Beleidigungen am Arbeitsplatz sind kein Kavaliersdelikt fizkes, Fotolia

Verbale Angriffe Belei­digung am Arbeits­platz durch Kollegen: Droht Abmahnung?

Kommt es zu einer Belei­digung am Arbeits­platz durch Kollegen, wird der Betriebs­frieden gestört. Je nach Schwere der Ehrver­letzung droht eine Abmahnung oder sogar die fristlose Kündigung. Zur Bewertung werden die Umstände der Belei­digung heran­ge­zogen.

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Was zählt als Belei­digung am Arbeits­platz?

Eine Belei­digung ist eine Handlung oder Äußerung, die objektiv geeignet ist, die Ehre des Kollegen zu verletzen. Im Streitfall prüft das Gericht die Umstände des Vorfalls:

• Herrscht in der Branche eher ein rauer oder höflicher Umgangston?
• Ging der Belei­digung eine Provo­kation durch den Kollegen voraus?
• Fand sie mündlich oder schriftlich statt?
• Passierte sie unter vier Augen oder öffentlich?
• War es der erste Vorfall dieser Art?
• Welchen Bildungs­stand hat der Kollege?

Es handelt sich hierbei also immer um Einzel­fall­ent­schei­dungen. Als nicht ausrei­chend für eine Kündigung betrach­teten die zustän­digen Richter einzelne Titulie­rungen als "Arschloch" (Landes­ar­beits­ge­richt Schleswig-Holstein, AZ 4 Sa 474/​09) oder "Wichser" (Landes­ar­beits­ge­richt Rheinland-Pfalz, AZ 2 Sa 232/​11). Ein ausge­streckter Mittel­finger begleitet von der Beschimpfung als "Wichser", "Arschloch" und "arme Sau" sowie weiteren persön­lichen Belei­di­gungen unter der Gürtel­linie recht­fer­tigten hingegen durchaus eine fristlose Kündigung (Landes­ar­beits­ge­richt Hamm, AZ 18 Sa 836/​04).

Welche Konse­quenzen drohen bei Belei­digung am Arbeits­platz?

Eine Belei­digung durch Kollegen stört den Betriebs­frieden, was eine Verletzung der arbeits­ver­trag­lichen Pflichten des Arbeit­nehmers darstellt. In der Regel erhalten die Kollegen deshalb nach einer Belei­digung am Arbeits­platz eine Abmahnung. Im Wieder­ho­lungs­falle (Mobbing) oder bei einer besonders heftigen Belei­digung kann es auch zu einer frist­losen Kündigung kommen – insbe­sondere bei volks­ver­het­zenden Äußerungen üben die Gerichte wenig Nachsicht.

Belei­digung durch Kollegen – nicht nur am Arbeits­platz

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Eine Belei­digung durch Kollegen am Arbeits­platz fällt natürlich unter das Arbeits­recht. Doch auch Äußerungen außerhalb des Betriebs können den Betriebs­frieden nachhaltig stören und so eine Abmahnung oder Kündigung recht­fer­tigen. Belei­di­gende Äußerungen auf Facebook beispiels­weise werden regel­mäßig vor Gericht verhandelt.

So sollten Sie sich bei Belei­digung am Arbeits­platz verhalten

Notieren Sie die genauen Umstände und Inhalte der Belei­digung. Bitten Sie eventuelle Zeugen um eine Schil­derung der Ereig­nisse. Wenden Sie sich dann damit an Ihren Vorge­setzten. Der Arbeit­geber hat eine Fürsor­ge­pflicht und muss Sie vor derar­tigen Angriffen schützen. Tut er das nicht, können Sie kündigen und haben Anspruch auf Entschä­digung, mitunter sogar auf Schaden­ersatz.

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