165-Euro Job: Ange­stell­ter in einem Super­markt vor Gemü­se­re­gal Robert Kneschke, Fotolia

29. Oktober 2015, 17:44 Uhr

Arbeits­lo­sen­geld auf­sto­cken 165-Euro-Job: Tipps zum Nebenjob trotz Arbeits­lo­sig­keit

Der Verlust des Jobs bedeutet für viele Menschen einen großen persönlichen und finanziellen Einschnitt. Mit dem 165-Euro-Job gibt es eine Möglichkeit, das Arbeitslosengeld durch einen Nebenjob ein wenig aufzustocken. Denn gerade für Familien ist das reduzierte Einkommen oft ein Problem und schon geringe Beträge können helfen. Allerdings gelten einige Regeln, die Empfänger von Arbeitslosengeld unbedingt beachten sollten, um auf der sicheren Seite zu sein und keine Ansprüche zu verlieren.

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Beim 165-Euro-Job auf Arbeits­zei­ten achten

Sie sind als Empfänger von Arbeitslosengeld I berechtigt, bis zu 15 Stunden pro Woche zu arbeiten. Aber Vorsicht: Die Grenze liegt genau bei 15 Stunden, deshalb müssen Sie sich an 14 Stunden und 59 Minuten wöchentlicher Arbeitszeit orientieren. Denn sobald die Grenze erreicht ist, verlieren Sie Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld. Eventuell müssen Sie sogar Rückzahlungen leisten. Außerdem muss der Nebenjob an die Arbeitsagentur gemeldet werden, und zwar spätestens mit Beginn der Tätigkeit.

So viel Arbeits­lo­sen­geld bleibt Ihnen trotz Nebenjob

Grundsätzlich gilt es zu beachten, dass das Nettoeinkommen, das Sie mit dem Nebenjob erzielen, von Ihrem Arbeitslosengeld abgezogen wird. Dabei gilt ein Freibetrag von 165 Euro. Wenn Sie also 400 Euro verdienen, werden 235 Euro von Ihren Leistungen abgezogen. Sie können durch den Nebenjob also maximal 165 Euro mehr zur Verfügung haben als mit Ihrem regulären Arbeitslosengeld. So kommt die Bezeichnung 165-Euro-Job zustande.

100 Euro Frei­be­trag bei Hartz IV

Für Bezieher von Arbeitslosengeld II gelten dagegen etwas andere Regeln: Der zeitliche Umfang des Jobs ist hier unbedeutend, die Grenze von 15 Stunden gilt also nicht. Außerdem liegt der gewährte Freibetrag bei mindestens 100 Euro im Monat. Wenn Sie zwischen 100 und 1.000 Euro brutto im Monat verdienen, sind zusätzlich zum Freibetrag noch 20 Prozent Ihres Bruttolohnes frei und werden ebenfalls nicht vom Arbeitslosengeld abgezogen. Verdienen Sie zwischen 1.000 und 1.200 Euro (bzw. 1.500 Euro bei Bedarfsgemeinschaften mit Kind) erhalten sie einen zusätzlichen Freibetrag von 10 Prozent. Die Beratung durch einen Experten hilft Ihnen im Zweifelsfall weiter und klärt Sie über eventuell geltende Sonderregelungen auf.

Nebenjob kann bei Jobsuche helfen

Ein 165-Euro-Job wird auch deshalb von der Arbeitsagentur gern gesehen und unterstützt, weil er als Vorbereitung auf einen Neueinstieg in den Beruf dienen kann. Möglicherweise entwickelt sich aus der Nebentätigkeit eine Festanstellung. Und selbst wenn das nicht der Fall ist, bleibt der Nebenjobber durch seine Tätigkeit in einem geregelten Berufsalltag und arbeitet vielleicht sogar in seinem ursprünglichen Berufsfeld. Trotzdem ist es besonders wichtig, die Suche nach einem festen Arbeitsplatz nicht aus den Augen zu verlieren und sich weiterhin um eine neue Stelle zu bemühen.

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