Per­sön­lich­keits­rech­te schützen elnariz Fotolia

19. Juni 2015, 11:54 Uhr

Per­sön­lich­keits­rech­te schützen Recht am eigenen Bild: Fotos auf Facebook, Instagram und Co.

Im Internet wurde ein Bild von Ihnen ohne Ihre Zustimmung veröffentlicht? Das müssen Sie dem Recht am eigenen Bild sei Dank nicht hinnehmen. Dieses schützt Sie vor solch ungewollten Publikationen. Vor allem wenn das Foto pikante Details aus Ihrem Privatleben preisgibt, die nicht für andere Augen bestimmt sind, kann eine Veröffentlichung unter Umständen Konsequenzen beim Arbeitgeber, Partner oder anderen Personen nach sich ziehen, sollten diese das Bild im Internet entdecken. Schützen Sie Ihr Persönlichkeitsrecht – ein Privat-Rechtsschutz kann Ihnen dabei gegebenenfalls helfen.

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Recht am eigenen Bild zum Schutz der Per­sön­lich­keit

Das Recht am eigenen Bild wird durch die §§ 22 und 23 des Kunsturheberrechtsgesetzes (KunstUrhG) geregelt. Dem Gesetz zufolge dürfen Abbildungen einer Person nur mit Einwilligung des Betroffenen veröffentlicht werden. Diese Regelung schließt auch Fotos in sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram mit ein. Auch das Verschicken eines Fotos per WhatsApp oder einer anderen Messenger-App bedarf im Grunde der Einwilligung des Abgebildeten. Dabei muss nicht das komplette Gesicht zu erkennen sein, es reicht bereits aus, wenn ein Bildausschnitt der Person – etwa eine markante Tätowierung – die Identität des Fotografierten preisgibt. Macht also beispielsweise eine Rückentätowierung deutlich, um wen es sich dabei handelt, darf das Foto nicht ohne Zustimmung des Abgebildeten publiziert werden.

Ausnahmen: Dann dürfen Bilder mit Ihrer Person verwendet werden

Das Fotorecht wird durch bestimmte Ausnahmen eingeschränkt, die im § 23 KunstUrhG zusammengefasst werden. Danach können Sie Ihr Recht am eigenen Bild nicht geltend machen, wenn Sie nur eine Randfigur auf der Aufnahme sind. Sind Sie beispielsweise zufällig auf einem Foto vor dem Brandenburger Tor abgelichtet worden und das Bild erscheint im Internet, können Sie der Veröffentlichung normalerweise nicht widersprechen. Das Gleiche gilt, wenn Sie an einer Demonstration teilgenommen haben oder ein Konzert besucht haben und dabei zufällig in der Menge fotografiert wurden. Sie sind Teil einer Menschenmasse und wurden nicht bewusst fokussiert – das Fotorecht entfällt damit. Laut Gesetzgeber gibt es verschiedene Gründe, die das Recht am eigenen Bild einschränken. Haben Sie beispielsweise ein Honorar für die Aufnahme erhalten oder sind eine Person der Zeitgeschichte müssen Sie die Veröffentlichung ebenfalls aktzeptieren. Auch, wenn das Bild einen künstlerischen Wert hat und damit einem höheren Interesse der Kunst dient.

Foto­rech­te von Kindern

Im Fall von Minderjährigen bis sieben Jahren sind ausschließlich die Erziehungsberechtigten entscheidungsbefugt, Bilder ihrer Kinder zu publizieren. Bei Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 17 Jahren ist die Einsichtsfähigkeit des Kindes entscheidend. Etwa ab dem 14. Lebensjahr haben die Minderjährigen ein Wort mitzusprechen: Neben der Zustimmung der Erziehungsberechtigten ist dann auch die Zustimmung des abgebildeten Kindes erforderlich. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von "Doppelzuständigkeit".

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