Die Gebühren für eine Rücklastschrift dürfen nicht willkürlich hoch sein Drobot Dean, Fotolia

Horrende Gebühren sind rechtswidrig Rücklast­schrift­ge­bühren: Was Unter­nehmen verlangen dürfen

Wenn die Abbuchung fehlschlägt, veran­schlagen insbe­sondere Mobil­funk­be­treiber und Flugge­sell­schaften häufig horrende Rücklast­schrift­ge­bühren, die weit über die tatsäch­lichen Kosten hinaus­gehen. Dieses Vorgehen ist rechts­widrig, wie mehrere Gerichte bestätigt haben.

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Wann entsteht eine Rücklast­schrift?

Die Bank erhält vom Gläubiger, beispiels­weise einem Onlineshop, den Auftrag, den fälligen Betrag von Ihrem Konto einzu­ziehen. Ist dieser Einzug nicht möglich, kommt es zur Lastschrift­rückgabe: Die Gutschrift auf dem Konto des Gläubigers wird rückgängig gemacht, wodurch ihm Kosten von rund 3 Euro entstehen. Wenn die Lastschrift fehlschlägt, liegt es meist an einem der folgenden Gründe: Das Konto ist nicht ausrei­chend gedeckt oder die Konto­ver­bindung wurde falsch angegeben.

Wie hoch dürfen die Rücklast­schrift­ge­bühren sein?

Mehrere Gerichte haben entschieden, dass die Gebühren für eine Rücklast­schrift nur so hoch sein dürfen wie die tatsächlich entstan­denen Kosten. Gebühren von 10 Euro, 15 Euro oder sogar 50 Euro sind rechts­widrig. Das entschieden das Oberlan­des­ge­richt Schleswig-Holstein (AZ 2 U 7/​12), das Landge­richt Hamburg (AZ 312 O 373/​13) und das Landge­richt Dortmund (AZ 8 O 55/​06).

Zusätzlich zu den Rücklast­schrift­ge­bühren darf der Gläubiger Mahnge­bühren veran­schlagen, deren Höhe bei maximal 2,50 Euro liegen darf.

Was ist bei zu hohen Rücklast­schrift­ge­bühren zu tun?

Sollten Sie mit deutlich überzo­genen Forde­rungen konfron­tiert werden, wider­sprechen Sie schriftlich und fordern Sie den Gläubiger auf, die tatsäch­lichen Kosten offen­zu­legen. Sollten die Rücklast­schrift­ge­bühren mittler­weile schon einge­zogen worden sein, fordern Sie den Gläubiger außerdem zur Erstattung auf.

Rechtsschutz

Bleibt die Firma stur, können Sie sich einen Rechts­bei­stand suchen, der Ihnen bei der Durch­setzung Ihrer Rechte hilft. Zusätzlich können Sie den Fall bei der Verbrau­cher­zen­trale melden, die das Unter­nehmen vermutlich abmahnen wird.

Wann müssen Sie die Gebühren nicht zahlen?

Seit Einführung des SEPA-Lastschrift­ver­fahrens müssen die Handels­partner Sie darauf hinweisen, zu welchem Zeitpunkt der Betrag von Ihrem Konto einge­zogen wird. Dieses Vorgehen nennt sich Pre-Notifi­cation und soll Ihnen helfen, die tatsäch­liche Deckung Ihres Kontos zu gewähr­leisten. Haben Sie keine solche Vorwarnung erhalten, müssen Sie auch die Kosten für die Rücklast­schrift nicht übernehmen.

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