Pilze sammeln: Das erlaubt das Gesetz. Eine Frau hält einen Cham­pi­gnon in der Hand. Kzenon, Fotolia

5. Oktober 2016, 15:02 Uhr

Natur­schutz Pilze sammeln: Das erlaubt das Gesetz

Pilze sammeln im Wald: Für viele Menschen ist das im Herbst eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Und was in der freien Natur wächst, darf derjenige mitnehmen, der es findet – oder doch nicht? Auch beim Sammeln von Pilzen gibt es rechtliche Einschränkungen, zum Beispiel durch die Naturschutzgesetze.

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Wo Sie Pilze sammeln dürfen

An öffentlich zugänglichen Stellen im Wald dürfen Sie grundsätzlich wild wachsende Pilze für den Eigenbedarf sammeln. Dies gilt laut Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG) jedoch nur dort, wo kein Betretungsverbot herrscht. Insbesondere eingezäunte oder mit Verbotsschildern gekennzeichnete Flächen, Naturschutzgebiete und Flächen, auf denen Holz geschlagen wird, müssen Sie bei der Pilzsuche außen vor lassen. Welche Regelungen in Ihrem Bundesland darüber hinaus gelten, regelt das jeweilige Landeswaldgesetz. In einigen Bundesländern gelten auch zeitliche Einschränkungen für das Sammeln von Pilzen.

Pilze sammeln: Welche Mengen sind erlaubt?

Unerfahrene Pilzsammler nehmen oft jeden Pilz mit, den sie finden, um später mit Hilfe von Experten oder Fachliteratur die ungenießbaren Exemplare auszusortieren. Dies sollten Sie im Interesse des Naturschutzes jedoch unterlassen. Die Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) legt fest, dass Pilze nur in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf gesammelt werden dürfen. Eine gesetzliche Gewichtsgrenze gibt es dabei in Deutschland nicht. Als Richtwert kann jedoch die Menge an Pilzen dienen, die pro Person für eine bis zwei Mahlzeiten ausreicht. Mehr als ein bis zwei Kilo sollten es daher insgesamt nicht sein. In großen Mengen Pilze im Wald zu sammeln, um sie weiterzuverkaufen, ist nicht erlaubt und kann mit einem Bußgeld geahndet werden.

RechtsschutzGeschütz­te Pilze: Gesetz­li­che Rege­lun­gen beachten

Viele Pilzarten stehen unter Naturschutz und sind bei der Pilzsuche generell tabu, darunter viele Röhrlingsarten und auch Trüffel.  Eine genaue Liste findet sich in Anlage 1 zu § 1 Bundesartenschutzverordnung. Bei einigen dieser geschützten Pilzarten gilt jedoch eine Ausnahmeregelung: Steinpilze, Pfifferlinge, Schweinsohr, Brätling, Birkenpilze, Rotkappen und Morcheln dürfen gesammelt werden, wiederum aber nur in geringen Mengen für den eigenen Bedarf. Auch aus diesem Grund ist es ratsam, sich vor dem Ausflug in den Wald über das Aussehen der einzelnen Pilzarten kundig zu machen.

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