{"id":21525,"date":"2021-01-18T12:32:36","date_gmt":"2021-01-18T11:32:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/?p=21525"},"modified":"2021-01-18T12:32:36","modified_gmt":"2021-01-18T11:32:36","slug":"strafbare-fotos-upskirting-downblousing-und-unfalltote","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/internet-und-konsum\/strafbare-fotos-upskirting-downblousing-und-unfalltote\/","title":{"rendered":"Strafbare Fotos: Ups\u00adkir\u00adting, Down\u00adblou\u00adsing und Unfalltote"},"content":{"rendered":"<p>Smartphones mit eingebauten Kameras erlauben es praktisch in jeder Situation, unauff\u00e4llig Fotos oder Videos zu machen. Das geschieht deshalb oft ohne Wissen und Zustimmung der abgelichteten Menschen. Sie will die Bundesregierung mit einer Anpassung des Strafgesetzbuches besser vor Verletzungen ihrer Intimsph\u00e4re sch\u00fctzen. Demnach begeht nun eine Straftat, wer zum Beispiel heimlich Frauen in den Ausschnitt (\u201cDownblousing\u201d) beziehungsweise unter den Rock (\u201cUpskirting\u201d) fotografiert. Das gilt au\u00dferdem f\u00fcr Gaffer, die Aufnahmen von Unfalltoten machen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/360-grad\/\">Wir sch\u00fctzen dich in jeder Lebenslage &gt;&gt;<\/a><\/p>\n<h2>Das Recht am eigenen Bild st\u00e4rken<a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/info\/privat\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-21284 size-full\" src=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/201019_Advocard_Teaser_Absicherung.jpg\" alt width=\"300\" height=\"190\"><\/a><\/h2>\n<p>Jeder Mensch besitzt das <a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/internet-und-konsum\/recht-am-eigenen-bild-fotos-auf-facebook-instagram-und-co\/\">Recht am eigenen Bild<\/a>. Daf\u00fcr sorgen \u00a7\u00a7 22 bis 24 des Kunsturheberrechtsgesetzes (KunstUrhG oder KUG). Demnach sind nur Aufnahmen gestattet, <strong>wenn die darauf abgebildeten Personen ihre Zustimmung dazu geben<\/strong>. Wichtig ist dabei, ob sie auf den Bildern zu erkennen sind.<\/p>\n<p>Doch es gibt auch Fotos und Videos, die keinen direkten R\u00fcckschluss auf die Identit\u00e4t erlauben und dennoch die Intimsph\u00e4re der fotografierten Person verletzen. Beispielsweise Nahaufnahmen, die <strong>Voyeure mit Smartphone-Kameras<\/strong> unbemerkt und quasi im Vorbeigehen machen. Dazu z\u00e4hlen sogenannte Upskirting-Fotos. Hier fotografieren die T\u00e4ter Frauen heimlich unter den Rock, zum Beispiel auf einer Rolltreppe. Bisher kamen erwischte Spanner glimpflich davon. Das soll sich nun mit den versch\u00e4rften Regeln \u00e4ndern.<\/p>\n<h2>Down\u00adblou\u00adsing- und Ups\u00adkir\u00adting-Fotos sind strafbar<\/h2>\n<p>Mit den neuen Bestimmungen gelten Anfertigung und Verbreitung von voyeuristischen Downblousing- oder Upskirting-Fotos als eigenst\u00e4ndige Strafbest\u00e4nde. Wer sich dessen schuldig macht, muss mit <strong>Geldstrafe oder bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe<\/strong> rechnen. Geregelt ist das in \u00a7 201a Strafgesetzbuch (StGB). Bislang wurden Fotos unter R\u00f6cke und \u00e4hnliche intime, heimlich gemachte Aufnahmen meist lediglich als Ordnungswidrigkeit behandelt und mit geringen Geldbu\u00dfen geahndet.<\/p>\n<p>Das seit Anfang 2021 geltende sogenannte Upskirting-Gesetz gilt f\u00fcr alle Menschen, die sich dem weiblichen Geschlecht zuordnen. Auch Transgender k\u00f6nnen sich damit gegen unbefugte Aufnahmen zur Wehr setzen. In jedem Fall m\u00fcssen Betroffene daf\u00fcr laut \u00a7 205 StGB einen Antrag auf Verfolgung der Tat stellen. Das hei\u00dft, dass sie <strong>eine Anzeige bei der Polizei machen<\/strong>.<\/p>\n<h2>Per\u00ads\u00f6n\u00adlich\u00adkeits\u00adschutz auch f\u00fcr&nbsp;Tote<\/h2>\n<p>Die Neufassung von \u00a7 201a StGB kommt allerdings nicht nur einem Upskirting-Verbot gleich. Denn sie schlie\u00dft eine weitere Strafbarkeitsl\u00fccke: den Pers\u00f6nlichkeitsschutz f\u00fcr tote Unfallopfer. In seiner vorherigen Fassung betraf das Gesetz lediglich lebende Menschen, deren Pers\u00f6nlichkeitsrechte durch Bild- und Videoaufnahmen verletzt worden waren.<\/p>\n<p>Nun riskieren Schaulustige auch dann Geld- und Freiheitsstrafen (bis zu zwei Jahre), wenn sie \u201cin grob anst\u00f6\u00dfiger Weise eine verstorbene Person zur Schau\u201d stellen. <strong>Damit ist die Anfertigung und Verbreitung von Bildern mit verstorbenen Unfallopfern ebenfalls verboten<\/strong>. F\u00fcr die Strafverfolgung m\u00fcssen die Hinterbliebenen des Opfers Anzeige erstatten.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Auch ohne dabei Fotos zu machen, steht <a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/verkehr-und-mobilitaet\/gaffen-und-unterlassene-hilfeleistung-diese-strafen-drohen\/\">Gaffen<\/a> unter Strafe. Und zwar dann, wenn Schaulustige die Rettungsma\u00dfnahmen am Unfallort behindern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Smartphones mit eingebauten Kameras erlauben es praktisch in jeder Situation, unauff\u00e4llig Fotos oder Videos zu machen. Das geschieht deshalb oft ohne Wissen und Zustimmung der abgelichteten Menschen. Sie will die Bundesregierung mit einer Anpassung des Strafgesetzbuches besser vor Verletzungen ihrer Intimsph\u00e4re sch\u00fctzen. Demnach begeht nun eine Straftat, wer zum Beispiel heimlich Frauen in den Ausschnitt [\u2026]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[29,7],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21525"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21525"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21525\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21532,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21525\/revisions\/21532"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21525"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21525"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21525"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}