Hundebiss: Schmer­zens­geld und weitere Ansprüche. Ein Schild mit dem Aufdruck VRD, Fotolia

8. März 2016, 9:58 Uhr

Ent­schä­di­gung Hundebiss: Schmer­zens­geld und weitere Ansprüche

Nach einem Hundebiss bekommen Opfer häufig Schmerzensgeld zugesprochen. Außerdem besteht unter Umständen Anspruch auf weitere Entschädigungen durch den Hundehalter. Lesen Sie, welche Möglichkeiten Geschädigte nach einem Biss haben.

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Hundebiss: Schmer­zens­geld ist fall­ab­hän­gig

Je nachdem, wie schwer der Biss ist und welche Folgen er nach sich zieht, fällt auch das Schmerzensgeld sehr unterschiedlich aus. Für einen harmlosen Biss, der keine oder nur eine kurze Arbeitsunfähigkeit nach sich zieht und bei dem keine Infektion entsteht, ist der Betrag niedriger als zum Beispiel bei einer dauerhaften Entstellung im Gesicht. Wer das Geld aufbringen muss, ist ebenfalls vom jeweiligen Fall abhängig. In einigen Bundesländern ist eine Hundehaftpflichtversicherung obligatorisch, die in solchen Fällen greift. Andernfalls kommt die Haftpflichtversicherung des Hundehalters für den Schaden auf. Allerdings wird ein solcher Fall nicht automatisch von jeder Versicherung abgedeckt, sodass im schlimmsten Fall der Hundehalter privat haftet.

Weitere Ent­schä­di­gun­gen nach dem Hundebiss

In vielen Fällen erhalten Opfer nach dem Hundebiss nicht nur Schmerzensgeld: Bei längerer Arbeitsunfähigkeit von mehr als sechs Wochen besteht Anspruch auf Ersatz des Entgeltschadens, der durch die Differenz zwischen Entgelt und Krankengeld entsteht. Wer nicht berufstätig ist, kann einen Haushaltsführungsschaden geltend machen. Auch sonstige Schäden, etwa Sachschäden und Behandlungskosten, sind vom Hundehalter auszugleichen. Grundsätzlich sollten Sie auch bei kleineren Bissverletzungen die Polizei verständigen, weil sich oft nicht sofort einschätzen lässt, wie groß der Schaden tatsächlich ist. Außerdem ist ein Besuch bei einem Arzt wichtig, um medizinisch auf der sicheren Seite zu sein und die Schwere der Verletzungen für spätere Schmerzensgeldforderungen dokumentieren zu lassen.

PrivatrechtsschutzMit­ver­schul­den möglich

Unter Umständen kann Ihnen allerdings ein Mitverschulden vorgeworfen werden, sodass Sie für den Hundebiss weniger Schmerzensgeld erhalten. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie ein Grundstück betreten, obwohl dort ausdrücklich durch ein Schild vor einem bissigen Hund gewarnt wird, und Sie auch am Gartentor klingeln könnten. Gibt es jedoch nur die Möglichkeit, direkt am Haus zu klingeln, kann sich der Hundehalter trotz Warnschild nicht komplett von der Haftung freimachen – so hat es das Oberlandesgericht Stuttgart entschieden (AZ 1U 38/10). Wenn Sie selbst einen fremden Hund angegriffen haben, um zum Beispiel Ihren eigenen Hund vor Bissen zu schützen, ist ein Mitverschulden ebenfalls möglich.

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