Wege­un­fall: Wann er als Arbeits­un­fall gilt Kzenon, Fotolia

1. November 2017, 13:54 Uhr

Nicht vom Weg abkommen Wege­un­fall: Wann er als Arbeits­un­fall gilt

Was als Wegeunfall gilt, ist in § 8 Sozialgesetzbuch VII (SGB VII) festgelegt. Als Richtlinie gilt: Sie können sich aussuchen, mit welchen Verkehrsmitteln Sie den Arbeitsweg zurücklegen, müssen aber den direkten Weg zur Arbeit wählen, um einen möglichen Wegeunfall als Arbeitsunfall geltend machen zu können.

Wir kämpfen für Ihre Rechte. >>

Was zählt als Arbeits­weg?

Der Arbeitsweg beginnt an der Außentür Ihres Hauses, nicht an der Wohnungstür. Dieser Unterschied ist vor allem für Mehrfamilienhäuser wichtig, da ein Sturz im Treppenhaus dadurch nicht als Arbeitsunfall zählt – ein Sturz vor der Haustür allerdings schon.

Nur der direkte Weg ist über die gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) abgesichert. Sobald Sie für private Erledigungen Umwege machen, sind Sie nicht mehr unfallversichert – sogar, wenn Supermarkt, Tankstelle und Co. direkt auf dem Weg zur Arbeit liegen. Dauern Ihre privaten Besorgungen allerdings nicht länger als zwei Stunden, wird der Unfallschutz wieder aktiviert, sobald Sie sich zurück auf den Weg zur Arbeit begeben. Auch für Mittags- und Raucherpausen gilt: Sie sind nur auf dem Rückweg zur Arbeit versichert.

Wann darf man vom direkten Arbeits­weg abweichen?

Unter bestimmten Umständen gilt ein Unfall auch dann als Wegeunfall, wenn Sie nicht die direkte Route gewählt haben. Gesetzlich geregelte Ausnahmen sind:

  • Fahr­ge­mein­schaf­ten, die Mitfahrer ein­sam­meln oder absetzen.
  • Eltern, die Kinder zu Betreu­ungs­ein­rich­tun­gen bringen.
  • Unge­wöhn­li­che Ver­kehrs­si­tua­tio­nen wie Stau oder Bau­stel­len.
  • Vom Arbeit­ge­ber ange­ord­ne­te Trans­por­te von Arbeits­ge­rä­ten oder Schutz­aus­rüs­tung

Wege­un­fall melden

Wenn Sie einen Wegeunfall erlitten haben, müssen Sie das bei Ihrem Arbeitgeber melden. Wenn ein Arbeitnehmer mehr als drei Kalendertage ausfällt oder auf dem Arbeitsweg verstirbt, ist der Arbeitgeber verpflichtet, den Arbeitsunfall beim zuständigen Unfallversicherungsträger zu melden. Je nach Art der Anstellung sind verschiedene Versicherungsträger zuständig:

  • Berufs­ge­nos­sen­schaft: für die Pri­vat­wirt­schaft
  • Unfall­kas­se: für Ange­stell­te des öffent­li­chen Dienstes
  • Gemein­de­un­fall­ver­si­che­rungs­ver­band: für Beschäf­tig­te im Dienst mehrerer Gemeinden

Bei Arbeitsrechtsfragen sind wir Ihr Partner!Damit Ihnen mögliche Kosten für Behandlungen und medizinische Hilfsmittel reibungslos ersetzt werden, sollten Sie beim Arbeitgeber nachhaken, ob er seiner Meldepflicht nachgekommen ist.

Artikel teilen

Bitte lesen Sie zu dem Inhalt auch unsere Rechtshinweise.

So einfach ist Rechts­schutz

Ein Rechtsstreit, ganz gleich in welchem Bereich, kommt oft unverhofft. Darum hat ADVOCARD mit dem 360°-Rechtsschutz einen besonders leistungsstarken Rundumschutz geschaffen.

Mehr erfahren

Mediation

Vertragen statt klagen: mit Mediation rechtliche Konflikte ohne Gerichts­ver­fahren lösen.

Strei­tatlas

Streit in Berlin? Zoff in München? Der interaktive Atlas zeigt, wo die deutschen Streithähne leben.

ADVOCARD-Service

Kompetente Beratung und professionelle Unterstützung rund um die Uhr.