Frau liegt an einem sonnigen Nachmittag im Liegestuhl und lächelt © iStock.com/Goodboy Picture Company

26. März 2021, 14:09 Uhr

Darf ich eigent­lich? Ruhetag: Welche Bedeutung hat er im Arbeits­recht?

Den Ruhetag kennt man von Gastronomiebetrieben (“Montag Ruhetag”) und als Ausgleichstag, wenn man beispielsweise sonntags arbeiten musste. Weiter ist er gesetzlich nicht definiert – anders als der Sonn- oder Feiertag.

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Defi­ni­ti­on: Was ist ein Ruhetag?

Im Arbeitsrecht ist ein Ruhetag schlicht ein Wochentag, an dem ein Arbeitnehmer nicht arbeiten muss, sondern frei Alle Informationen zur Arbeitsrechtsschutz von ADVOCARDhat. Welche Tage das sind, kommt jeweils auf die Branche und auf den Arbeits- oder Tarifvertrag an. Gilt vertraglich eine Fünftagewoche, dann ist in der Regel der Samstag ein solcher Ruhetag – wenngleich er arbeitsrechtlich grundsätzlich ein Werktag ist.

Zu den Ruhetagen zählen gemäß § 9 Arbeitszeitgesetz (ArbZG) auch grundsätzlich Sonntage und gesetzliche Feiertage. An diesen Tagen dürfen Arbeitnehmer also eigentlich nicht beschäftigt werden. Das ist natürlich nicht überall so umzusetzen: In Pflegeheimen und Krankenhäusern sowie bei Notdiensten etwa muss der Betrieb auch an Sonn- und Feiertagen laufen. In vielen Unternehmen ist zudem Schichtarbeit rund um die Uhr üblich.

Welche arbeitsrechtlichen Regelungen für diese Fälle gelten, erfährst du detailliert in diesem Streitlotse-Ratgeber: “Sonntagsarbeit – diese Regeln sollten Arbeitnehmer kennen”.

Der Ruhetag als Aus­gleichs­tag für Sonn- und Fei­er­tags­ar­beit

Wer am Sonntag oder an einem Feiertag arbeiten musste, hat in vielen Fällen Anspruch auf einen freien Ausgleichstag. Das ist dann der Ruhetag des Arbeitnehmers (“Ersatzruhetag” nach § 11 ArbZG).

Montag Ruhetag”: Dieses Schild hängt an den Türen vieler Gastronomiebetriebe, die am Wochenende in der Regel gut zu tun haben. Auch Friseure legen am Montag oft einen Ruhetag ein und lassen ihr Geschäft geschlossen. Der arbeitsfreie Montag der Friseure hat Tradition und ergab sich daraus, dass sich viele Menschen früher am Sonntag zum Kirchgang die Haare schneiden ließen. Vor allem in kleinen Salons mit wenigen Mitarbeitern ist der freie Montag auch heute ein willkommener Ausgleich zum Samstag, an dem alle im Einsatz waren.

Ein solcher betrieblicher Ruhetag bedeutet also oft einen arbeitsfreien Tag für die Angestellten. Zwingend ist das aber nicht so: Wenn im Betrieb lediglich kein Publikumsverkehr herrscht, Mitarbeiter ihre üblichen Aufgaben aber trotzdem erledigen können – etwa in der Buchhaltung oder Personalverwaltung –, können sie gegebenenfalls doch eingesetzt werden. Ihren Ruhetag dürfen sie dann an einem anderen Tag in Anspruch nehmen.

“Ruhetag” allein begründet keinen freien Tag

Der Begriff “Ruhetag” ist ansonsten nicht weiter gesetzlich definiert und es lassen sich allein aus dieser Bezeichnung keine automatischen Ansprüche von Arbeitnehmern ableiten – anders als beim Sonn- oder Feiertag.

Daher war auch die Verwirrung groß, als die Bundesregierung am 23. März 2021 zunächst verkündete, dass Gründonnerstag und Ostersamstag in diesem Jahr zur Bekämpfung der Corona-Pandemie einmalig “Ruhetage” sein sollten, aber nicht konkretisierte, was damit gemeint war. Angesichts der juristisch schwierigen Umsetzung wurde die Entscheidung einen Tag später wieder gekippt.

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