Alkohol am Arbeitsplatz: Ein Büroangestellter sitzt mit Weinglas vor seinem Rechner YakobchukOlena, Fotolia

27. Oktober 2015, 16:16 Uhr

Ein Gläschen in Ehren... Alkohol am Arbeits­platz: Wann die Kündigung droht

Alkohol am Arbeitsplatz wird in manchen Betrieben mehr, in anderen weniger toleriert. Ein Glas Wein rechtfertigt allerdings noch keine fristlose Kündigung. Das hat das Arbeitsgericht Düsseldorf entschieden (AZ 8 Ca 5713/14). Dennoch: Hat der Chef ein Alkoholverbot ausgesprochen, kann das Gläschen in Ehren zu einer Abmahnung und bei Wiederholung zum Jobverlust führen. Tipp: Gegen willkürliche Entscheidungen des Arbeitgebers hilft ein Berufs-Rechtsschutz.

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Fall vor dem Arbeits­ge­richt: Eine Abmahnung hätte gereicht

In dem Fall, der vor dem Arbeitsgericht Düsseldorf verhandelt wurde, ging es um einen 61-jährigen Casino-Mitarbeiter, der während der Arbeit mit einem Kunden ein Glas Portwein trank. Kollegen meldeten dies der Bank, die das Casino betreibt. Diese kündigte dem langjährigen Mitarbeiter und begründete dies mit dem Alkoholverbot für die Angestellten. Zudem habe er das Glas Wein nicht abgerechnet. Das Arbeitsgericht hielt dies für unverhältnismäßig. Zum einen hatte sich der Mann seit seiner Einstellung 1991 ansonsten nichts zuschulden kommen lassen, weshalb bei dem Verstoß zuerst eine Abmahnung fällig gewesen wäre. Zudem hätte es sich bei dem Glas Wein, das zwischen drei und fünf Euro kostet, um eine geringwertige Sache gehandelt.

Wann Alkohol am Arbeits­platz eine Kündigung rechtfertigt

Solange Sie nicht über die Stränge schlagen, ist Alkohol am Arbeitsplatz in der Regel kein Grund für eine fristlose Kündigung. Diese kommt nur bei schweren Verfehlungen ins Spiel, beispielsweise wenn Sie betrunken die Büroeinrichtung beschädigen. Doch Vorsicht: Spricht Ihr Chef ein Alkoholverbot aus, kann der Konsum von Alkohol zu einer Abmahnung führen. Beim zweiten Vorfall ist eine Kündigung möglich. Etwas komplizierter ist es bei Angestellten, die unter Alkoholsucht leiden. In diesem Fall muss der Arbeitgeber dem Betroffenen zunächst die Möglichkeit geben, die Krankheit in einer Therapie zu überwinden.

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