Arbeits­zeug­nis-Unter­schrift: Wer darf unter­schrei­ben? deni­sis­ma­gil­ov, Fotolia

10. November 2016, 11:30 Uhr

Immer der Geschäfts­füh­rer? Arbeits­zeug­nis-Unter­schrift: Wer darf unter­schrei­ben?

Zum Arbeitszeugnis gehört eine Unterschrift – das ist klar. Doch wer darf das Zeugnis unterschreiben und welcher Form muss diese Unterschrift genügen, damit der Arbeitnehmer auch wirklich ein gültiges qualifiziertes Arbeitszeugnis erhält?

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Wer ein qua­li­fi­zier­tes Arbeits­zeug­nis unter­schrei­ben darf

Die Unterschrift muss nicht zwingend vom Hauptgeschäftsführer kommen, auch ein anderes Mitglied der Geschäftsführung oder ein sonstiger Vorgesetzter des Mitarbeiters ist dazu berechtigt. Das hat zum Beispiel das Bundesarbeitsgericht (BAG) in einem Urteil geklärt (AZ 9 AZR 507/04). So kann Ihr qualifiziertes Arbeitszeugnis zum Beispiel auch von Ihrem Abteilungsleiter unterschrieben werden. Dann muss seine Position allerdings auch im Zeugnis angegeben werden. Wenn Sie direkt der Geschäftsführung unterstellt waren, muss dagegen der Geschäftsführer unterschreiben.

Arbeits­zeug­nis-Unter­schrift lässt zu wünschen übrig: Klage möglich

Bei Arbeitsrechtsfragen sind wir Ihr Partner!Doch auch zur Form der Unterschrift gibt es ein paar Dinge zu beachten: So muss der Arbeitgeber auf dem Arbeitszeugnis seine übliche Unterschrift verwenden, damit die Echtheit des Dokuments nicht in Frage gestellt werden kann. Eine Arbeitnehmerin war zum Beispiel vor dem Landesarbeitsgericht Hamm erfolgreich: Ihr früherer Arbeitgeber hatte das Zeugnis so krakelig unterschrieben, dass die Unterschrift nicht erkennbar war und auch nicht mit seiner üblichen übereinstimmte. Bei einem weiteren angeforderten Zeugnis unterschrieb er quer zum Text und nach rechts unten abfallend. Das Gericht stimmte der Klägerin zu, dass diese Art der Unterschrift unüblich sei und den Eindruck erwecken könne, der Arbeitgeber sei mit den Leistungen seiner ehemaligen Angestellten nicht zufrieden gewesen. Um ihr ein qualifiziertes Arbeitszeugnis zukommen zu lassen, das keinen Verdacht auf versteckte Mitteilungen erregte,  musste der Arbeitgeber also erneut unterschreiben (AZ 4 Ta 118/16).

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