Hand­des­in­fek­ti­on Robert Przybysz, Fotolia

4. Mai 2016, 9:52 Uhr

Hand­des­in­fek­ti­on Wo ist Hän­de­hy­gie­ne Pflicht? Richt­li­ni­en und Rechts­la­ge

Händehygiene ist in allen Bereichen von großer Bedeutung, in denen viele Menschen zusammenkommen. Ganz besonders wichtig ist sie zum Beispiel in Krankenhäusern und in der Gastronomie. Deshalb hat das Robert-Koch-Institut (RKI) Richtlinien formuliert, an denen Angestellte sich orientieren können, damit kein Hygienemangel vorliegt. Am 5. Mai, dem Tag der Händehygiene, will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) alljährlich besondere Aufmerksamkeit auf dieses Thema lenken.

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Hän­de­hy­gie­ne: Bedeutung für ver­schie­de­ne Berufs­grup­pen

In einigen Berufen spielt Händehygiene eine besonders große Rolle. Das gilt zum Beispiel für medizinische Berufe wie Ärzte, Kranken- und Altenpfleger und für Personen, die mit Lebensmitteln zu tun haben, also in der Gastronomie oder Lebensmittelproduktion. Hier gibt es in der Regel exakte Richtlinien, die bei der Händehygiene beachtet werden sollen. Über das reguläre Händewaschen hinaus ist hier auch eine Desinfektion der Hände nötig sowie eine regelmäßige Pflege, da kleine Risse in der Haut Infektionen begünstigen.  Grundsätzlich sollten Sie aber in allen Bereichen auf eine ausreichende Hygiene der Hände achten, um auf der sicheren Seite zu sein.

RKI-Richt­li­ni­en für Kran­ken­häu­ser

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat Richtlinien herausgegeben, die in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen zu beachten sind. Das betrifft zum Beispiel die Art und Ausstattung der Waschbecken und Seifen- beziehungsweise Desinfektionsmittelspender. Die RKI-Richtlinien umfassen aber auch Vorgaben zu den Situationen, in denen die Hände zu waschen oder zu desinfizieren sind.

RechtsschutzHygie­neman­gel als Behand­lungs­feh­ler?

Hygienemangel kann einen Behandlungsfehler darstellen. Vor dem Oberlandesgericht Hamm wurde beispielsweise der Fall einer Patientin verhandelt, die gegen einen Krankenpfleger geklagt hatte. Dieser hatte bei ihr einen Abszess behandelt, nachdem er mit seinen Handschuhen eine Türklinke angefasst hatte. Weil später eine Entzündung bei der Patientin festgestellt wurde, sah sie einen groben Behandlungsfehler gegeben. Das Gericht erkannte zwar den Hygienemangel an, bewertete ihn aber lediglich als einfachen Behandlungsfehler (AZ I-3 U 28/15). Bei einem groben Fehler wäre es zu einer Beweislastumkehr gekommen, sodass das Krankenhaus in der Pflicht gewesen wäre, zu beweisen, dass die Entzündung nicht auf einen Fehler zurückzuführen sei. Die Entscheidung des Gerichts gründete sich darauf, dass das Risiko gravierender Folgen in dieser Situation nicht so hoch gewesen sei.

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