Dachlawine: Haftet der Hausbesitzer für Schäden? An einer Dachkante hängen Schnee und Eiszapfen herunter. oldmn, Fotolia

Gefahr im Winter Dachlawine: Haftet der Hausbe­sitzer für Schäden?

Mit einer Dachlawine ist nicht zu spaßen. Je nach Größe ist sie sehr schwer und verur­sacht große Schäden. Da wird schnell der Ruf nach dem Hausbe­sitzer laut. Doch der haftet nur, wenn er seine Verkehrs­si­che­rungs­pflicht verletzt hat.

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Verkehrs­si­che­rungs­pflicht des Vermieters bei Schnee

Ob diese Pflicht verletzt wurde, hängt von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel davon, wo das Haus steht. Warum? Weil die Verkehrs­si­che­rungs­pflicht an bestimmte Umstände gebunden ist. Zum Beispiel an die Sicher­heits­er­war­tungen vor Ort. Schneit es im Flachland eher selten, dann ist dort das Risiko für eine Dachlawine so klein, dass damit kaum zu rechnen ist. Ganz anders sieht das in einer Bergregion aus. Neben der anzuneh­menden Schnee­häu­figkeit spielen auch folgende Faktoren eine wichtige Rolle: die Archi­tektur des Hauses (Dachneigung), die Art des gefähr­deten Verkehrs, die tatsächlich gefallene Schnee­menge sowie die ortsüb­lichen Sicher­heits­vor­keh­rungen. Zu Letzterem zählen beispiels­weise Schnee­fang­gitter auf dem Dach.

Die recht­liche Situation ist also kompli­ziert und von Fall zu Fall verschieden. Das zeigt sich auch an unter­schied­lichen Urteilen zur Verletzung der Verkehrs­si­che­rungs­pflicht.

RechtsschutzUrteile zum Thema Dachlawine

In einem Fall war ein Auto durch eine Dachlawine beschädigt worden. Dessen Besit­zerin verlangte von dem betref­fenden Hausbe­sitzer Schadens­ersatz, weil dieser seiner Verkehrs­si­che­rungs­pflicht nicht nachge­kommen sei. Das Oberlan­des­ge­richt Hamm sah das anders. Und zwar aus mehreren Gründen. So habe sich die Dachlawine in einem schnee­armen Gebiet und deshalb unerwartet ereignet. Daher sei auch ein Schnee­gitter nicht erfor­derlich gewesen, zumal auch alle Häuser in der Umgebung nicht speziell gesichert seien. Das Dach habe eine geringere Neigung als 45 Grad und sei somit nicht anfällig für eine Dachlawine. Der Hausbe­sitzer habe weder das Dach vom Schnee räumen noch Warnschilder aufstellen müssen. Die Klage wurde damit abgewiesen (AZ I 9 U 119/​12).

Zu einem anderen Urteil gelangte das Landge­richt Magdeburg in einem ähnlichen Fall. Auch hier ging in einem schnee­armen Gebiet eine Dachlawine ab. Die Richter kamen aller­dings zu dem Urteil, dass die Hausbe­sit­zerin ihrer Verkehrs­si­che­rungs­pflicht nicht Genüge getan habe. Die Begründung: Sie habe alle Vorkeh­rungen treffen müssen, um eine Dachlawine zu verhindern. Da Schnee­gitter in der Region unüblich seien, hätte die Hausbe­sit­zerin wenigstens vor den Schnee­massen auf ihrem Dach warnen müssen, damit sich Straßen­be­nutzer darauf hätten einstellen können. Aber auch der klagende Autohalter bekam eine Mitschuld, weil ihm als gegenüber wohnender Nachbar die anhaltend schnee­reiche Wetterlage bekannt gewesen sein müsste. Er hätte sein Fahrzeug also auch an einer ungefähr­li­cheren Stelle parken können. Am Ende mussten sich Kläger und Beklagte die Schadens­summe teilen (AZ 5 O 833/​10).

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