Buch­preis­bin­dung bei eBooks: Bedeutung für Ver­brau­cher. Eine Frau sitzt am Meer und hält einen eBook-Reader in der Hand. Chic­coDo­diFC, Fotolia

19. Oktober 2016, 8:16 Uhr

Elek­tro­ni­sche Bücher Buch­preis­bin­dung bei eBooks: Bedeutung für Ver­brau­cher

Die Buchpreisbindung gilt auch für eBooks – seit dem 1. September 2016 ist eine Gesetzesänderung in Kraft, die die elektronischen Erzeugnisse ihren gedruckten Pendants gleichsetzt. Doch was bedeutet das für die Käufer?

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Hin­ter­grund der Buch­preis­bin­dung

Das Buchpreisbindungsgesetz (BuchPrG) verpflichtet Verlage dazu, für neue Bücher verbindliche Ladenpreise festzulegen. Dadurch muss ein Kunde überall denselben Preis für ein Buch zahlen, egal ob er es online bestellt oder in einer großen oder kleinen Buchhandlung kauft. Das soll dazu dienen, eine lebendige Literaturlandschaft zu erhalten: Kleine Buchhandlungen und unabhängige Verlage sollen dieselben Chancen erhalten wie große Ketten und Konzerne. Dabei ist es den Verlagen freigestellt, unterschiedliche Ausgaben wie Hardcover, Taschenbücher und eBooks mit unterschiedlichen Preisen zu versehen. Der Kunde kann also zum Beispiel oft die elektronische Ausgabe zu einem günstigeren Preis beziehen als die Hardcover-Version. Gebrauchte Bücher sind von der Preisbindung ausgenommen.

Wird die Preisbindung von einem Händler nicht beachtet, muss er damit rechnen, dass Schadenersatzansprüche gegen ihn geltend gemacht werden. Unter Umständen kommt es auch zu einer Liefersperre.

RechtsschutzAusnahmen von der Buch­preis­bin­dung für eBooks

Seit der Gesetzesänderung legt § 2 BuchPrG fest, dass die Preisbindung auch für Produkte gilt, die Bücher "reproduzieren oder substituieren" – also auch für eBooks. Diese dürfen demnach überall nur zu dem Preis angeboten werden, den der Verlag dafür festgesetzt hat. Ein aktueller Bestsellerroman darf also als eBook nicht von einem einzelnen Händler zu einem günstigeren Aktionspreis angeboten werden, um Kunden zu locken.

Allerdings haben Verlage und Händler zum Teil die Möglichkeit, die Buchpreisbindung für eBooks zu umgehen, da es einige Ausnahmen gibt. So gilt die Preisbindung zum Beispiel nicht für fremdsprachige eBooks oder für einzelne Kapitel und Ausschnitte. Auch Texte, die keine Buchform aufweisen, also etwa kein Cover und kein Inhaltsverzeichnis haben, unterliegen nicht der Buchpreisbindung für eBooks. Dasselbe gilt für Texte, die in wissenschaftlichen Datenbanken zugänglich gemacht werden. Auch über Flatrate-Modelle, bei denen die elektronischen Bücher nur verliehen werden, wird die Preisbindung mehr oder weniger umgangen.

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