Bei wichtigen Gründen greift ein Sonderkündigungsrecht Kzenon, Fotolia

Sonderkündigungsrecht Fit­ness­stu­dio-Kündigung: So kommen Sie aus dem Vertrag

Sie können jeden Vertrag innerhalb der Kündigungsfrist beenden. Für die Kündigung im Fitnessstudio gibt es darüber hinaus einige Umstände, die eine außerordentliche Kündigung erlauben.

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Ordent­li­che Kündigung im Fit­ness­stu­dio

Verträge mit Sportstudios laufen meist zwölf bis 24 Monate. Die Kündigungsfrist beträgt gewöhnlich drei Monate. Wenn Sie sich an diese Fristen und Laufzeiten halten, ist die Kündigung am einfachsten. In vielen Fällen reicht das aber nicht aus und Kunden möchten früher aus dem Vertrag aussteigen.

Son­der­kün­di­gungs­recht bei wichtigen Gründen

Im Februar 2012 hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden, dass Verbraucher auch außerordentlich den Fitnessstudio-Vertrag kündigen können, wenn wichtige Gründe auftreten, die bei Vertragsabschluss noch nicht absehbar waren (AZ IIX ZR 42/10). Dazu gehören:

• Krankheit
• Schwangerschaft
• Umzug
• Verschlechtertes Angebot im Fitnessstudio
• Preiserhöhungen

Fit­ness­stu­dio-Vertrag kündigen bei Krankheit oder Schwan­ger­schaft

Sowohl eine Schwangerschaft als auch eine schwere Erkrankung können zur Sportuntauglichkeit führen. Um vorzeitig Ihren Fitnessstudio-Vertrag kündigen zu können, müssen Sie diese Untauglichkeit zeitnah mit einem ärztlichen Attest belegen.

Erledigen Sie das am besten binnen zwei Wochen. Bei der Wahl des Arztes sind Sie frei und Sie müssen auch keine genaue Auskunft über die Erkrankung erteilen. Die Untauglichkeit muss dabei langfristig sein und über den Vertragszeitraum hinausreichen. Eine kurzzeitige Krankheit rechtfertigt keine Sonderkündigung.

Umzug ermög­licht Kündigung des Fit­ness­stu­di­os

Sollten Sie aufgrund von Umzug einen unzumutbaren Weg zum Fitnessstudio haben, steht Ihnen ein Sonderkündigungsrecht zu. Was allerdings als zu große Entfernung betrachtet wird, ist je nach Anbieter unterschiedlich. Entfernungen von 30 bis 50 Kilometern können immer noch als zumutbar gelten.

Ein Sonderfall besteht bei Fitnessstudio-Ketten: Befindet sich eine Filiale in der Nähe Ihres neuen Wohnortes, können Sie dort trainieren und dürfen daher nicht außerordentlich kündigen.

Rechtsschutz

Ver­än­der­ter Leis­tungs­rah­men des Fit­ness­stu­di­os

Preissteigerungen oder gravierende Verschlechterungen der Trainingsbedingungen können ebenfalls ein legitimer Grund sein, den Vertrag vorzeitig zu beenden. Beispiele dafür sind:

• Umwandlung eines Damenstudios in ein gemischtes Studio
• Deutliche Verkleinerung des Geräteparks
• Langwierige Bauarbeiten
• Wegfall des Saunabereichs

Wenn Sie einen dieser Gründe geltend machen, müssen Sie dem Studio zunächst eine Frist von drei bis vier Wochen setzen. Sollten die Umstände danach weiter bestehen, dürfen Sie kündigen. Die Verschlechterungen müssen dabei gravierend und andauernd sein. Der Wegfall einzelner Kurse oder kurze Bauarbeiten reichen nicht aus.

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