{"id":20472,"date":"2020-01-22T09:52:01","date_gmt":"2020-01-22T08:52:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/arbeit-und-karriere\/arbeitsvertrag\/betriebsgeheimnis-dazu-muessen-arbeitnehmer-schweigen\/"},"modified":"2020-01-22T12:28:08","modified_gmt":"2020-01-22T11:28:08","slug":"betriebsgeheimnis-dazu-muessen-arbeitnehmer-schweigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/arbeit-und-karriere\/arbeitsvertrag\/betriebsgeheimnis-dazu-muessen-arbeitnehmer-schweigen\/","title":{"rendered":"Betriebs\u00adge\u00adheim\u00adnis: Dazu m\u00fcssen Arbeit\u00adneh\u00admer schweigen"},"content":{"rendered":"<p>Der Job bestimmt den Gro\u00dfteil unseres Alltags. Verst\u00e4ndlich, dass man sich dar\u00fcber mit dem Partner oder guten Freunden austauscht. Betriebsgeheimnisse darfst du dabei allerdings nicht ausplaudern. Dazu muss man allerdings erst einmal wissen, was geheim ist und was nicht.<\/p>\n<p><a title=\"Berufs-Rechtsschutz von ADVOCARD\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/berufsrechtsschutz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Was ist im Job erlaubt, was nicht? Wir helfen bei \u00c4rger mit dem Arbeitgeber. &gt;&gt;<\/a><\/p>\n<h2>Was genau&nbsp;ist ein Betriebsgeheimnis?<\/h2>\n<p>Im Allgemeinen sind hiermit <strong>sensible und vertrauliche Daten<\/strong> aus einem Unternehmen zu verstehen.<\/p>\n<p>Bis vor Kurzem wurde grunds\u00e4tzlich zwischen <strong>Betriebsgeheimnissen <\/strong>und <strong>Gesch\u00e4ftsgeheimnissen <\/strong>unterschieden. Betriebsgeheimnisse waren danach etwa <strong>technische Daten<\/strong>, Erfindungen, bestimmte Verfahrensmethode oder Produktionsunterlagen. Auch Rezepturen, etwa von Getr\u00e4nken, gelten als Betriebsgeheimnis. Das Gesch\u00e4ftsgeheimnis wiederum umfasst Daten oder Dokumente aus dem <strong>kaufm\u00e4nnischen und wirtschaftlichen Bereich<\/strong> eines Unternehmens. Dies k\u00f6nnen zum Beispiel Marktstrategien und Unternehmensziele, Umsatzzahlen und Kundenlisten sein.<\/p>\n<h2>Neues Gesch\u00e4fts\u00adge\u00adheim\u00adnis\u00adge\u00adsetz seit&nbsp;2019<\/h2>\n<p>Ende April 2019 ist in Deutschland das neue Gesch\u00e4ftsgeheimnisgesetz (GeschGehG) in Kraft getreten, das auf einer EU-Richtlinie basiert. Danach&nbsp;werden<strong>&nbsp;Gesch\u00e4fts- und Betriebsgeheimnisse jetzt vom Gestetzgeber unter dem Begriff Gesch\u00e4ftsgeheimnis<\/strong>&nbsp;zusammengefasst.<\/p>\n<p>In \u00a7 2 GeschGehG wird definiert, was genau unter diese Bezeichnung f\u00e4llt. Gesch\u00e4ftsheimnisse sind demnach Informationen, die folgende Kriterien erf\u00fcllen:<\/p>\n<p>Sie sind auch Fachleuten&nbsp;nicht allgemein bekannt oder ohne Weiteres zug\u00e4nglich und haben deshalb einen wirtschaftlichen&nbsp;Wert.<br>\nDer rechtm\u00e4\u00dfige Inhaber der Information <strong>trifft Vorkehrungen, um sie geheim zu halten.<\/strong><br>\nEs besteht ein <strong>berechtigtes Interesse an der Geheimhaltung.<\/strong><\/p>\n<h2>Das ist neu seit 2019\u2013 Arbeit\u00adge\u00adber in der Pflicht<\/h2>\n<p>Seit Inkrafttreten des Gesch\u00e4ftsgeheimnisgesetzes <strong>m\u00fcssen Arbeitgeber vertrauliche Daten oder internes Know-how proaktiv kennzeichnen und sch\u00fctzen<\/strong>. Sie werden damit also selbst in die Pflicht genommen, \"<strong>angemessene Geheimhaltungsma\u00dfnahmen\"<\/strong>&nbsp;zu veranlassen, um die \u201eKronjuwelen\u201c ihres Betriebes zu sch\u00fctzen. Darunter fallen zum Beispiel explizite Geheimhaltungsvereinbarungen mit Mitarbeitern, IT-Zugangsbeschr\u00e4nkungen oder die Verschl\u00fcsselung von E-Mails mit vertraulichem Inhalt.<\/p>\n<h2>Wo verl\u00e4uft die Grenze der Vertraulichkeit?<\/h2>\n<p>L\u00e4ngst nicht alle Informationen, die ein Unternehmen unter Verschluss h\u00e4lt, gelten als Gesch\u00e4ftsgeheimnis. <strong>\u00d6ffentliche, von Au\u00dfenstehenden einsehbare Daten fallen beispielsweise nicht unter das Gesch\u00e4ftsgeheimnis<\/strong>. Informationen, die mit gewissem Aufwand, zum Beispiel dem sogenannten \"Reverse Engineering\", ermittelt werden k\u00f6nnen, ebenfalls nicht. Sensible Daten, die nur bestimmten Mitarbeitern vorbehalten sind, hingegen meist schon. Doch jetzt ist, wie oben beschrieben, auch der Arbeitgeber selbst daf\u00fcr verantwortlich, Vertrauliches als solches zu kennzeichnen.<\/p>\n<h2>Muss die Ver\u00adschwie\u00adgen\u00adheits\u00adpflicht im Arbeits\u00adver\u00adtrag geregelt sein?<\/h2>\n<p>Wahrscheinlich hast du es selbst schon erlebt: <strong>Neben oder mit einem Arbeitsvertrag musst du meist auch eine Verschwiegenheitserkl\u00e4rung unterzeichnen, <\/strong>wenn du einen neuen Job antrittst.&nbsp;Doch was, wenn du keine solche Geheimhaltungsvereinbarung unterschreibst und dein Arbeitsvertrag keine entsprechende Klausel enth\u00e4lt? Bedeutet das, dass du dann munter auch \u00fcber vertrauliche Firmeninterna&nbsp;plaudern darfst?<\/p>\n<p>Die eindeutige Antwort: Nein, das solltest du auf keinen Fall tun. Denn mit dem Unterschreiben deines Arbeitsvertrags verpflichtest du dich nicht nur, deine Arbeitsleistung zu erbringen, sondern <strong>gehst auch eine sogenannte <a title=\"Treuepflicht des Arbeitnehmers: Das umfasst sie\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/arbeit-und-karriere\/arbeitsvertrag\/treuepflicht-des-arbeitnehmers-das-umfasst-sie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Treuepflicht gegen\u00fcber deinem Arbeitgeber<\/a><\/strong> <strong>ein<\/strong>. Und die umfasst auch die Verpflichtung,&nbsp;Unternehmensinterna&nbsp;vertraulich zu behandeln.&nbsp;&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.advocard.de\/info\/arbeit\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-9263 size-medium\" title=\"Arbeitsrechtsschutz von ADVOCARD\" src=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Arbeit_Karriere_A-300x190.png\" alt=\"Mehr Informationen zum Thema Arbeitsrechtsschutz\" width=\"300\" height=\"190\" srcset=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Arbeit_Karriere_A-300x190.png 300w, https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Arbeit_Karriere_A.png 313w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\"><\/a><\/p>\n<h2>Gesch\u00e4fts\u00adge\u00adheim\u00adnis\u00adse nach Been\u00addi\u00adgung des Arbeitsverh\u00e4ltnisses<\/h2>\n<p>Oft gilt die Verschwiegenheitspflicht&nbsp;\u00fcber das Ende des Arbeitsverh\u00e4ltnisses hinaus. Bevor du dich&nbsp;<strong>beim neuen Arbeitgeber mit Fachwissen aus deinem alten Job profilierst<\/strong>, solltest du unbedingt noch mal in deinem alten Arbeitsvertrag nachlesen, ob die Geheimhaltungspflicht weiter besteht. Im Zweifelsfall kann ein <a title=\"Anwaltssuche bei ADVOCARD\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/service\/anwaltssuche\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fachanwalt f\u00fcr Arbeitsrecht<\/a> hier f\u00fcr Klarheit sorgen<\/p>\n<p>Je nachdem, in welcher Branche du t\u00e4tig bist und wie es im Arbeitsvertrag vereinbart wurde, kann sogar ein <strong>Wettbewerbsverbot bestehen<\/strong>. Im Klartext hei\u00dft dies, dass du f\u00fcr einen gewissen Zeitraum gar nicht erst f\u00fcr Konkurrenzunternehmen&nbsp;arbeiten darfst.<\/p>\n<p><strong>Obacht:<\/strong> Auch wenn es nicht rechtens ist, werden <a title=\"Abwerben von Mitarbeitern: Erlaubt oder unlauterer Wettbewerb?\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/arbeit-und-karriere\/arbeitsvertrag\/abwerben-von-mitarbeitern-erlaubt-oder-unlauterer-wettbewerb\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mitarbeiter&nbsp;teilweise allein zu dem Zweck abgeworben<\/a>, um an Gesch\u00e4ftsgeheimnisse der Konkurrenz zu gelangen.<\/p>\n<h2>Welche Kon\u00adse\u00adquen\u00adzen drohen, wenn du Ver\u00adtrau\u00adli\u00adches ausplauderst?<\/h2>\n<p>Gibst du, ob versehentlich oder vors\u00e4tzlich, Gesch\u00e4ftsgeheimnisse an Dritte weiter, kann das schwerwiegende Konsequenzen haben. <strong>Im schlimmsten Fall droht die K\u00fcndigung<\/strong>, unter Umst\u00e4nden sogar&nbsp;<a title=\"Fristlose K\u00fcndigung: Diese Gr\u00fcnde berechtigen\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/arbeit-und-karriere\/fristlose-kuendigung-diese-gruende-berechtigen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">fristlos<\/a>. Hat das Unternehmen durch den Geheimnisverrat finanzielle Verluste zu verschmerzen, kannst du <strong>zudem zu Schadensersatz verpflichtet werden<\/strong>. Im Gesch\u00e4ftsgeheimnisgesetz ist geregelt, dass neben Geldstrafen alternativ auch Freiheitsstrafen von bis zu f\u00fcnf Jahren verh\u00e4ngt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sonderregelungen gelten jedoch f\u00fcr sogenannte <strong>Whistleblower<\/strong>. Sie sollen durch die neue EU-weite Rechtssprechung besser gesch\u00fctzt werden. Wer rechtswidriges oder unethisches Verhalten eines Unternehmens aufdeckt und \u00f6ffentlich macht, darf nicht wegen Geheimnisverrat bestraft werden.<\/p>\n<div class=\"fazitbox\">\n<div class=\"fazitbox-titel\">FAZIT<\/div>\n<ul>Sensible, ver\u00adtrau\u00adli\u00adche Daten, ob technisch oder kauf\u00adm\u00e4n\u00adnisch, gelten als Gesch\u00e4fts\u00adge\u00adheim\u00adnis, sofern sie aus\u00adrei\u00adchend gesch\u00fctzt werden. Mit Unter\u00adzeich\u00adnen eines Arbeits\u00adver\u00adtra\u00adges geht f\u00fcr dich auch auto\u00adma\u00adtisch die&nbsp;Neben\u00adpflicht einher, Gesch\u00e4fts\u00adge\u00adheim\u00adnis\u00adse zu wahren.Seit April 2019 gilt das Gesch\u00e4fts\u00adge\u00adheim\u00adnis\u00adge\u00adsetz, das Unter\u00adneh\u00admen ver\u00adpflich\u00adtet, ver\u00adtrau\u00adli\u00adche Daten konkret zu sch\u00fctzen und zu kennzeichnen.Verr\u00e4tst du ein Betriebs\u00adge\u00adheim\u00adnis, k\u00f6nnen K\u00fcndigung, Scha\u00addens\u00ader\u00adsatz\u00adfor\u00adde\u00adrun\u00adgen, Geld\u00adstra\u00adfen oder Frei\u00adheits\u00adstra\u00adfen drohen.<\/ul>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Job bestimmt den Gro\u00dfteil unseres Alltags. Verst\u00e4ndlich, dass man sich dar\u00fcber mit dem Partner oder guten Freunden austauscht. Betriebsgeheimnisse darfst du dabei allerdings nicht ausplaudern. Dazu muss man allerdings erst einmal wissen, was geheim ist und was nicht. Was ist im Job erlaubt, was nicht? Wir helfen bei \u00c4rger mit dem Arbeitgeber. &gt;&gt; Was [\u2026]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20472"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20472"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20472\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20475,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20472\/revisions\/20475"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20472"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20472"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20472"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}