Streit am Gartenzaun alho007, Fotolia

Streit am Gartenzaun Überhän­gende Äste vom Nachbarn: Dies können Sie laut Überhangs­recht tun

Überhän­gende Äste vom Nachbar­grund­stück können zu einem Ärgernis werden. In Zweifel greifen das Überhangs­recht, das Überfalls­recht oder das Kapprecht. Alle drei sind im Bürger­lichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. Darf man störende Äste abschneiden, und was passiert mit herüber­fal­lendem Laub oder Früchten? Hier lesen Sie mehr dazu.

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Überhang vom Nachbar­grund­stück stört

Überhän­gende Äste können das fried­liche Mitein­ander  am Gartenzaun erheblich beein­träch­tigen. Der eine Nachbar fühlt sich von dem Überhang belästigt, der andere sieht es jedoch nicht ein, in die Natur einzu­greifen und die Äste seines Baumes zurück­zu­schneiden – und schon droht ein Nachbar­schafts­streit. Laut einem Urteil des Oberlan­des­ge­richts Nürnberg (AZ 12 U 2174/​00) kann ein Nachbar dazu heran­ge­zogen werden, überhän­gende Äste und Zweige zu entfernen, die auf ein ein angren­zendes Grund­stück herüber­reichen. Das gilt unter anderem auch für herüber­wu­chernden Efeu, der eine Gefahr für das Mauerwerk des Nachbar­hauses darstellt (Urteil des Amtsge­richts München, AZ 241 C 10407/​05).

Überhän­gende Äste abschneiden?

Wer bei seinem Nachbarn trotz Bitten auf taube Ohren stößt, würde oft am liebsten selbst zur Säge oder zur Astschere greifen und den Überhang einfach abschneiden. Und tatsächlich ist dies nach § 910 BGB erlaubt. Das sogenannte Kapprecht gestattet es, überhän­gende Äste abzutrennen, wenn der Nachbar innerhalb einer angemes­senen Frist, die Sie ihm gesetzt haben, nicht reagiert. Aber Vorsicht: Sie müssen im Streitfall darlegen können, dass Sie der Überhang in der Nutzung Ihres Grund­stücks beein­trächtigt. Das wäre etwa dann der Fall, wenn Sie wegen der Äste vom Nachbar­grund­stück ein geplantes Gartenhaus nicht aufstellen könnten. Zudem dürfen Sie nur den Teil der Äste abschneiden, der sich auf oder über Ihrem eigenen Grund­stück befindet.

Wem gehören die Früchte?

Eine weitere Frage wird aufge­worfen, wenn der Überhang vom Nachbarbaum Früchte trägt, die irgendwann der Schwer­kraft folgen und auf Ihr Grund­stück fallen. Wem gehören die Äpfel, Birnen oder Pflaumen, die ja eigentlich auf dem Baum des Nachbarn wachsen? Hier regelt § 911 BGB (Überfalls­recht) eindeutig: Die Früchte gehören demje­nigen, auf dessen Grund­stück sie landen – sogar unabhängig davon, ob dies durch überhän­gende Äste geschieht oder ob etwa ein Sturm die Früchte vom Baum löst und herüberweht. In diesem Fall hätte Ihr Nachbar also das Nachsehen. Wenn der Konflikt mit dem Nachbarn ausartet, kann ein Privat-Rechts­schutz Ihnen die nötige Unter­stützung geben.

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