{"id":19291,"date":"2019-06-21T07:54:01","date_gmt":"2019-06-21T06:54:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/arbeit-und-karriere\/kuendigung\/kuendigung-erhalten-richtig-reagieren-in-8-schritten\/"},"modified":"2019-06-21T08:36:22","modified_gmt":"2019-06-21T07:36:22","slug":"kuendigung-erhalten-richtig-reagieren-in-8-schritten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/arbeit-und-karriere\/kuendigung\/kuendigung-erhalten-richtig-reagieren-in-8-schritten\/","title":{"rendered":"K\u00fcndigung erhalten? Richtig reagieren in 8 Schritten"},"content":{"rendered":"<p>Wer eine K\u00fcndigung erhalten hat, ist zun\u00e4chst h\u00e4ufig schockiert und traurig. Nicht nur die Existenz steht pl\u00f6tzlich auf dem Spiel, auch verliert man gesch\u00e4tzte Kollegen oder eine geliebte Arbeit. In dieser Situation ist es wichtig, Schritt f\u00fcr Schritt die Faktenlage zu \u00fcberpr\u00fcfen und richtig zu handeln. Es gilt, die eigenen Rechte, Pflichten und wichtige Fristen im Blick zu behalten, um das Bestm\u00f6gliche herauszuholen. Dieser 8-Punkte-Plan sorgt f\u00fcr Klarheit nach einer K\u00fcndigung.<\/p>\n<p><a title=\"Berufs-Rechtsschutz von ADVOCARD\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/berufsrechtsschutz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wir stehen dir bei, wenn Streit&nbsp;um den Job droht. &gt;&gt;<\/a><\/p>\n<h2>1. Ruhe bewahren<\/h2>\n<p>Wenn dir eine K\u00fcndigung \u00fcberreicht wird, ist es nur menschlich, emotional darauf zu reagieren. Du magst dich getroffen, gekr\u00e4nkt, vielleicht sogar zornig f\u00fchlen. Dem Chef oder der Personalabteilung die Meinung zu sagen oder einen Streit zu provozieren, ist jetzt aber wenig produktiv und schadet wom\u00f6glich am Ende nur dem eigenen Ruf.<\/p>\n<p>Im ersten Moment <strong>ruhig zu bleiben<\/strong>, bedeutet auch: <strong>nichts sofort zu unterschreiben<\/strong>, etwa einen Abwicklungs- oder Aufhebungsvertrag.<\/p>\n<h2>2. Formelle G\u00fcl\u00adtig\u00adkeit der K\u00fcndigung \u00fcberpr\u00fcfen<\/h2>\n<p>Nicht selten sind <strong>K\u00fcndigungen formell ung\u00fcltig<\/strong>. Der Arbeitgeber ist&nbsp;verpflichtet, gesetzliche, tarifliche oder vertragliche <strong>K\u00fcndigungsfristen <\/strong>einzuhalten.&nbsp;Au\u00dferdem muss eine K\u00fcndigung <strong>immer schriftlich erfolgen<\/strong>.<\/p>\n<p>Weitere formelle Voraussetzungen m\u00fcssen erf\u00fcllt sein. Ein Beispiel: Ist die K\u00fcndigung weder vom Personalleiter noch der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, sondern von einem anderen Mitarbeiter unterzeichnet, muss dem Schreiben eine entsprechende Vollmacht beiliegen. Fehlt diese, <strong>kannst du deine K\u00fcndigung zur\u00fcckweisen<\/strong>.<\/p>\n<p>Auch wichtig: Verf\u00fcgt die Firma \u00fcber einen <strong>Betriebsrat<\/strong>, ist sie verpflichtet, diesen vorher in den K\u00fcndigungsprozess miteinzubeziehen.<\/p>\n<h2>3. Ist der K\u00fcn\u00addi\u00adgungs\u00adgrund rechtswirksam?<\/h2>\n<p><strong>Ab einem halben Jahr Mitarbeit<\/strong> in einem Unternehmen gilt in Deutschland der allgemeine K\u00fcndigungsschutz. (Ausnahme sind kleinere Betriebe unter zehn Mitarbeitern.) Wenn dein Arbeitgeber dir nach dieser Zeit k\u00fcndigt, muss gem\u00e4\u00df dem deutschen Arbeitsrecht einer der<strong> drei folgenden K\u00fcndigungsgr\u00fcnde<\/strong> vorliegen:<\/p>\n<ul>\n<li>Betriebs\u00adbe\u00adding\u00adte K\u00fcndigungen<\/li>\n<li>Per\u00adso\u00adnen\u00adbe\u00adding\u00adte K\u00fcndigungen<\/li>\n<li>Ver\u00adhal\u00adtens\u00adbe\u00adding\u00adte K\u00fcndigungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Je nachdem, aus welchem Grund dir gek\u00fcndigt wurde, muss deine Firma dieses entsprechend nachweisen. Dazu solltest du wissen: Eine verhaltensbedingte K\u00fcndigung ist unwirksam, wenn dir nicht bereits zuvor <strong>eine Abmahnung<\/strong> zugegangen ist - etwa weil du gegen Vertragspflichten versto\u00dfen hast. Bei einer betriebsbedingten K\u00fcndigung muss die Firma wiederum beweisen, dass es tats\u00e4chlich<strong> keine andere Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeit <\/strong>f\u00fcr dich gibt.<\/p>\n<h2>4. Beson\u00adde\u00adren K\u00fcn\u00addi\u00adgungs\u00adschutz \u00fcberpr\u00fcfen<\/h2>\n<p>Bereits <strong>vor <\/strong>Ablauf der ersten sechs Besch\u00e4ftigungsmonate haben <strong>Schwangere einen besonderen K\u00fcndigungsschutz<\/strong>. Kurzum: Schwangeren darf \u2013 ohne entsprechende beh\u00f6rdliche Zustimmung \u2013 nicht gek\u00fcndigt werden. Sollte dein Arbeitgeber noch nichts von deiner Schwangerschaft wissen, ist dies in einer 2-Wochen-Frist mitzuteilen.<\/p>\n<p>Auch <strong>Schwerbehinderte <\/strong>sind besonders vor<strong> K\u00fcndigungen gesch\u00fctzt<\/strong>, generell allerdings erst nach einem halben Jahr Besch\u00e4ftigung. Auch hier gilt: Wei\u00df dein Arbeitgeber bis dato nichts \u00fcber deine Behinderung, ist es die <strong>Pflicht des Gek\u00fcndigten, <\/strong>dies \u2013 in der Regel \u2013 binnen drei Wochen nach Erhalt der K\u00fcndigung mitzuteilen<\/p>\n<h2>5. Wichtig: 3-Tage-Frist bis zur Arbeits\u00adlos\u00admel\u00addung beachten<\/h2>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon, ob die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit deiner K\u00fcndigung bereits vollst\u00e4ndig gepr\u00fcft ist, <strong>gilt die 3-Tage Frist. <\/strong>Das Wochenende ist davon ausgenommen<strong>.<\/strong> Innerhalb dieser Zeit nach Erhalt des K\u00fcndigungsschreibens solltest du dich <strong>bei der Agentur f\u00fcr Arbeit arbeitslos beziehungsweise arbeitssuchend melden<\/strong>.<\/p>\n<p>Vers\u00e4umst du diese Frist, fallen <strong>Sperrzeiten<\/strong> an und du erh\u00e4ltst erst sp\u00e4ter Arbeitslosengeld. Es empfiehlt sich ein Anruf, bei dem du gleichzeitig einen pers\u00f6nlichen Termin vereinbaren kannst.<\/p>\n<h2>6. Die 3-Wochen-Frist f\u00fcr die K\u00fcn\u00addi\u00adgungs\u00adschutz\u00adkla\u00adge einhalten<\/h2>\n<p>Du m\u00f6chtest <strong>wieder eingestellt werden<\/strong>, glaubst, dass du bei der <strong>Sozialauswahl<\/strong> nicht ber\u00fccksichtigt wurdest \u2013 oder hast generell <strong>Zweifel<\/strong> an der K\u00fcndigung? Dann solltest du <strong>innerhalb von drei Wochen eine <a title=\"K\u00fcndigungsschutzklage: Dies k\u00f6nnen Sie gegen eine K\u00fcndigung tun\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/arbeit-und-karriere\/kuendigungsschutzklage-dies-koennen-sie-gegen-eine-kuendigung-tun\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">K\u00fcndigungsschutzklage&nbsp;<\/a><\/strong>beim zust\u00e4ndigen Arbeitsgericht einreichen. Diese Frist gilt auch bei Urlaub oder Krankheit.<\/p>\n<p>Manche Arbeitgeber stellen <strong>Abfindungen in Aussicht<\/strong>, damit Gek\u00fcndigte auf eine Klage verzichten. Stellt sich heraus, dass die K\u00fcndigung unwirksam ist, kann es f\u00fcr dich eine Erh\u00f6hung der Abfindung bedeuten. Denn in vielen F\u00e4llen ist es nach einem <a title=\"Warum Rechtsschutz?\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/rechtsschutzversicherung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rechtsstreit<\/a> unzumutbar, im gleichen Unternehmen weiterzuarbeiten.<\/p>\n<h2>7.&nbsp;Der richtige Umgang mit Abfindungen<\/h2>\n<p>Es gibt generell keinen rechtlichen Anspruch auf eine <a title=\"Abfindung bei K\u00fcndigung: Die Rechte von Arbeitnehmern\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/arbeit-und-karriere\/kuendigung\/abfindung-bei-kuendigung-die-rechte-von-arbeitnehmern\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Abfindung<\/a>, dennoch wird sie teilweise angeboten. Nicht zuletzt, um K\u00fcndigungsschutzklagen zu vermeiden. Als <strong>Faustregel gelten 0,25 bis 0,5 Bruttomonatsgeh\u00e4lter pro Jahr der Besch\u00e4ftigung<\/strong>.<\/p>\n<p>Auch im Rahmen eines <strong>Aufhebungsvertrags<\/strong> wird Gek\u00fcndigten meist eine Abfindung angeboten. <strong>Obacht:<\/strong> Unterschreibst du einen Aufhebungsvertrag, kommt dies einer K\u00fcndigung gleich. Denn damit stimmst du selbst dem Ende deiner Besch\u00e4ftigung zu. Es droht daher eine bis zu zw\u00f6lf Wochen lange Sperrfrist bei der Agentur f\u00fcr Arbeit. Eine Abfindung m\u00fcsste entsprechend h\u00f6her ausfallen, um den Verlust abzufangen.<\/p>\n<h2>8. Arbeits\u00adzeug\u00adnis aus\u00adstel\u00adlen lassen<a href=\"http:\/\/advocard.de\/info\/arbeit\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-9263 size-full\" title=\"Arbeitsrechtsschutz ovn Advocard\" src=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Arbeit_Karriere_A.png\" alt=\"Mehr Informationen zum Thema Arbeitsrechtsschutz\" width=\"313\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Arbeit_Karriere_A.png 313w, https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Arbeit_Karriere_A-300x190.png 300w\" sizes=\"(max-width: 313px) 100vw, 313px\"><\/a><\/h2>\n<p>Es ist die Visitenkarte f\u00fcr den n\u00e4chsten Job und f\u00fcr Bewerbungen unerl\u00e4sslich: Dir steht ein <strong>wohlwollendes Arbeitszeugnis<\/strong> zu. Dieses solltest du dir rasch ausstellen lassen solltest. Berufliche und pers\u00f6nliche Kontakte helfen bei der Vermittlung und Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Bleibe optimistisch und lasse dich nicht entmutigen: Wo sich eine T\u00fcr schlie\u00dft, \u00f6ffnet sich oft z\u00fcgig eine andere.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer eine K\u00fcndigung erhalten hat, ist zun\u00e4chst h\u00e4ufig schockiert und traurig. Nicht nur die Existenz steht pl\u00f6tzlich auf dem Spiel, auch verliert man gesch\u00e4tzte Kollegen oder eine geliebte Arbeit. In dieser Situation ist es wichtig, Schritt f\u00fcr Schritt die Faktenlage zu \u00fcberpr\u00fcfen und richtig zu handeln. Es gilt, die eigenen Rechte, Pflichten und wichtige Fristen [\u2026]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19291"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19291"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19291\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19295,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19291\/revisions\/19295"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19291"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19291"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19291"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}