Von Inkassounternehmen hört man, wenn man in Zahlungsverzug ist Antonioguillem, Fotolia

Nicht in Panik versetzen lassen Post von Inkas­so­un­ter­nehmen: So verhalten Sie sich richtig

Ein Inkas­so­un­ter­nehmen darf tätig werden, wenn Sie im Zahlungs­verzug sind. Haben Sie eine Mahnung ignoriert, kann die Forderung rechtens sein. Können Sie sich aber nicht erklären, wofür Sie eigentlich bezahlen sollen, und droht das Inkas­sobüro direkt mit Zwangs­voll­stre­ckung, Schufa oder Hausbe­suchen, handelt es sich höchst­wahr­scheinlich um Betrüger.

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Indizien für unseriöse Inkas­so­un­ter­nehmen

Laut § 10 Rechts­dienst­leis­tungs­gesetz (RDG) muss jedes Inkas­sobüro regis­triert sein. Überprüfen können Sie das online im Rechts­dienst­leis­tungs­re­gister. Auch unseriöse Inkas­so­un­ter­nehmen können regis­triert sein, aber eine fehlende Regis­trierung enttarnt Betrüger sofort.

Firmensitz und Konto­ver­bin­dungen im Ausland sind verdächtig, wenn Sie nicht tatsächlich im Ausland bestellt haben oder dort unterwegs waren. Sofortige Drohungen mit Zwangs­voll­stre­ckung oder "Außen­dienst­mit­ar­beitern" sind ebenfalls unseriös. Normale Inkas­so­firmen lassen mit sich reden.

Prüfen Sie das Schreiben

Forde­rungen von seriösen Inkas­so­un­ter­nehmen kommen immer per Brief, nicht via E-Mail. Das Schreiben muss folgende Dinge enthalten:

  • Anschrift des Auftrag­gebers – kein Postfach
  • Datum und Art des Vertrags­schlusses
  • Inhalt des Vertrages
  • Höhe der Forderung
  • Name des (ursprüng­lichen) Gläubigers

Manchmal kaufen Inkas­so­firmen bestehende Forde­rungen und sind dann selbst Gläubiger. Dennoch muss ersichtlich sein, mit wem Sie den Vertrag ursprünglich geschlossen haben. Außerdem können Sie die Origi­nal­voll­macht oder die Abtre­tungs­ur­kunde verlangen. So beweist das Inkas­sobüro die Recht­mä­ßigkeit seiner Ansprüche.

Welche Kosten sind gerecht­fertigt?

Wenn ein Inkas­sobüro das Mahnver­fahren für den Gläubiger betreut, darf es dafür Inkas­so­ge­bühren von Ihnen verlangen. Diese dürfen aller­dings nicht höher sein als die Kosten, die ein Anwalt dafür verlangt hätte. Hat ein Inkas­so­un­ter­nehmen die Forderung aufge­kauft, darf es keine zusätz­lichen Inkas­so­ge­bühren verlangen. Die Kosten für Adress­ermitt­lungen, Konto­führung oder Zinsen sind oft zu hoch. Verlangen Sie Nachweise.

Ignorieren oder zahlen?

Rechtsschutz

Auch wenn Sie eine Mahnung für ungerecht­fertigt halten, sollten Sie den Brief nie ignorieren. Zahlen Sie auch keine Teilbe­träge aus Angst vor etwaiger Zwangs­voll­stre­ckung. Beides könnte als Anerkennung der Forderung ausgelegt werden. Wider­sprechen Sie statt­dessen und begründen Sie Ihren Wider­spruch.

Wenn die Forderung berechtigt ist, müssen Sie zahlen. Überzo­genen Gebühren können Sie aller­dings wider­sprechen. Tipp: Versenden Sie Ihren Wider­spruch immer per Einschreiben, um einen Nachweis zu haben.

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