Urteil: Kein Aufwendungsersatz für Streunerkatzen-Pflege. Eine braun-gestreifte Katze läuft auf einem kleinen Weg. vvvita, Fotolia

Kostenerstattung nur für Fundtiere Urteil: Kein Aufwen­dungs­ersatz für Streu­ner­katzen-Pflege

Streu­nende Katzen gelten nicht als Fundtiere – und wer sie pflegt, hat keinen Anspruch auf Aufwen­dungs­ersatz. Das hat das Verwal­tungs­ge­richt Gießen entschieden. Eine Frau, die die herren­losen Tiere einge­fangen hatte, bekommt somit die ausge­legten Pflege- und Tierarzt­kosten nicht erstattet.

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Fundtiere zu pflegen und sie in Tierheimen oder Pflege­stellen unter­zu­bringen, ist gemäß § 2 Tierschutz­gesetz (TierSchG) üblicher­weise Aufgabe der Städte und Gemeinden. Wer privat ein Tier aus hilfloser Lage vorüber­gehend aufnimmt, pflegt, füttert oder es beim Tierarzt behandeln lässt, hat daher in der Regel einen Anspruch auf Aufwen­dungs­ersatz gegenüber der Kommune – er kann sich also die vorge­streckten Kosten erstatten lassen. Darauf berief sich im konkreten Fall auch eine Frau, die auf einem unbewohnten Gehöft in einem Alsfelder Stadtteil einige herrenlose Katzen einge­fangen hatte, die aus ihrer Sicht in einem schlechten Zustand waren. Auf eigene Kosten ließ sie die Katzen tierärztlich behandeln, chippen und kastrieren und forderte anschließend Aufwen­dungs­ersatz von der Stadt­ver­waltung.

PrivatrechtsschutzDas Verwal­tungs­ge­richt Gießen entschied jedoch, dass es sich in diesem Fall bei den Katzen nicht um Fundtiere gehandelt habe und daher kein Anspruch auf Aufwen­dungs­ersatz bestehe (AZ 4 K 84/15.Gl). Damit ein Tier als Fundtier gelten könne, müsse es entweder aus hilfloser Lage oder von einem für Katzen ungewöhn­lichen oder fremden Ort aufge­nommen werden, so die Richter. Im vorlie­genden Fall sei jedoch keine dieser Bedin­gungen erfüllt, zumal die Klägerin die frei laufenden Tiere erst habe einfangen müssen. Die Entscheidung ist noch nicht rechts­kräftig, das Gericht ließ eine Berufung zu.

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