{"id":8984,"date":"2023-08-18T10:43:25","date_gmt":"2023-08-18T08:43:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/arbeit-und-karriere\/firmenhandy-privat-nutzen-erlaubt-oder-nicht\/"},"modified":"2023-08-18T10:44:49","modified_gmt":"2023-08-18T08:44:49","slug":"firmenhandy-privat-nutzen-erlaubt-oder-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/arbeit-und-karriere\/firmenhandy-privat-nutzen-erlaubt-oder-nicht\/","title":{"rendered":"Dienst\u00adhan\u00addy privat nutzen: Das solltest du beachten"},"content":{"rendered":"\n<p>Wenn dein Arbeitgeber dir ein Firmenhandy stellt, legt er meist gleich fest, ob du dieses auch privat nutzen darfst oder nicht. Unbefugte Privatnutzung eines Diensthandys kann schwere arbeitsrechtliche Konsequenzen haben bis hin zur K\u00fcndigung. Aber auch im Hinblick auf den Datenschutz ist eine klare Regelung wichtig. Hier liest du mehr dazu.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/berufsrechtsschutz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Du bef\u00fcrchtest eine fristlose K\u00fcndigung? Mit dem Berufs-Rechtsschutz bist du auf der sicheren Seite. &gt;&gt;<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wann du das Dienst\u00adhan\u00addy privat nutzen darfst<\/h2>\n\n\n\n<p>Du darfst dein Diensthandy nur dann privat nutzen, <strong>wenn der Arbeitgeber dies ausdr\u00fccklich genehmigt hat.<\/strong> Entsprechende Konditionen f\u00fcr die private Nutzung des Firmenhandys sollten dann im Arbeitsvertrag oder einer Betriebsvereinbarung festgelegt werden \u2013 dazu z\u00e4hlen beispielsweise:<\/p>\n\n\n\n<ul>\n<li>Ein Verbot f\u00fcr bestimmte Apps, falls diese nicht genutzt werden sollen<\/li>\n\n\n\n<li>Ein Hinweis, dass das Handy nicht mit \u00f6ffent\u00adli\u00adchen Netz\u00adwer\u00adken verbunden sein&nbsp;darf<\/li>\n\n\n\n<li>Infor\u00adma\u00adtio\u00adnen zur Nutzung des Ger\u00e4ts im Ausland, da dort h\u00f6here Kosten anfallen k\u00f6nnen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/info\/arbeit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"190\" src=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/201019_Advocard_Teaser_Arbeit.jpg\" alt=\"Alle Informationen zur Arbeitsrechtsschutz von ADVOCARD\" class=\"wp-image-21290\"><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Zwar <strong>dulden einige Unternehmen die private Nutzung stillschweigend \u2013<\/strong> darauf solltest du dich aber nicht einfach verlassen und im Zweifelsfall lieber bei deinem Arbeitgeber nachfragen. Ansonsten riskierst du eine Abmahnung und im Extremfall sogar eine K\u00fcndigung.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Landesarbeitsgericht Hessen hat in einem solchen Fall die <a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/arbeit-und-karriere\/fristlose-kuendigung-diese-gruende-berechtigen\/\">fristlose K\u00fcndigung<\/a> eines Mitarbeiters f\u00fcr rechtens befunden (AZ 17 Sa 153\/11). Der Mann hatte mit seinem Diensthandy <strong>privat im Urlaub telefoniert<\/strong> und damit Kosten in H\u00f6he von mehr als 500 Euro verursacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Gut zu wissen: Sauber <strong>zwischen privater und dienstlicher Nutzung des Handys zu trennen,<\/strong> gelingt \u00fcbrigens mit dem sogenannten Twin-Bill-Verfahren: Hier kannst du selbst vor jedem Anruf einstellen, ob er privat oder dienstlich abgerechnet werden soll.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"fazitbox\">\n<div class=\"fazitbox-titel\">INFO<\/div>\n\n<h2>Das eigene Handy als Dienst\u00adhan\u00addy nutzen, muss ich&nbsp;das?<\/h2>\n<p> Grunds\u00e4tzlich musst du dein privates Handy nicht f\u00fcr die Arbeit nutzen. Denn Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, ihren Besch\u00e4ftigten alle Betriebsmittel zur Verf\u00fcgung zu stellen, die sie ben\u00f6tigen, um ihre Arbeit ordnungsgem\u00e4\u00df auszuf\u00fchren. Dazu z\u00e4hlen auch Diensthandys.\nEine Ausnahme gibt es aber: Arbeitgeber k\u00f6nnen im Arbeitsvertrag oder der Betriebsvereinbarung die dienstliche Nutzung der privaten mobilen Endger\u00e4te erlauben oder sogar verpflichten. Das bedeutet allerdings nicht, dass Mitarbeitende au\u00dferhalb ihrer <a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/arbeit-und-karriere\/hoechstarbeitszeit-wie-viele-stunden-erlaubt-das-arbeitszeitgesetz\/\">vereinbarten Arbeitszeiten<\/a> immer erreichbar sein m\u00fcssen.\n<\/p>\n\n<\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fir\u00admen\u00adhan\u00addys privat nutzen: Daten\u00adschutz und&nbsp;DSGVO<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Arbeitgeber stellt dir das Firmenhandy zur Verf\u00fcgung \u2013 darf er also auch wissen, welche Gespr\u00e4che du damit f\u00fchrst? Ist es ein <strong>reines Diensthandy,<\/strong> dann hat der Arbeitgeber tats\u00e4chlich das <strong>Recht, Verbindungsnachweise zu \u00fcberpr\u00fcfen<\/strong> und bei einem Smartphone auch zu kontrollieren, welche Webseiten damit aufgerufen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn die <strong>private Nutzung ausdr\u00fccklich erlaubt<\/strong> ist, greift das Fernmeldegeheimnis: Dein Chef darf dann zum <a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/internet-und-konsum\/internetrecht\/datenschutz-fuer-privatpersonen\/\">Schutz deiner personenbezogenen Daten<\/a> Anruflisten oder den Nachrichtenverlauf deiner Messenger-Dienste nicht einfach \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hat das Unternehmen allerdings <strong>bestimmte Konditionen f\u00fcr die private Nutzung<\/strong> des Firmenhandys festgelegt, darf \u00fcberpr\u00fcft werden, ob diese auch eingehalten werden. Die Nutzung gewisser Apps darf dann weiterhin vom Arbeitgeber verboten werden, wenn deren Datenspeicherung <strong>nicht EU-rechtlich konform<\/strong> ist \u2013 also nicht den Regelungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) entsprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Heimlich mith\u00f6ren oder gar Gespr\u00e4che mitschneiden d\u00fcrfen Arbeitgeber in keinem Fall. Hier sch\u00fctzt dich das <strong>Recht auf informationelle Selbstbestimmung.<\/strong> Dar\u00fcber hinaus ist es Firmen <a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/info\/arbeit\/\">arbeitsrechtlich<\/a> nur mit vorheriger Zustimmung gestattet, Mitarbeitende anhand ihrer Standortdaten \u00fcber das Handy zu orten, wenn sie unterwegs sind.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"472\" src=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Streitlotse-Diensthandy-privat-nutzen-PeopleImages-1024x472.jpg\" alt class=\"wp-image-24822\" srcset=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Streitlotse-Diensthandy-privat-nutzen-PeopleImages-1024x472.jpg 1024w, https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Streitlotse-Diensthandy-privat-nutzen-PeopleImages-300x138.jpg 300w, https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Streitlotse-Diensthandy-privat-nutzen-PeopleImages-768x354.jpg 768w, https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Streitlotse-Diensthandy-privat-nutzen-PeopleImages.jpg 1140w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\"><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9 iStock.com\/PeopleImages<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Dienst\u00adhan\u00addy ist Eigentum der&nbsp;Firma<\/h2>\n\n\n\n<p>Auch wenn du das Firmenhandy privat nutzen darfst, bleibt das Ger\u00e4t Eigentum des Arbeitgebers \u2013 genauso wie die \u00fcbrige B\u00fcroausstattung. Ist die <strong>private Nutzung ausdr\u00fccklich verboten,<\/strong> dann darf der Arbeitgeber das Diensthandy jederzeit zur\u00fcckverlangen, auch dann, wenn du weiterhin bei der Firma besch\u00e4ftigt bist. Hat er die <strong>private Nutzung des Ger\u00e4ts erlaubt, <\/strong>musst du es erst zur\u00fcckgeben, wenn du vorher Gelegenheit hattest, deine privaten Daten zu l\u00f6schen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">So sieht es steu\u00ader\u00adlich in Sachen Dienst\u00adhan\u00addy&nbsp;aus<\/h2>\n\n\n\n<p>Nutzt du dein privates Handy f\u00fcr die Arbeit, kannst du die Kosten in der Steuererkl\u00e4rung angeben und somit absetzen. Voraussetzung daf\u00fcr ist ein <strong>Nachweis vom Arbeitgeber,<\/strong> dass das Ger\u00e4t zu dienstlichen Zwecken verwendet wurde. Ein Diensthandy musst du allerdings nicht in der Steuererkl\u00e4rung angeben \u2013 auch nicht, wenn du das Ger\u00e4t privat nutzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Stellt der Arbeitgeber seinen Mitarbeitenden Diensthandys zur Verf\u00fcgung, entsteht daraus f\u00fcr ihn <strong>kein geldwerter Vorteil.<\/strong> Das bedeutet: Wird das <strong>Firmenhandy ausschlie\u00dflich f\u00fcr die Arbeit genutzt, ist das Ger\u00e4t f\u00fcr das Unternehmen steuerfrei.<\/strong> Das gilt auch, wenn das private Handy zuvor f\u00fcr einen geringen Betrag an den Arbeitgeber verkauft wurde und nun als Diensthandy genutzt wird \u2013 so urteilte das Finanzgericht M\u00fcnchen (AZ 8K 2656\/19). Der Bundesfinanzhof (BFH) hat diese Auffassung im Rahmen einer Revisionsverhandlung best\u00e4tigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn dein Arbeitgeber dir ein Firmenhandy stellt, legt er meist gleich fest, ob du dieses auch privat nutzen darfst oder nicht. Unbefugte Privatnutzung eines Diensthandys kann schwere arbeitsrechtliche Konsequenzen haben bis hin zur K\u00fcndigung. Aber auch im Hinblick auf den Datenschutz ist eine klare Regelung wichtig. Hier liest du mehr dazu. Du bef\u00fcrchtest eine fristlose [\u2026]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[3,13],"tags":[167,139,165,166,135,159,163,160,161,141,154,162,168,164],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8984"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8984"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8984\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24839,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8984\/revisions\/24839"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8984"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8984"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8984"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}