Wenn sie ein Handy gefunden haben, müssen sie den Fund anzeigen mooshny, Fotolia

Fundsachen nicht einfach behalten Handy gefunden: So sollten Sie vorgehen

Wenn Sie ein Handy gefunden haben, müssen sie den Fund anzeigen – entweder beim Eigen­tümer, der Polizei oder dem Fundbüro. Wird das verlorene Mobil­te­lefon abgeholt, steht Ihnen sogar ein Finderlohn zu.

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Handy gefunden, Eigen­tümer gesucht

Wenn Sie ein Handy finden, können Sie es direkt im Fundbüro oder bei der Polizei abgeben. Meldet der ursprüng­liche Handy­be­sitzer seinen Verlust dort, bekommt er das Gerät zurück. Da sich der Eigen­tümer aber sicher freut, wenn er sein Telefon schnell zurück­be­kommt, können Sie auch vorher versuchen, ihn selbst zu kontak­tieren – verpflichtet sind Sie dazu aller­dings nicht. Sollten Sie es dennoch gern probieren wollen, schauen Sie im Handy nach eindeutig vertrauten Kontakten wie "Mama" oder "Schatz" und stellen Sie darüber einen Kontakt her. Auch der Mobil­funk­be­treiber, den Sie auf der SIM-Karte erkennen können, kann anhand der SIM-Nummer den Vertrags­partner ausfindig machen und benach­rich­tigen.

Vorsicht: Behalten Sie das Gerät einfach, machen sie sich der Fundun­ter­schlagung schuldig, was laut § 246 Straf­ge­setzbuch (StGB) mit Geldstrafe oder bis zu drei Jahren Haft geahndet werden kann.

Gibt es Finderlohn, wenn ich ein Handy gefunden habe?

Rechtsschutz

Gemäß § 971 Bürger­liches Gesetzbuch (BGB) steht Ihnen ein Finderlohn zu, wenn Sie ein Handy gefunden haben und es wieder zurück zu seinem Eigen­tümer gelangt ist. Für Wertsachen unter 500 Euro beträgt der Finderlohn in der Regel fünf Prozent, bei einem Wert über 500 Euro drei Prozent. Sollte sich nach sechs Monaten noch niemand gemeldet haben, gehört das Telefon Ihnen.

Aller­dings sind viele Handys gesperrt, zum Beispiel mit einem SIM-Lock. Wenn Ihr Fundstück nach einem halben Jahr Ihnen gehört, können Sie es deshalb vielleicht gar nicht benutzen. Haben Sie dann einen Anspruch darauf, dass der Netzbe­treiber das Gerät entsperrt? Nein, befand das Amtsge­richt München mit der Begründung, dass dadurch die im Handy gespei­cherten Daten einsehbar wären, was eine gravie­rende Daten­schutz­ver­letzung darstellen würde. Wer ein gesperrtes, nicht nutzbares Handy gefunden hat, hat auch genau darauf Anspruch: ein gesperrtes, nicht nutzbares Handy (AZ 213 C 7386/​17).

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