Online bezahlen: Neue Rege­lun­gen ab 14. September 2019 ©istock.com/Grapelimages

12. September 2019, 12:58 Uhr

Mehr Aufwand für mehr Sicher­heit Online bezahlen: Neue Rege­lun­gen ab 14. September 2019

Wer ab dem 14. September 2019 online bezahlen möchte, wird vielfach feststellen, dass das nicht mehr ganz so einfach funktioniert wie bisher. Denn: Internet-Shops müssen ab diesem Tag bei bestimmten Zahlungsarten auf die Zwei-Faktor-Authentifizierung umstellen. Das soll den Einkauf sicherer machen, ist allerdings mit zusätzlichem Aufwand verbunden.

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Online bezahlen: Warum die Zwei-Faktor-Authen­ti­fi­zie­rung nun Pflicht ist

Grundlage dieser neuen Regelungen ist die Zahlungsdiensterichtlinie PSD2, die seit Januar 2018 EU-weit gilt. Sie soll den elektronischen Zahlungsverkehr sicherer machen. Dazu gehört, dass Online-Shops von ihren Kunden ab dem 14. September 2019 für bestimmte Zahlungsarten die Zwei-Faktor-Authentifizierung verlangen müssen. Das soll dem Missbrauch von Daten durch Kriminelle vorbeugen und die Identität des Kunden zweifelsfrei belegen.

Zwei-Faktor-Authentifizierung bedeutet: Um sich einloggen, bestellen oder Zahlungen anweisen zu können, ist eine Kombination aus mindestens zwei Faktoren erforderlich. Der erste Faktor kann wie bisher ein gemerktes Passwort sein, der zweite dann zum Beispiel eine PIN, die der Kunde direkt auf sein Handy geschickt bekommt.

Im Online-Banking ist dieses Verfahren schon länger gängig, allerdings wird es auch dort erst zum 14. September 2019 Pflicht.

 

Das ändert sich konkret für Online-KäuferMehr Informationen zum Thema Rechtsschutz

Und auch beim Online-Shoppen müssen sich einige Kunden darauf einstellen, dass sie ein paar Klicks mehr benötigen werden als bisher – vor allem, wenn sie per Kreditkarte direkt beim Online-Shop bezahlen.

Bisher genügte es in den meisten Fällen, einfach die Kreditkartennummer, die Prüfziffer und das Ablaufdatum anzugeben. Alle diese Infos stehen direkt auf der Kreditkarte und sind damit für Kriminelle leicht abzugreifen.

Künftig wird ein weiterer Faktor erforderlich – zum Beispiel ein Zusatzpasswort, das über eine spezielle App auf das Handy kommt. Beim Bezahlvorgang wird der Kunde vom Online-Shop auf eine sichere Website weitergeleitet, auf der er sein Zusatzpasswort eingeben muss.

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist übrigens auch bei einigen anderen Zahlungsarten vorgeschrieben, zum Beispiel bei Zahlung via PayPal. Für Kunden, die als Zahlungsart etwa Rechnung oder Lastschrift wählen, bleibt jedoch vorerst alles beim Alten.

 

Bafin gewährt Online-Shops weitere Über­gangs­frist

Gut zu wissen: Da sich die Frist für die Umstellung auf die Zwei-Faktor-Authentifizierung für viele Online-Shop-Betreiber als zu kurz erwiesen hat, gewährt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) ihnen eine weitere Übergangsfrist. Innerhalb dieser sollen sich die Shops so schnell wie möglich den neuen Richtlinien anpassen.

Das heißt für Kunden: Auch wenn die Zwei-Faktor-Authentifizierung bei ihrem Online-Einkauf noch nicht sofort am 14. September gefordert wird, wird sie in nächster Zeit überall Standard werden.

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