Seriöse Spen­den­or­ga­ni­sa­tio­nen kann man zum Beispiel an einem Spen­den­sie­gel erkennen Andrei Korzhyts, Fotolia

15. Dezember 2020, 10:00 Uhr

So geht’s richtig Wohin spenden? Daran erkennst du seriöse Orga­ni­sa­tio­nen

Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit möchten viele Menschen etwas für wohltätige Zwecke tun. Aber wohin spenden? Schließlich soll dein Geld tatsächlich Bedürftigen zugutekommen und nicht in den Taschen fragwürdiger Spendensammler landen. Spendensiegel können hilfreich sein, um seriöse von unseriösen Hilfsorganisationen zu unterscheiden. Es ist aber grundsätzlich eine gute Idee, auch selbst zu recherchieren.

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Mit Siegel: Spenden an seriöse Orga­ni­sa­tio­nen

Spendenaufrufe kommen per Post, per E-Mail und auch über sämtliche Social-Media-Kanäle. Manche Organisationen setzen zudem auf persönlichen Kontakt und schicken Vertreter von Haustür zu Haustür oder mit Sammelbüchsen durch die Innenstädte. Vor allem in der Vorweihnachtszeit und im Zuge humanitärer Katastrophen kann man solchen Spendensammlungen kaum entgehen. Manche schalten sogar Werbung in diversen Medien.

All das ist das gute Recht von seriösen Hilfsorganisationen. Aber nicht alle, die zu milden Gaben aufrufen, sind vertrauenswürdig. Da stellt sich natürlich die Frage, an welche Organisation man mit gutem Gefühl spenden kann? An dieser Stelle wollen Spendensiegel Entscheidungshilfe leisten. Ihr Anspruch: Damit ausgezeichnete Projekte sind geprüft und gehen verantwortungsvoll mit Spenden um.

  • Besonders bekannt ist das Spen­den­sie­gel des Deutschen Zen­tral­in­sti­tuts für soziale Fragen (DZI), das rund 230 hiesige Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen (Stand 2020) tragen. Wollen sie es behalten, müssen sie eine jährliche Über­prü­fung Dabei wird unter­sucht, ob sie trans­pa­rent mit den Spen­den­gel­dern umgehen, gut wirt­schaf­ten und sachliche Werbung für ihr Projekt verwenden. Aller­dings werden beim DZI Orga­ni­sa­tio­nen erst ab einem gewissen Spen­den­vo­lu­men zum Test zuge­las­sen. Deshalb bleiben kleinere Hilfs­pro­jek­te hier außen vor.
  • Der Deutsche Spen­den­rat e.V. vergibt ebenfalls ein eigenes Siegel. Bislang hat er rund 70 Mit­glie­der als seriöse Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen zer­ti­fi­ziert. Sie müssen trans­pa­ren­te Struk­tu­ren haben, ins­be­son­de­re bezüglich ihrer Finanzen. Das lässt der Spen­den­rat von externen Wirt­schafts­prü­fern
  • Die Initia­ti­ve Trans­pa­ren­te Zivil­ge­sell­schaft (ITZ) gibt zehn Regeln für den trans­pa­ren­ten Umgang mit Spenden vor, die über die gesetz­li­chen Vorgaben für Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen hin­aus­ge­hen. Wer das ITZ-Siegel erhalten will, muss sich zu deren Ein­hal­tung ver­pflich­ten und wird in regel­mä­ßi­gen Abständen überprüft. Der Initia­ti­ve haben sich bislang gut 1.400 Orga­ni­sa­tio­nen ange­schlos­sen.

Kein Spen­den­sie­gel? So machst du selbst den Seriö­si­täts-Check

Spendensiegel sind eine gute Orientierungshilfe, um sinnvoll zu spenden. Das heißt aber nicht, dass Hilfsorganisationen ohne Zertifikat grundsätzlich nicht vertrauenswürdig sind. Gerade für kleinere Organisationen ist es mitunter schwierig, ein Siegel zu erhalten. Nicht etwa, weil sie nicht seriös genug arbeiten – sondern weil sich einfach zu klein sind, um die Voraussetzungen zu erfüllen. Zudem kann ein Siegel mit Kosten verbunden sein. Dieses Geld stecken engagierte Hilfsprojekte möglicherweise lieber in die Sache selbst.

Aber es gibt auch schlichtweg unseriöse Spendensammler. Um diese schwarzen Schafe zu erkennen, ist allerdings Eigeninitiative gefragt. Denn es gibt keine schwarze Liste für unseriöse Spendenorganisationen. Deshalb solltest du dich selbst informieren und dabei auf folgende Verdachtsmomente achten.

Unseriöse Hilfsorganisationen ...

  • üben häufig einen gewissen Druck auf Spender aus. In ihren Aufrufen arbeiten sie oft mit scho­ckie­ren­den oder besonders emo­tio­na­len Bildern.
  • verhalten sich auf­dring­lich oder stellen dir ein Ultimatum.
  • infor­mie­ren auf ihren Inter­net­sei­ten nicht trans­pa­rent über ihre Arbeit und antworten nicht umfassend auf Nach­fra­gen.

Sehr aufschlussreich ist in der Regel der Geschäftsbericht. Es ist allerdings mit etwas Aufwand verbunden, den zu beschaffen und zu verstehen. Aber auf Anfrage sollte er dir zugeschickt oder ausgehändigt werden. Seriöse Hilfsorganisationen schlüsseln hier nachvollziehbar auf, wie viel Spendengelder für Verwaltung und Werbung genutzt werden und wie hoch der Anteil für den eigentlichen Zweck ist. Wird dir bei der Frage nach dem Geschäftsbericht ausgewichen, spende lieber anderweitig.

Übrigens kannst du Spenden steuerlich absetzen, wenn sie an eine sogenannte steuerbegünstigte Organisation gehen.

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