Arbeit­ge­ber muss zustimmen Godfer, Fotolia

27. November 2014, 13:46 Uhr

Arbeit­ge­ber muss zustimmen Heim­ar­beit: Wis­sens­wer­tes zur Rechts­la­ge im Home­of­fice

Im Homeoffice zu arbeiten, spart vielen Arbeitnehmern Nerven und Zeit: Die Arbeitszeiten können bei der Heimarbeit flexibel eingeteilt, Job und Familie leichter unter einen Hut gebracht werden. Rund zwölf Prozent der deutschen Erwerbstätigen arbeiten teilweise oder sogar komplett von zu Hause, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung aufgezeigt hat. Arbeiten im Homeoffice verspricht viele Freiheiten – es gibt jedoch ein paar rechtliche Besonderheiten und Regeln, die Sie zu dem Thema kennen sollten.

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Recht auf Heim­ar­beit?

Ein gesetzlicher Anspruch auf Arbeit im Homeoffice besteht in Deutschland nicht. Unter Umständen kann sich ein Recht auf Heimarbeit jedoch aus dem Arbeitsvertrag oder einer Betriebsvereinbarung ergeben. Meist besteht in solchen Regelungen zumindest die Option von zu Hause aus zu arbeiten – der Arbeitgeber muss im konkreten Fall immer zustimmen. Ein Anspruch auf Gleichbehandlung existiert übrigens nicht. Sprich: Ist es einem Kollegen gestattet, im Homeoffice zu arbeiten, ist es deshalb nicht automatisch für alle anderen Mitarbeiter auch erlaubt. Genehmigt der Chef die Heimarbeit, sollten alle wichtigen Fragen in einer Homeoffice-Vereinbarung oder arbeitsvertraglich geregelt werden. Beide Seiten sollten dabei schriftlich festhalten, welche Aufgaben von zu Hause zu erledigen sind, wann der Arbeitnehmer etwa zu Meetings in die Firma kommen soll und in welchem Stundenumfang er von zu Hause arbeitet, damit es nicht zu unnötigen Streitigkeiten kommt.

Wer kommt für die Kosten im Home­of­fice aus?

Möchten Sie die Möglichkeit nutzen, vom heimischen Schreibtisch aus zu arbeiten, sollten Sie das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber suchen, um über die Ausstattung des Heimarbeitsplatzes zu sprechen. Die Frage ist, ob Sie Ihren eigenen Schreibtisch, PC und Telefon im Homeoffice nutzen oder ob Ihre Firma die Ausstattung stellt. Der Mitarbeiter ist selbst verantwortlich, dafür Sorge zu tragen, dass er sich einen sicheren Arbeitsplatz nach geltendem Arbeitsschutz- und Datenschutzbestimmungen einrichtet. Der Chef hat hier nur wenig bis gar keine Einflussmöglichkeiten. Arbeiten Sie mit Ihrem persönlichen Equipment, kann sich Ihr Chef jedoch gegebenenfalls an den entstandenen Kosten beteiligen – dazu zählen zum Beispiel auch Kosten für Strom, Miete und Heizung. In der Regel wird dem Arbeitnehmer eine monatliche Pauschale gezahlt, um die Kosten im Homeoffice abzudecken. Wird das Modell Homeoffice allein auf den Wunsch des Angestellten hin umgesetzt, kann er nicht verlangen, dass sein Arbeitgeber ihn technisch ausstattet.

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Ereignet sich während der Heimarbeit ein Unfall, wie etwa, dass der Mitarbeiter auf dem Weg zur Toilette ausrutscht, dann kommt die Unfallversicherung des Arbeitgebers dafür auf. Besprechen Sie im Vorfeld von geplanter Heimarbeit möglichst alle Details mit Ihrem Chef – so sind beide Parteien auf der sicheren Seite.

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