Die Übergabe sollte nicht an unge­wöhn­li­chen Orten statt­fin­den rh2010, Fotolia

24. April 2017, 11:16 Uhr

Tricks durch­schau­en Auto online kaufen: Tipps zum Schutz vor Betrug

Wer ein Auto online kaufen möchte, hofft oft auf ein günstiges Schnäppchen. Das machen sich immer wieder Betrüger zunutze, die mit verschiedenen Tricks versuchen, potenzielle Käufer über den Tisch zu ziehen. Wenn Sie diese Hinweise beachten, können Sie sich vor Betrug schützen.

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Auto online kaufen: Ist der Verkäufer zum Verkauf berech­tigt?

In manchen Fällen versuchen Betrüger, sich als Zwischenhändler auszugeben, die im Auftrag eines privaten Verkäufers handeln. Kaufinteressenten sollten in solchen Fällen besonders vorsichtig sein und überprüfen, ob der Verkäufer tatsächlich berechtigt ist, den Wagen zu verkaufen. Das verdeutlicht ein Fall, der vor dem Oberlandesgericht Hamm verhandelt wurde (AZ 5 U 110/15): Ein privater Verkäufer hatte sein Fahrzeug online verkauft, der Käufer war allerdings ein Betrüger und hatte unter einem falschen Namen einen gefälschten Überweisungsauftrag vorgelegt. Der Verkäufer erhielt sein Geld nicht und der vermeintliche Käufer verkaufte das Auto seinerseits an einen Privatkäufer. Das Gericht entschied, dass der ursprüngliche Besitzer das Eigentum an seinem Fahrzeug durch den Betrug nicht verloren habe. Er habe ein Geschäft mit der Person abschließen wollen, deren Namen der Betrüger verwendet hatte. Diese habe aber nichts davon gewusst, weshalb das Geschäft nicht wirksam sei.

Der spätere Käufer hätte nach Auffassung der Richter bemerken müssen, dass der Betrüger nicht als Fahrzeughalter in den Papieren eingetragen war. Er hätte deshalb weitere Nachforschungen anstellen müssen, um zu ermitteln, ob bei dem Verkauf alles mit rechten Dingen zuging.

Rechtsschutz

Betrug mit gefälsch­ten Fahr­zeug­pa­pie­ren

Wer ein Auto online kaufen möchte, kann auch an Betrüger geraten, die gestohlene Fahrzeuge mit gefälschten Papieren anbieten. Hier sind es vor allem die Umstände der Kaufabwicklung, die Käufer stutzig machen sollten: Die Übergabe findet an ungewöhnlichen Orten wie Parkplätzen oder Rasthöfen statt, die keine Rückschlüsse auf den Wohnsitz des Verkäufers ermöglichen. Zudem wird auf Barzahlung bestanden. Die gefälschten Papiere sind häufig schwer als solche zu erkennen. Grundsätzlich sollten Sie bei schlecht leserlichen oder verwaschenen Dokumenten vorsichtig sein. Achten Sie vor allem auf unterschiedliche Schriftarten und -farben im Dokument.

Beim Gebrauchtwagenkauf sind online zwar Schnäppchen möglich, Käufer sollten darüber aber nicht vergessen, die Kaufumstände sorgfältig zu prüfen.  Natürlich gibt es auch im Internet etablierte Händler und vertrauenswürdige Privatanbieter, bei denen kein Betrug zu befürchten ist.

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