeits­schutz im Home­of­fice

Ab dem 1. Juli 2021 sind Arbeitgeber in Deutschland nicht mehr verpflichtet, ihren Mitarbeitern Homeoffice anzubieten, wie es pandemiebedingt vorübergehend der Fall war. Dennoch werden viele Beschäftigte aus verschiedenen Gründen wohl noch einige Zeit weiter im Homeoffice arbeiten. Auch dort sind die Vorschriften des Arbeitsschutzgesetzes und des Arbeitszeitgesetzes einzuhalten. Dafür ist der Arbeitgeber zuständig. Er muss dich unter anderem auf Folgendes hinweisen:

  • ein­zu­hal­ten­de Arbeits­zei­ten
  • Arbeits­pau­sen
  • die ergo­no­mi­sche Arbeits­platz­ge­stal­tung
  • richtige und wech­seln­de Sitz­hal­tung und Bewe­gungs­pau­sen

Du als Arbeitnehmer solltest diese Vorgaben so genau wie möglich einhalten, um Überarbeitung und Gesundheitsschäden zu vermeiden.

Die Regeln zum richtigen Abstand im Betrieb

Für alle, die nicht im Homeoffice, sondern im Betrieb arbeiten, gehört der Sicherheitsabstand zu den wichtigsten Maßnahmen im betrieblichen Arbeitsschutz. Ihn legen die geltenden Bestimmungen auf mindestens 1,5 Meter zwischen den einzelnen Beschäftigten fest. Hast du einen Job mit einem erhöhten Luftausstoß, musst du unter Umständen größere Distanz halten.

Der Arbeitgeber muss dafür die Voraussetzungen schaffen. Gegebenenfalls ist das Mobiliar am Arbeitsplatz anders anzuordnen. Oder die Beschäftigten weichen auf andere Flächen aus, die zum Betrieb gehören oder eventuell angemietet werden müssen.

Ist der erforderliche Abstand trotzdem nicht einzuhalten, sind zwischen den Arbeitsplätzen transparente Trennwände aufzustellen. Die müssen bei sitzenden Tätigkeiten wenigstens 1,5 Meter hoch sein, bei stehenden Tätigkeiten wenigstens zwei Meter.

Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung gibt weiterhin vor, dass persönliche Zusammenkünfte im Betrieb – etwa Meetings – auf das Nötigste zu reduzieren sind. Die Regel, wonach bei Nutzung von Räumen durch mehrere Mitarbeiter pro Person mindestens 10 Quadratmeter zur Verfügung stehen müssen, entfällt jedoch ab dem 1. Juli 2021.

Wann Masken Pflicht sind – und wann der Arbeit­ge­ber sie stellen muss

Zum Arbeitsschutz gehört auch die Maskenpflicht in bestimmten Bereichen. Der Arbeitgeber muss geeignete medizinische Masken bereitstellen oder die Kosten dafür übernehmen, wenn Mitarbeiter sie zwingend tragen müssen, weil

  • die vor­ge­schrie­be­nen Abstände nicht ein­ge­hal­ten werden können
  • und/oder andere betrieb­li­che Infek­ti­ons­schutz­maß­nah­men keinen aus­rei­chen­den Schutz bieten können.

Das gilt insbesondere,

  • wenn bei der Arbeit mit einer Gefähr­dung durch erhöhten Aero­sol­aus­stoß zu rechnen ist – etwa bei kör­per­li­cher Arbeit oder dort, wo viel und laut gespro­chen wird –
  • und/oder bei unver­meid­ba­ren Kontakten mit Personen, die von der Mas­ken­pflicht befreit sind.

Als Arbeitnehmer bist du in diesen Fällen verpflichtet, bei der Arbeit die zur Verfügung gestellte Maske zu tragen.

Weil die Masken das Atmen erschweren und unter ihnen Feuchtigkeit sowie Wärme entstehen, sollen die Beschäftigten gegebenenfalls öfter Pausen machen oder zwischenzeitlich Tätigkeiten übernehmen, die ohne Maske möglich sind.

Arbeitgeber sind weiterhin grundsätzlich verpflichtet, allen Mitarbeitern, die nicht ausschließlich im Homeoffice arbeiten, mindestens zwei Corona-Schnelltests pro Woche anzubieten. (Stand: Juli 2021). Die Mitarbeiter können selbst entscheiden, ob sie dieses Angebot nutzen, vorgeschrieben ist der Test für sie nicht.

Corona-Arbeitsschutzregelungen: Diese Vorgaben gelten aktuell

Vor­schrif­ten für das Lüften im Betrieb

Das Coronavirus wird überwiegend über die Luft verbreitet. Deshalb ist es sinnvoll, sie möglichst oft auszutauschen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten.

Die einfachste Art des Luftaustausches ist die Fensterlüftung. Dazu schreiben die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) grundsätzlich vor, dass Fenster zu Beginn einer Arbeit sowie anschließend in regelmäßigen Abständen geöffnet werden. In Büroräumen sollen die Intervalle gemäß ASR bei 60 Minuten liegen, in Besprechungsräumen bei 20 Minuten.

Diese Frequenz ist während der Corona-Pandemie möglichst zu erhöhen. Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel empfiehlt die Stoßlüftung über die gesamte Fensterfläche, am besten als Querlüftung für den gesamten Raum – im Sommer für mindestens 10 Minuten, im Winter für mindestens 3 Minuten.

Sind Klimaanlagen vorhanden, sollen sie während der gesamten Arbeitszeit laufen. Allerdings nur, wenn sie über Filter verfügen (z. B. Schwebstofffilter), die Viren zurückhalten, oder sie der Luft einen hohen Außenluftanteil hinzumischen. Klimaanlagen ohne diese Möglichkeiten sollten nicht eingeschaltet werden, denn sie würden Viren nur zusätzlich verteilen.29

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