Bei wichtigen Gründen greift ein Sonderkündigungsrecht Kzenon, Fotolia

Sonderkündigungsrecht Fitness­studio-Kündigung: So kommen Sie aus dem Vertrag

14.06.2017

Sie können jeden Vertrag innerhalb der Kündi­gungs­frist beenden. Für die Kündigung im Fitness­studio gibt es darüber hinaus einige Umstände, die eine außer­or­dent­liche Kündigung erlauben.

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Ordent­liche Kündigung im Fitness­studio

Verträge mit Sport­studios laufen meist zwölf bis 24 Monate. Die Kündi­gungs­frist beträgt gewöhnlich drei Monate. Wenn Sie sich an diese Fristen und Laufzeiten halten, ist die Kündigung am einfachsten. In vielen Fällen reicht das aber nicht aus und Kunden möchten früher aus dem Vertrag aussteigen.

Sonder­kün­di­gungs­recht bei wichtigen Gründen

Im Februar 2012 hat der Bundes­ge­richtshof (BGH) entschieden, dass Verbraucher auch außer­or­dentlich den Fitness­studio-Vertrag kündigen können, wenn wichtige Gründe auftreten, die bei Vertrags­ab­schluss noch nicht absehbar waren (AZ IIX ZR 42/​10). Dazu gehören:

• Krankheit
• Schwan­ger­schaft
• Umzug
• Verschlech­tertes Angebot im Fitness­studio
• Preis­er­hö­hungen

Fitness­studio-Vertrag kündigen bei Krankheit oder Schwan­ger­schaft

Sowohl eine Schwan­ger­schaft als auch eine schwere Erkrankung können zur Sport­un­taug­lichkeit führen. Um vorzeitig Ihren Fitness­studio-Vertrag kündigen zu können, müssen Sie diese Untaug­lichkeit zeitnah mit einem ärztlichen Attest belegen.

Erledigen Sie das am besten binnen zwei Wochen. Bei der Wahl des Arztes sind Sie frei und Sie müssen auch keine genaue Auskunft über die Erkrankung erteilen. Die Untaug­lichkeit muss dabei langfristig sein und über den Vertrags­zeitraum hinaus­reichen. Eine kurzzeitige Krankheit recht­fertigt keine Sonder­kün­digung.

Umzug ermög­licht Kündigung des Fitness­studios

Sollten Sie aufgrund von Umzug einen unzumut­baren Weg zum Fitness­studio haben, steht Ihnen ein Sonder­kün­di­gungs­recht zu. Was aller­dings als zu große Entfernung betrachtet wird, ist je nach Anbieter unter­schiedlich. Entfer­nungen von 30 bis 50 Kilometern können immer noch als zumutbar gelten.

Ein Sonderfall besteht bei Fitness­studio-Ketten: Befindet sich eine Filiale in der Nähe Ihres neuen Wohnortes, können Sie dort trainieren und dürfen daher nicht außer­or­dentlich kündigen.

Rechtsschutz

Verän­derter Leistungs­rahmen des Fitness­studios

Preis­stei­ge­rungen oder gravie­rende Verschlech­te­rungen der Trainings­be­din­gungen können ebenfalls ein legitimer Grund sein, den Vertrag vorzeitig zu beenden. Beispiele dafür sind:

• Umwandlung eines Damen­studios in ein gemischtes Studio
• Deutliche Verklei­nerung des Geräte­parks
• Langwierige Bauar­beiten
• Wegfall des Sauna­be­reichs

Wenn Sie einen dieser Gründe geltend machen, müssen Sie dem Studio zunächst eine Frist von drei bis vier Wochen setzen. Sollten die Umstände danach weiter bestehen, dürfen Sie kündigen. Die Verschlech­te­rungen müssen dabei gravierend und andauernd sein. Der Wegfall einzelner Kurse oder kurze Bauar­beiten reichen nicht aus.

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