{"id":19256,"date":"2019-06-07T11:28:01","date_gmt":"2019-06-07T10:28:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/mieten-und-wohnen\/miete\/mietvertrag-auf-lebenszeit-das-solltest-du-wissen\/"},"modified":"2019-06-07T15:14:53","modified_gmt":"2019-06-07T14:14:53","slug":"mietvertrag-auf-lebenszeit-das-solltest-du-wissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/mieten-und-wohnen\/miete\/mietvertrag-auf-lebenszeit-das-solltest-du-wissen\/","title":{"rendered":"Miet\u00adver\u00adtrag auf Lebens\u00adzeit: Das solltest du wissen"},"content":{"rendered":"<p>In Zeiten knappen Wohnraums freuen sich Mieter vor allem in Metropolen wie M\u00fcnchen oder Berlin&nbsp;\u00fcber eine kontinuierliche Bleibe. Ein Mietvertrag auf Lebenszeit&nbsp;bedeutet grunds\u00e4tzlich, dass der Bewohner bis an sein Lebensende in der Wohnung wohnen darf.&nbsp;Dennoch ist eine K\u00fcndigung durch den Vermieter nicht ausgeschlossen.<\/p>\n<p><a title=\"Mietrechtsschutz von ADVOCARD\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/info\/miete\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00c4rger mit dem Vermieter? Wir unterst\u00fctzen dich. &gt;&gt;<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"fazitbox\">\n<div class=\"fazitbox-titel\">INFOBOX<\/div>\n<p>Bis zum Lebensende in den vertrauten vier W\u00e4nden bleiben: Eine solche Vereinbarung l\u00e4sst sich auf verschiedenen Wegen erreichen.<\/p>\n<p>Ein <strong>Mietvertrag auf Lebenszeit <\/strong>erlaubt dem Mieter, bis zu seinem Lebensende gegen Mietzahlung in der Wohnung zu leben. Bestimmte K\u00fcndigungsgr\u00fcnde sind dennoch zul\u00e4ssig. Ein solcher Vertrag muss gem\u00e4\u00df \u00a7 550 BGB schriftlich geschlossen werden.<\/p>\n<p><strong>Lebenslanges Wohnrecht<\/strong>: Das sogenannte dingliche Wohnrecht wird ins Grundbuch eingetragen. Oft bedeutet es Wohnen ohne Mietzahlung. Einfach k\u00fcndigen kann der Immobilienbesitzer dem Bewohner hier nicht.<\/p>\n<p>Ein<strong> Leihvertrag<\/strong> zwischen dem Besitzer der Immobilie und dem Bewohner im Hinblick auf lebenslanges Wohnen bedeutet: keine Mietzahlungen, aber auch relativ leichte K\u00fcndbarkeit.<\/p>\n<\/div>\n<h2>Miet\u00adver\u00adtrag auf Lebens\u00adzeit: Befris\u00adtung durch Lebens\u00addau\u00ader ist m\u00f6glich<\/h2>\n<p>Um&nbsp;lebenslanges Wohnen zur Miete zu vereinbaren, gen\u00fcgt ein ganz normaler Mietvertrag \u2013 mit dem Zusatz, dass das <strong>Mietverh\u00e4ltnis durch die Lebensdauer des Mieters befristet<\/strong> ist. Die <a title=\"Wohnungs-Rechtsschutz von ADVOCARD\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/wohnungsrechtsschutz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">rechtliche Wirksamkeit<\/a> dieser Befristung auf Lebenszeit&nbsp;best\u00e4tigt zum Beispiel ein Urteil des Landgerichts (LG) Freiburg aus dem Jahr 2013 (AZ 3 S 368\/12).<\/p>\n<p>Im konkreten Fall wollte ein Vermieter einen seit Jahrzehnten geltenden Mietvertrag auf Lebenszeit k\u00fcndigen. Seine Begr\u00fcndung&nbsp;war, dass <strong>kein Befristungsgrund nach \u00a7 575 B\u00fcrgerliches Gesetzbuch (BGB)<\/strong> vorliege. Demzufolge sei der Mietvertrag ein ganz normaler und somit vor Beendigung der Frist k\u00fcndbar. Das LG Freiburg erkl\u00e4rte die Befristung auf Lebenszeit jedoch f\u00fcr zul\u00e4ssig, obwohl sie nicht ausdr\u00fccklich in \u00a7 575 BGB&nbsp;genannt wird. Denn: Davon abweichende Gr\u00fcnde seien nur unwirksam, wenn sie den Mieter benachteiligen. <strong>Dass der Mietvertrag bis zum Lebensende gelten soll, ist jedoch f\u00fcr den Mieter in der Regel ein Vorteil<\/strong>.<\/p>\n<h2>K\u00fcndigung eines Miet\u00adver\u00adtrags auf Lebens\u00adzeit: Wann ist es m\u00f6glich?<\/h2>\n<div id=\"attachment_19264\" style=\"width: 463px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-19264\" class=\"wp-image-19264\" title=\"\u00c4ltere Frau unterschreibt Vertrag\" src=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Streitlotse-Mietvertrag-auf-Lebenszeit-Gina-Sanders-1024x472.jpg\" alt width=\"453\" height=\"209\" srcset=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Streitlotse-Mietvertrag-auf-Lebenszeit-Gina-Sanders-1024x472.jpg 1024w, https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Streitlotse-Mietvertrag-auf-Lebenszeit-Gina-Sanders-300x138.jpg 300w, https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Streitlotse-Mietvertrag-auf-Lebenszeit-Gina-Sanders-768x354.jpg 768w, https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Streitlotse-Mietvertrag-auf-Lebenszeit-Gina-Sanders.jpg 1140w\" sizes=\"(max-width: 453px) 100vw, 453px\"><p id=\"caption-attachment-19264\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Gina Sanders\/Fotolia<\/p><\/div>\n<p>Auch ein Mietvertrag auf Lebenszeit kann unter bestimmten Voraussetzungen<strong> vom Vermieter gek\u00fcndigt<\/strong> werden. Legitime K\u00fcndigungsgr\u00fcnde sind in \u00a7 573 BGB aufgef\u00fchrt. Zum Beispiel:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Eigen\u00adbe\u00addarf:&nbsp;<\/strong>Generell hat ein Vermieter immer die M\u00f6g\u00adlich\u00adkeit, wegen Eigen\u00adbe\u00addarfs zu k\u00fcndigen. Aller\u00addings kommt es ins\u00adbe\u00adson\u00adde\u00adre bei einem Miet\u00adver\u00adtrag auf Lebens\u00adzeit darauf an, ob es sich um einen soge\u00adnann\u00adten <a title=\"Eigenbedarf: H\u00e4rtefall muss genau gepr\u00fcft werden\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/mieten-und-wohnen\/eigenbedarf-haertefall-muss-genau-geprueft-werden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">H\u00e4rtefall<\/a> handelt. Ist der Mieter schon sehr alt oder gesund\u00adheit\u00adlich ein\u00adge\u00adschr\u00e4nkt, sodass ihm ein Umzug nicht zuzumuten ist, kann das schwerer wiegen als der Eigenbedarf.<\/li>\n<li><strong>Pflicht\u00adver\u00adlet\u00adzung:&nbsp;<\/strong>Es gibt gleich mehrere Pflicht\u00adver\u00adlet\u00adzun\u00adgen seitens des Mieters, die eine K\u00fcndigung zur Folge haben k\u00f6nnen \u2013 zum Beispiel Zah\u00adlungs\u00adver\u00adzug, St\u00f6rung des Haus\u00adfrie\u00addens und Verst\u00f6\u00dfe gegen die Haus\u00adord\u00adnung. Benimmt sich ein Mieter wie\u00adder\u00adholt und mutwillig daneben oder zahlt die Miete nicht, sch\u00fctzt ihn auch kein Miet\u00adver\u00adtrag auf Lebens\u00adzeit vor einer K\u00fcndigung.<\/li>\n<li><strong>Wirt\u00adschaft\u00adli\u00adche Ver\u00adwer\u00adtung:<\/strong>&nbsp;Miet\u00adver\u00adtrag auf Lebens\u00adzeit \u2013 und dann wird doch gek\u00fcndigt, weil der Vermieter das Geb\u00e4ude ander\u00adwei\u00adtig nutzen will? Eine K\u00fcndigung wegen soge\u00adnann\u00adter wirt\u00adschaft\u00adli\u00adcher Ver\u00adwer\u00adtung ist bei allen Miet\u00adver\u00adtr\u00e4\u00adgen generell nur gerecht\u00adfer\u00adtigt, wenn die Ver\u00adwer\u00adtung \u201eange\u00admes\u00adsen\u201c ist.&nbsp;Dar\u00fcber muss im konkreten Fall manchmal <a title=\"Warum Rechtsschutz?\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/rechtsschutzversicherung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vor Gericht ent\u00adschie\u00adden<\/a> werden. So urteilte bei\u00adspiels\u00adwei\u00adse 2017 der <strong>Bun\u00addes\u00adge\u00adrichts\u00adhof (BGH)<\/strong> im Sinne klagender Mieter, dass die Gewinn\u00adma\u00adxi\u00admie\u00adrung des Ver\u00admie\u00adters durch ander\u00adwei\u00adti\u00adge Ver\u00admie\u00adtung kein aus\u00adrei\u00adchen\u00adder Grund ist, um bestehen\u00adde Miet\u00adver\u00adtr\u00e4\u00adge zu k\u00fcndigen (AZ VIII ZR 243\/16).<\/li>\n<\/ul>\n<h2>M\u00f6gliche Alter\u00adna\u00adti\u00adven:&nbsp;Ding\u00adli\u00adches Wohnrecht und Leihvertrag<\/h2>\n<p>Im Unterschied zum Mietvertrag auf Lebenszeit ist ein lebenslanges Wohnrecht nicht zwingend an Mietzahlungen gebunden.&nbsp;Als <strong>dingliches Wohnrecht<\/strong> wird es oft gew\u00e4hrt, wenn eine Immobilie<strong> von den Eltern zu Lebzeiten an die Kinder \u00fcberschrieben<\/strong> wird. Voraussetzung ist hierf\u00fcr <strong>ein Eintrag ins Grundbuch.<\/strong><\/p>\n<p>Wird stattdessen ein dauerhafter Vertrag geschlossen, demzufolge <strong>monatlich kein Geld an den Vermieter<\/strong> flie\u00dfen soll, handelt es sich um ein lebenslanges Wohnrecht durch <strong>Leihvertrag<\/strong>. Dieser Unterschied ist wichtig, denn in so einem Fall gilt nicht mehr das Mietrecht nach \u00a7\u00a7 535 ff. BGB, sondern die <strong>Vorschriften f\u00fcr einen Leihvertrag<\/strong> nach \u00a7\u00a7 598 ff. BGB.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/advocard.de\/info\/miete\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-9265 size-full\" title=\"Mietrechtsschutz von ADVOCARD\" src=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Mieten_Wohnen_A.png\" alt=\"Mehr Informationen zum Thema Mietrechtsschutz\" width=\"313\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Mieten_Wohnen_A.png 313w, https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Mieten_Wohnen_A-300x190.png 300w\" sizes=\"(max-width: 313px) 100vw, 313px\"><\/a>Ein solcher Leihvertrag ist auch formlos g\u00fcltig, zum Beispiel wenn er nur <strong>m\u00fcndlich abgeschlossen<\/strong> wird. Allerdings ist er relativ leicht k\u00fcndbar \u2013 die diversen K\u00fcndigungsgr\u00fcnde, zum Beispiel Eigenbedarf, regelt \u00a7 605 BGB.<\/p>\n<p>Mehr zum Thema <strong>lebenslanges Wohnrecht<\/strong> erf\u00e4hrst du <a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/mieten-und-wohnen\/lebenslanges-wohnrecht-tipps-zu-leihvertrag-und-co\/\">in diesem Streitlotse-Ratgeber<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Zeiten knappen Wohnraums freuen sich Mieter vor allem in Metropolen wie M\u00fcnchen oder Berlin&nbsp;\u00fcber eine kontinuierliche Bleibe. Ein Mietvertrag auf Lebenszeit&nbsp;bedeutet grunds\u00e4tzlich, dass der Bewohner bis an sein Lebensende in der Wohnung wohnen darf.&nbsp;Dennoch ist eine K\u00fcndigung durch den Vermieter nicht ausgeschlossen. \u00c4rger mit dem Vermieter? Wir unterst\u00fctzen dich. &gt;&gt; &nbsp; INFOBOX Bis zum [\u2026]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[8,54],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19256"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19256"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19256\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19266,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19256\/revisions\/19266"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19256"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19256"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19256"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}