Radweg oder Straße Björn Wylezich, Fotolia

27. April 2016, 8:40 Uhr

Radweg oder Straße Rad­we­ge­be­nut­zungs­pflicht: Das steht in der StVO

Gilt eine allgemeine Radwegebenutzungspflicht, oder dürfen Fahrradfahrer selbst entscheiden, ob sie auf dem Radweg oder auf der Straße fahren? Die Straßenverkehrsordnung (StVO) kennt klare Regeln. Hier lesen Sie mehr dazu.

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Rad­we­ge­be­nut­zungs­pflicht: Diese Ver­kehrs­schil­der ordnen sie an

Die Radwegebenutzungspflicht ist in § 2 Absatz 4 StVO geregelt. Dieser besagt: Der vorhandene Radweg muss genutzt werden, wenn ein Verkehrsschild dies anordnet. Drei mögliche Schilder-Varianten gibt es dabei. Das weiße Fahrrad auf blauem Grund (Verkehrszeichen 237) bedeutet: Ob Fahrrad oder Pedelec – der Radweg in Fahrtrichtung muss benutzt werden. Dies gilt auch für entsprechend gekennzeichnete Fahrradstreifen, die am rechten Fahrbahnrand durch eine weiße Linie abgeteilt sind.

Auch die Verkehrszeichen 240 und 241, die jeweils auf einen gemeinsamen Geh- und Radweg verweisen – einmal mit jeweils eigener Spur für Fußgänger und Radfahrer (vertikale Teilung), einmal ohne (horizontale Teilung) – verpflichten an dieser Stelle zur Radwegebenutzung. Ohne entsprechendes Verkehrsschild haben Radfahrer die Wahl, ob sie den Radweg befahren oder am rechten Straßenrand fahren – natürlich ohne dabei andere zu behindern oder zu gefährden.

Rad­we­ge­be­nut­zungs­pflicht miss­ach­tet: Bußgeld droht

Wer mit seinem Fahrrad unterwegs ist und die in der StVO geregelte Radwegebenutzungspflicht missachtet, muss bei einer Kontrolle mit einem Bußgeld rechnen:

1. 20 bis 35 Euro werden fällig, wenn Sie den vorhandenen und ausgeschilderten Radweg nicht benutzen.

2. Wer den gekennzeichneten Radweg in falscher Richtung befährt, muss ebenfalls mit einem Bußgeld zwischen 20 und 35 Euro rechnen.

3. Für eine nicht an Fußgänger angepasste Geschwindigkeit auf dem gemeinsamen Geh- und Radweg droht ein Bußgeld in Höhe von 15 Euro.

4. Und wer als Radfahrer das Rechtsfahrgebot missachtet, kann mit einem Bußgeld zwischen 15 und 35 Euro zur Kasse gebeten werden.

5. Bei der genauen Höhe des Bußgelds kommt es jeweils darauf an, ob andere Verkehrsteilnehmer behindert oder gefährdet wurden oder ob sogar ein Unfall passiert ist.

Advocard-VerkehrsrechtsschutzStVO: Wer darf auf dem Gehweg Fahrrad fahren?

Von der Radwegebenutzungspflicht sind Kinder laut StVO bis zu einem bestimmten Alter ausgenommen. Kinder, die jünger sind als acht Jahre, müssen mit ihrem Fahrrad den Gehweg benutzen. Im Alter zwischen acht und zehn Jahren haben sie die Wahl, ob sie den Gehweg oder den Radweg nutzen möchten. Fahren Kinder auf dem Gehweg, müssen die aufsichtspflichtigen Eltern darauf achten, dass keine Fußgänger gefährdet werden. Die Eltern selbst dürfen jedoch nicht auf dem Gehweg mitfahren – wer dort als Erwachsener mit dem Fahrrad fährt, muss mit einem Bußgeld zwischen 15 und 30 Euro rechnen.

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