Junge Frau sitzt vor dem Sofa am Tisch und liest ein Dokument und schaut auf einen Laptop © iStock.com/damircudic

11. Februar 2026, 17:40 Uhr

Darf ich eigentlich? SCHUFA-Score einsehen und SCHUFA-Eintrag löschen: Das sind deine Rechte

Die SCHUFA entscheidet im Alltag häufiger mit, als vielen bewusst ist. Ob Kredit, Handyvertrag oder Mietwohnung: Oft hängt vieles vom SCHUFA-Score und möglichen SCHUFA-Einträgen ab, weil Vertragspartner vor Abschluss eine Bonitätsprüfung durchführen. Aber du hast klare Rechte – und ab Ende März 2026 wird die SCHUFA für Verbraucher transparenter. Was das genau bedeutet, erfährst du in diesem Artikel.

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Was der SCHUFA-Score aussagt und wie er zustande kommt

Der SCHUFA-Score ist ein mathematisch ermittelter Wahrscheinlichkeitswert. Als private Wirtschaftsauskunftei berechnet die SCHUFA ihn auf Basis gespeicherter Vertragsdaten. Der Score soll vorhersagen, wie zuverlässig eine Person ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommt. Banken, Händler, Energieversorger oder Mobilfunkanbieter nutzen ihn als Teil der Bonitätsprüfung ihrer Kunden.

Im neuen Modell, das ab Ende März 2026 gilt, wird der Score auf einer Skala von 100 bis 999 Punkten ausgewiesen. Ein sehr hoher Score signalisiert eine stabile Zahlungsbiografie und eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass der Verbraucher seine Rechnungen nicht begleichen kann. Ein deutlich niedriger Wert steht entgegengesetzt für ein erhöhtes Risiko, dass ein Verbraucher Zahlungsaufforderungen nicht nachkommen kann. Für dich bedeutet das: Hast du einen niedrigen SCHUFA-Score, kann das Vertragsabschlüsse erschweren oder verteuern.

INFO

So wird der SCHUFA-Score berechnet

Ab Ende März 2026 führt die SCHUFA ein neues, transparenteres Scoring-System ein. Verbraucher können ihren Score dann kostenlos online über einen persönlichen Account einsehen und die Berechnungslogik dahinter nachvollziehen. Je nach Profil fließen einzelne Kriterien unterschiedlich stark in die Bewertung ein.

Dazu zählen unter anderem:

  • wie lange Giro­kon­ten oder Kre­dit­kar­ten bestehen
  • wie viele laufende Verträge vorhanden sind
  • ob Zah­lungs­aus­fäl­le gemeldet wurden
  • wie häufig neue Kredite beantragt werden

Gut zu wissen: Die SCHUFA betont, dass keine einzelnen Rechnungen oder Kontostände, sondern statistische Zusammenhänge bewertet werden.

SCHUFA-Score einsehen, abfragen und verstehen

Schon heute hast du auf Grundlage des datenschutzrechtlichen Auskunftsanspruchs gemäß § 34 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) einmal im Jahr Anspruch auf eine kostenlose SCHUFA-Auskunft. Diese sogenannte „Datenübersicht nach § 34 BDSG“ enthält alle gespeicherten Informationen – inklusive der Score-Werte.

Wichtig: Sie unterscheidet sich deutlich von der kostenpflichtigen Bonitätsauskunft, die häufig von Vermietern verlangt wird. Denn die Bonitätsauskunft enthält keine vollständige Datenübersicht, sondern nur einen gekürzten Auszug zur Weitergabe an Dritte. Willst du deinen SCHUFA-Score abfragen, solltest du daher gezielt die vollständige Selbstauskunft anfordern.

Ab 2026 kannst du über den neuen Schufa-Account deine eigenen Daten dauerhaft online einsehen. Und zwar einschließlich individueller Erläuterungen zu deinem SCHUFA-Score und zu Veränderungen im Zeitverlauf, etwa wenn sich der Wert verbessert oder verschlechtert hat. Das soll es Verbrauchern erstmals ermöglichen, den eigenen Score realistisch einzuordnen und mögliche Einflussfaktoren besser zu verstehen.

Mann mit Bart und Brille sitzt auf dem Sofa in einer Wohnung und liest Dokumente
© iStock.com/Andrii Iemelyanenko

SCHUFA-Eintrag: Ent­ste­hung, Zuläs­sig­keit und Speicherfristen

Ein SCHUFA-Eintrag ist eine gespeicherte Information über ein Vertrags- oder Zahlungsverhalten. Er ist nicht automatisch negativ: Viele gespeicherte Informationen sind neutral oder positiv, etwa ordnungsgemäß zurückgezahlte Kredite. Negative Einträge entstehen nur unter klar geregelten, gesetzlichen Voraussetzungen. Die SCHUFA speichert diese Daten nicht eigenständig, sondern erhält sie von Banken, Unternehmen oder Inkassodienstleistern.

Ein Gläubiger darf eine Forderung erst dann an die SCHUFA melden, wenn der Schuldner mehrfach gemahnt wurde, über die bevorstehende Meldung informiert ist und die Forderung nicht bestritten hat. Wird eine Rechnung angefochten, ist eine Meldung an die SCHUFA in der Regel rechtswidrig, bis die Angelegenheit geklärt ist.

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Wie lange Daten gespeichert bleiben, ist gesetzlich festgelegt. Typische Fristen sind:

  • zwölf Monate bei Kreditanfragen
  • drei Jahre nach Rück­zah­lung eines Kredits
  • drei Jahre nach Erle­di­gung bei Forderungen

Die konkrete Speicherdauer richtet sich nach der Art des Eintrags und nicht danach, ob dieser positiv oder negativ ist.

Eine aktive frühere Löschung von Daten kannst du beantragen, wenn

  • sie feh­ler­haft sind oder
  • For­de­run­gen bis 2.000 Euro innerhalb von sechs Wochen beglichen wurden und
  • kein Titel vorliegt.
INFO

Tipps: SCHUFA-Score langfristig verbessern

Der Score lässt sich nicht kurzfristig „reparieren“, wohl aber stabilisieren. Hilfreich sind:

  • pünkt­li­che Zahlungen
  • eine über­schau­ba­re Anzahl an Konten und Kreditkarten
  • der Verzicht auf unnötige Kreditanfragen
  • regel­mä­ßi­ge Kontrolle der gespei­cher­ten Daten

So kannst du deinen SCHUFA-Score Schritt für Schritt verbessern – oder zumindest vor einem unnötigen Absinken schützen. Direkt löschen oder gezielt verändern lässt sich der Score jedoch nicht, da er sich ausschließlich aus deinen gemeldeten Daten ergibt.

SCHUFA-Eintrag löschen lassen: So gehst du vor

Um einen SCHUFA-Eintrag einzusehen, ist die Selbstauskunft der erste Schritt. Prüfe sorgfältig: Stimmen Beträge, Daten und der Status „erledigt“? Häufige Fehler sind vergessene Erledigungsvermerke oder veraltete Informationen.

Wer einen Fehler entdeckt, hat gemäß § 35 BDSG Anspruch auf Korrektur oder Löschung. Ansprechpartner ist entweder die SCHUFA selbst (etwa bei falschen Stammdaten oder Identitätsdiebstahl) oder das meldende Unternehmen. Wichtig ist, eine angemessene Frist zur Bearbeitung zu setzen und Nachweise beizufügen.

Übrigens: Reagiert ein Unternehmen nicht, kannst du dich zusätzlich an die SCHUFA oder an eine Schlichtungsstelle wenden, bevor du den Rechtsweg einschlägst.

Einen SCHUFA-Eintrag löschen zu lassen, ist bei korrekten Daten nur eingeschränkt möglich. Dennoch lohnt sich die Prüfung, denn fehlerhafte oder veraltete Einträge sind keine Seltenheit – und können deine Bonität unnötig belasten.

FAQ

  • Was ist ein SCHUFA-Score?

Der SCHUFA-Score ist ein statistischer Wert, der die Wahrscheinlichkeit angibt, mit der eine Person ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommt.

  • Wann bekommt man einen SCHUFA-Eintrag?

Ein SCHUFA-Eintrag entsteht, wenn Daten zu bestehenden oder abgeschlossenen Verträgen mit Zahlungsverpflichtung an die SCHUFA übermittelt werden, etwa für ein Girokonto, einen Kredit oder einen Mobilfunkvertrag. Negativ ist ein Eintrag dann, wenn es zu erheblichen Zahlungsstörungen kommt, etwa durch unbezahlte und gemahnte Forderungen.

  • Wie lange bleibt ein SCHUFA-Eintrag gespeichert?

In der Regel werden Einträge drei Jahre nach Erledigung oder Rückzahlung automatisch gelöscht.

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