Anspruch auf Bil­dungs­ur­laub: Diese Rechte haben Arbeit­neh­mer kasto, Fotolia

8. Dezember 2014, 14:52 Uhr

Was steht Ihnen zu? Anspruch auf Bil­dungs­ur­laub: Diese Rechte haben Arbeit­neh­mer

Als Arbeitnehmer haben Sie in Deutschland Anspruch auf Bildungsurlaub. Diese besondere Form des Urlaubs, oft auch Bildungsfreistellung genannt, dient in erster Linie der beruflichen Weiterbildung. Studien zufolge nehmen derzeit nur etwa ein bis zwei Prozent aller Arbeitnehmer ihren Anspruch auf Bildungsurlaub wahr. Diese geringe Anzahl wird unter anderem auf die betrieblichen und rechtlichen Konflikte zurückgeführt, die mit dem Thema einhergehen. Aus Angst vor Ärger mit dem Chef nehmen viele Arbeitnehmer Abstand von der Idee, eine Weiterbildungsmaßnahme in Anspruch zu nehmen.

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Anspruch auf Bil­dungs­ur­laub: Bun­des­län­der geben Gesetze vor

Der Grundstein für das Recht auf bezahlten Bildungsurlaub wurde ursprünglich im Übereinkommen Nr. 140 der Internationalen Arbeiterorganisation (ILO) gelegt. Die Bundesrepublik Deutschland verpflichtete sich 1974 dazu, Arbeitnehmern einen Anspruch auf Bildungsurlaub einzuräumen, sodass sie sich beruflich, politisch und gewerkschaftlich weiterbilden können. Da die Bundesregierung jedoch kein Gesetz dazu verabschiedete, nahmen die Länder dies selbst in die Hand und formulierten eigene Landesgesetze zum Bildungsurlaub. Jede Gesetzgebung – außer die saarländische – geht von fünf möglichen Arbeitstagen pro Jahr aus, für die Arbeitnehmer bezahlt freigestellt werden können. In Bayern, Sachsen, Baden-Württemberg und Thüringen gibt es noch keine Bildungsurlaubsgesetze – Gesetzesentwürfe liegen jedoch in jedem Land vor und sollen umgesetzt werden.

Rechte der Arbeit­neh­mer: Dürfen Sie Bil­dungs­ur­laub bean­tra­gen?

Bevor Sie Bildungsurlaub beantragen, sollten Sie wissen, ob Ihnen die bezahlte Freistellung überhaupt zusteht. Grundsätzlich müssen Sie Arbeitnehmer sein. Als Student oder Rentner haben Sie keinen Anspruch auf Bildungsurlaub. In einzelnen Ländern sind Beamte ebenfalls ausgeschlossen, da eigene Weiterbildungs-Regelungen für Beamte gelten. Über weitere Sonderfälle, Einschränkungen und Bedingungen sollten Sie einen Blick in die Gesetzgebung Ihres Landes werfen. Damit es nicht zu einem Streit mit Ihrem Arbeitgeber kommt, informieren Sie sich am besten vor der Beantragung genau über Ihren Urlaubsanspruch. Im Konfliktfall sollten Sie Rat bei einem Rechtsexperten einholen. Nicht selten sind Arbeitgeber skeptisch in Bezug auf die Bildungsfreistellung, da der Sinn der Weiterbildungsmaßnahmen angezweifelt wird und Arbeit liegen bleibt. In solchen Fällen können Sie sich jedoch auf Ihr Recht berufen. Tipp: Erklären Sie Ihrem Vorgesetzten ruhig und sachlich, warum der Sonderurlaub für Sie relevant ist und überlegen Sie, wie vielleicht auch die Firma von Ihrer Weiterbildung profitieren könnte.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema: Urlaubsanspruch

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