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27. Mai 2020, 14:17 Uhr

So geht’s richtig Corona-Verdacht am Arbeits­platz: Richtig vorgehen in 7 Schritten

Das Coronavirus überträgt sich überall, wo Menschen eng zusammenkommen. Strenge Präventivmaßnahmen sollen das verhindern. Trotzdem kann es zu Ansteckungen kommen. Auch am Arbeitsplatz. Und dann? Was ist bei einem Corona-Verdacht oder -fall im Betrieb zu tun? Hier gibt es die Antwort.

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Corona-Symptome in der Beleg­schaft erkennen

Unternehmen müssen sich an strikte Corona-Schutzmaßnahmen halten. Konsequent umgesetzt sind sie ein guter Schutz gegen die Krankheit. Trotzdem kann es nicht schaden, wenn Vorgesetzte auf mögliche Verdachtsmomente achten. Alarmierend sind folgende Anzeichen:

  • Wenn Mit­ar­bei­ter typische Erkäl­tungs­sym­pto­me zeigen (Husten, Schnupfen u. ä.), nachdem sie Kontakt zu einem positiv auf Corona getes­te­ten Menschen hatten. Und zwar in einem Zeitraum von bis zu 14 Tagen bevor sich die Krankheit bei dieser Person gezeigt hat.
  • Wenn es bei Pfle­ge­kräf­ten Hinweise auf eine virale Lun­gen­ent­zün­dung gibt, die im Zusam­men­hang mit einer gleich­zei­ti­gen Häufung von solchen Fällen in der Pfle­ge­ein­rich­tung oder in dem Kran­ken­haus stehen.
  • Wenn ein Mit­ar­bei­ter eine Lun­gen­ent­zün­dung bekommt, die keiner anderen Ursache als dem Coro­na­vi­rus zuge­schrie­ben werden kann.
  • Wenn sich Atem­wegs­er­kran­kun­gen bei einer Person zeigen, die in einer Pfle­ge­ein­rich­tung, einem Kran­ken­haus oder einer Arzt­pra­xis arbeitet oder zu einer Risi­ko­grup­pe (60+, Vor­er­kran­kun­gen) gehört. Mehr Informationen zum Thema Arbeitsrechtsschutz

Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung ist zwar in Pflegeberufen besonders groß, aber auch in anderen Branchen besteht die Gefahr einer Infektion. Deshalb müssen sich praktisch alle Unternehmen an die Corona-Verordnungen ihrer jeweiligen Bundesländer halten.

Besteht der Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung, dann müssen Arbeitgeber Schritt für Schritt mehrere Maßnahmen ergreifen.

Schritt 1: Ver­dachts­fäl­le nach Hause schicken

Zunächst sollten Vorgesetzte mit dem Beschäftigten über ihre Befürchtung sprechen (Achtung: Abstand wahren). Erhärtet sich dabei der Verdacht, müssen sie ihn nach Hause schicken, damit er sich ärztlich auf Covid-19 testen bzw. dagegen behandeln lassen kann.

Schritt 2: Betrof­fe­nen Arbeits­platz reinigen

Das Reinigungspersonal muss Arbeitsplatz und Arbeitsmaterialien (Sitzplatz, Schreibtisch, Telefon, Computer, Werkzeuge etc.) des Betreffenden gründlich säubern bzw. desinfizieren. Räume, in denen sich der Beschäftigte aufgehalten hat, sind gut zu lüften. Das bedeutet, dass die Fenster mindestens 30 Minuten vollständig geöffnet und nicht nur gekippt sein müssen.

Schritt 3: Kon­takt­lis­te erstellen

Alle Personen, die im Rahmen seiner Arbeit mit dem Verdachtsfall direkten Kontakt hatten, müssen ermittelt werden. Das ist wichtig, um die Infektionskette nachverfolgen zu können.

Schritt 4: Ärztliche Ent­schei­dung abwarten

Erhärtet die medizinische Diagnose den Verdacht auf Covid-19, bestimmt der Arzt, wie es mit dem Mitarbeiter weitergeht. Zunächst stellt er diesem eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus. Solange die ärztlichen Testergebnisse noch nicht vorliegen, bleibt der Beschäftigte in häuslicher Quarantäne und kann dort unter Umständen im Home-Office arbeiten.

Schritt 5: Mit dem Gesund­heits­amt zusam­men­ar­bei­ten

Bestätigt sich der Corona-Verdacht, reicht der Arzt die Test- und Untersuchungsergebnisse an das zuständige Gesundheitsamt weiter. Das wendet sich an den Arbeitgeber, berät mit ihm das weitere Vorgehen und fordert gegebenenfalls die Liste mit den betrieblichen Kontaktpersonen ein.

Schritt 6: Mit dem Erkrank­ten in Kontakt bleiben

Verläuft die Infektion vergleichsweise glimpflich, dann bleibt der Erkrankte für 14 Tage in häuslicher Quarantäne. Bei schweren Fällen wird er im Krankenhaus behandelt. Sofern es die Umstände erlauben, sollte der Arbeitgeber mit dem Erkrankten in Kontakt bleiben. Dann kann er mit ihm Themen wie Freistellung, Lohnfortzahlung, Heimarbeit oder bislang unberücksichtigte Kontaktpersonen besprechen. Wann die Erkrankung mit Covid-19 überstanden ist und der Mitarbeiter in das Unternehmen zurückkehrt, hängt von der Einschätzung der Ärzte bzw. des Gesundheitsamtes ab.

Schritt 7: Mit Rück­keh­rern die Lage bespre­chen

Angesichts der herrschenden Ausnahmesituation und bei Bedarf sollten Vorgesetzte mit genesenen Rückkehrern über die (vorübergehenden) Möglichkeiten von Home-Office, Urlaub oder Überstundenabbau sprechen.

FAZIT
  • Arbeit­ge­ber sollten sich mit den Corona-Symptomen vertraut machen, um früh­zei­tig Ver­dachts­fäl­le in ihrer Beleg­schaft zu erkennen.
  • Bei einem Verdacht auf Covid-19 müssen sie betrof­fe­ne Mit­ar­bei­ter zwecks ärzt­li­cher Unter­su­chung nach Hause schicken.
  • Der Arbeits­platz von mög­li­cher­wei­se Infi­zier­ten ist zu reinigen, eine Kon­takt­lis­te zu erstellen.
  • Das weitere Vorgehen muss mit dem Gesund­heits­amt abge­spro­chen werden.
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