Das Son­der­kün­di­gungs­recht bei Umzug erlaubt, laufende Verträge außerhalb der üblichen Frist zu kündigen ines­baz­dar, Fotolia

18. Dezember 2017, 11:54 Uhr

Ausnahme bei Orts­wech­sel Son­der­kün­di­gungs­recht bei Umzug: Wofür gilt es?

Das Sonderkündigungsrecht bei Umzug erlaubt es Ihnen oft, laufende Verträge bei verschiedenen Dienstleistern außerhalb üblicher Fristen zu beenden. Das betrifft Telekommunikation, Strom, Versicherungen und mehr.

Ob Umzug oder andere Situationen – immer auf Nummer sicher. >>

Son­der­kün­di­gungs­recht für alte Verträge

Ein neue Straße, eine neue Stadt, eine neue Zukunft – wer umzieht, verbindet damit oft die Hoffnung auf positive Veränderungen. Für manche ist es zugleich eine willkommene Gelegenheit, sich von alten Dingen zu trennen. Das gilt nicht nur für Möbel, sondern auch für einige laufende Verträge, für die ein Sonderkündigungsrecht bei Umzug besteht.

Strom- und Gas­ver­sor­ger wechseln

Haben Sie noch nie den Anbieter für Strom und Gas gewechselt, dann ist für Sie der örtliche Grundversorger zuständig. Die Verträge mit ihm laufen ohne Enddatum und können jederzeit – also auch ohne Umzug – mit einer zweiwöchigen  Frist gekündigt werden. Andere Anbieter als der Grundversorger haben meist befristete Verträge, häufig mit einer Laufzeit von 24 Monaten. Steht darin nichts von einem Sonderkündigungsrecht bei Umzug, ist eine Vertragsauflösung nur möglich, wenn sie künftig außerhalb seines Netzgebiets wohnen. Andernfalls kann der Versorger auf der Vereinbarung bestehen.

Son­der­kün­di­gungs­recht für Inter­net­an­schluss und Fest­netz­te­le­fon

Ein Umzug ist grundsätzlich kein außerordentlicher Grund, um den Internet- oder Festnetzanbieter zu wechseln. Es gibt allerdings eine Ausnahme: Kann der Versorger Ihnen die vereinbarte Leistung in der neuen Wohnung nicht anbieten, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht und dürfen vom Vertrag innerhalb einer dreimonatigen Frist zurücktreten. Verlassen Sie Deutschland, dann besteht in jedem Fall ein Sonderkündigungsrecht bei Umzug. Sie brauchen dann eine entsprechende Meldebescheinigung. Geregelt ist das im Telekommunikationsgesetz (TKG).

Mobil­funk­ver­trag und Kabel­an­schluss

Hier gelten ebenso die Bestimmungen des TKG. Das Problem: Grundsätzlich können Mobilfunkanbieter ihre Dienste auch im Ausland bereitstellen. In solchen Fällen besteht oft, aber nicht immer ein Sonderkündigungsrecht. Unter Umständen sind Sie dann auf die Kulanz Ihres Vertragspartners angewiesen. Beim Kabelanschluss verhält es sich wie bei Internet- und Handyvertrag. Das heißt: Ist eine Leistung Ihres bisherigen Anbieters an Ihrem neuen Wohnort nicht verfügbar, dann haben Sie ein Sonderkündigungsrecht.

Fit­ness­stu­dio und Haus­rat­ver­si­che­rung

Ein Sonderkündigungsgrund für Ihr Fitnessstudio liegt nur dann bei Umzug vor, wenn anschließend die Entfernung dorthin unzumutbar ist. Sind Sie bei einer Kette unter Vertrag und befindet sich künftig wieder eine ihrer Filialen in Ihrer Nähe, haben Sie kein außerordentliches Recht auf eine Kündigung.

Da sich eine Hausratversicherung auf den Inhalt einer Wohnung bezieht, ist sie unabhängig von der Adresse und läuft weiter. Es sei denn, es geht ins Ausland oder zwei Menschen ziehen in einer Wohnung zusammen und teilen sich einen Hausstand. In beiden Fällen besteht ein Sonderkündigungsrecht.

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