{"id":16544,"date":"2018-06-08T09:32:01","date_gmt":"2018-06-08T08:32:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/familie-und-vorsorge\/leben-und-familie\/aufstockungsunterhalt-wann-besteht-anspruch\/"},"modified":"2018-10-02T09:43:43","modified_gmt":"2018-10-02T08:43:43","slug":"aufstockungsunterhalt-wann-besteht-anspruch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/familie-und-vorsorge\/leben-und-familie\/aufstockungsunterhalt-wann-besteht-anspruch\/","title":{"rendered":"Auf\u00adsto\u00adckungs\u00adun\u00adter\u00adhalt: Wann besteht Anspruch?"},"content":{"rendered":"<p>Eine Scheidung ist f\u00fcr die Beteiligten meist ein schmerzhafter und aufw\u00fchlender Prozess. Der Aufstockungsunterhalt soll verhindern, dass finanzielle Probleme die Belastungen noch weiter erh\u00f6hen.<\/p>\n<p><a title=\"Rundum abgesichert mit ADVOCARD-360\u00b0-PRIVAT\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/360-grad\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wir sind in allen Lebenslagen ein starker Partner. &gt;&gt;<\/a><\/p>\n<h2>Auf\u00adsto\u00adckungs\u00adun\u00adter\u00adhalt&nbsp;als nach\u00adehe\u00adli\u00adche Unterhaltsleistung<\/h2>\n<p>Wenn in einer Ehe beide Partner arbeiten, verf\u00fcgt h\u00e4ufig einer \u00fcber eine h\u00f6heres \u2013 vielleicht sogar sehr viel h\u00f6heres \u2013 Einkommen als der andere. Kein Problem, solange beide vom Familieneinkommen profitieren. Was aber, wenn es zur <a title=\"Scheidungsfolgenvereinbarung und Trennungsvereinbarung\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/familie-und-vorsorge\/scheidungsfolgenvereinbarung-und-trennungsvereinbarung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Scheidung<\/a> kommt?<\/p>\n<p>In einem solchen Fall kann der geringer verdienende Ehegatte unter Umst\u00e4nden Anspruch auf Aufstockungsunterhalt haben. Dabei handelt es sich um eine Form der sogenannten <strong>nachehelichen Unterhaltsleistung,<\/strong> die den sozialen Abstieg des ehemaligen Ehepartners verhindern soll.&nbsp; Sie leitet sich ab aus dem Grundsatz der nachehelichen Solidarit\u00e4t und ist in \u00a7 1573 B\u00fcrgerliches Gesetzbuch (BGB) geregelt.<\/p>\n<h2>Lebens\u00adstan\u00addard soll&nbsp;gewahrt&nbsp;bleiben<\/h2>\n<p>Die Idee dahinter: Tragen beide Ehepartner durch eigene Erwerbst\u00e4tigkeit zum <strong>gemeinsamen Lebensstandard<\/strong> bei, sollte dieser Lebensstandard auch im Scheidungsfall bei der Bemessung des Unterhaltes zugrunde gelegt werden \u2013 andernfalls w\u00fcrde dem Geringverdienenden ein erheblicher Nachteil entstehen. Dies trifft insbesondere zu, wenn f\u00fcr die Erziehung gemeinsamer Kinder die berufliche Weiterentwicklung zur\u00fcckgestellt wurde.<\/p>\n<p>Der Begriff Aufstockungsunterhalt sagt bereits aus, dass es sich dabei nur um eine <strong>Zusatzleistung<\/strong> zum selbst erzielten Einkommen handelt.<\/p>\n<h2>Vor\u00adaus\u00adset\u00adzun\u00adgen f\u00fcr Aufstockungsunterhalt<\/h2>\n<p>Einige <strong>Grundvoraussetzungen<\/strong> m\u00fcssen erf\u00fcllt sein, damit ein Aufstockungsunterhalt \u00fcberhaupt in Betracht kommt:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Eink\u00fcnfte der Ehe\u00adpart\u00adner lagen w\u00e4hrend der Ehe <strong>deutlich<\/strong>&nbsp;auseinander.<\/li>\n<li>Die Erwerbs\u00adt\u00e4\u00adtig\u00adkeit des Unter\u00adhalts\u00adbe\u00adrech\u00adtig\u00adten muss \"ange\u00admes\u00adsen\" sein: Das hei\u00dft, es wird erwartet, dass er in erster Linie <strong>eigen\u00adver\u00adant\u00adwort\u00adlich<\/strong> f\u00fcr sich sorgt oder sich zumindest nach\u00adweis\u00adlich um eine Ver\u00adbes\u00adse\u00adrung seiner finan\u00adzi\u00adel\u00adlen Lage bem\u00fcht.<\/li>\n<li>Die Ehe muss&nbsp;<strong>l\u00e4ngere&nbsp;Zeit<\/strong> bestanden haben; eine Dauer von weniger als drei Jahren wird von Gerichten in der Regel nicht als aus\u00adrei\u00adchen\u00adde Grundlage akzeptiert.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Berech\u00adnung des Aufstockungsunterhaltes<\/h2>\n<p>Die Berechnung des Aufstockungsunterhaltes erfolgt nach der Differenzmethode im Familienrecht: Die beiden bereinigten Nettoeinkommen der Ehegatten werden gegen\u00fcbergestellt \u2013 aus dieser Gegen\u00fcberstellung errechnet sich die <strong>Einkommensdifferenz<\/strong>.<\/p>\n<p>Der geringer verdienende Ehepartner kann 3\/7 der Einkommensdifferenz als Aufstockungsunterhalt beanspruchen. Allerdings greifen <a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/info\/privat\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gerichte<\/a> in der Regel auf pauschale Summen zur\u00fcck, ohne den Betrag mathematisch korrekt zu berechnen. Hier liegt ein deutlicher Unterschied zur Berechnung des <strong>Trennungsunterhaltes<\/strong> nach rechtskr\u00e4ftiger Scheidung.<\/p>\n<div class=\"fazitbox\">\n<div class=\"fazitbox-titel\">Bei\u00adspiel\u00adrech\u00adnung<\/div>\n<p>Ehegatte A verdient monatlich netto 2.600 Euro, Ehegatte B nur 1.100 Euro \u2013 die Differenz betr\u00e4gt also 1.500 Euro. Darauf basierend hat Ehegatte B einen monatlichen Anspruch auf Aufstockungsunterhalt von&nbsp;642,86 Euro (1.500 x 3\/7).<\/p>\n<\/div>\n<h2>Auf\u00adsto\u00adckungs\u00adun\u00adter\u00adhalt zeitlich begrenzt<\/h2>\n<p>Zu beachten ist, dass der Aufstockungsunterhalt lediglich zeitlich begrenzt zugestanden wird. Er dient dazu, eine <strong>\u00dcbergangszeit<\/strong> zu \u00fcberbr\u00fccken, bis der geringer verdienende Ehegatte seinen Lebensstandard aus eigenem Einkommen finanzieren kann.<\/p>\n<p>Die Dauer der Zahlung ist dabei&nbsp; abh\u00e4ngig von der Dauer der Ehe. Bei einer Ehedauer von weniger als drei Jahren wird von den Gerichten in der Regel gar kein Anspruch anerkannt; in einem Fall, in dem eine kinderlose Ehe 17 Jahre bestanden hatte, hielt&nbsp;das <a title=\"ADVOCARD Prozess\u00adkosten\u00adrechner\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/prozesskostenrechner\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Oberlandesgericht Karlsruhe<\/a> einen Aufstockungsunterhalt \u00fcber vier Jahre f\u00fcr angemessen (AZ 2 UF 200\/08).<\/p>\n<h2>Eheliche Soli\u00adda\u00adri\u00adt\u00e4t gilt f\u00fcr beide Parteien<\/h2>\n<p>Der Anspruch auf Aufstockungsunterhalt leitet sich aus der ehelichen Solidarit\u00e4t ab, diese gilt eingeschr\u00e4nkt auch nach rechtskr\u00e4ftiger Scheidung. An&nbsp; diese eheliche Solidarit\u00e4t ist auch der Unterhaltsberechtigte gebunden. Er ist zum Beispiel verpflichtet, auch ohne Aufforderung \u00fcber eine Erh\u00f6hung seines Einkommens zu informieren. Tut er das nicht, kann er damit eine Herabsetzung seines Unterhalts begr\u00fcnden oder sogar den <a title=\"Unterhaltsverfahren: Wahrheit und Auskunftspflicht\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/familie-und-vorsorge\/leben-und-familie\/unterhaltsverfahren-wahrheit-und-auskunftspflicht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Unterhaltsanspruch<\/a> vollst\u00e4ndig verlieren.<\/p>\n<h2>Andere Unter\u00adhalts\u00adfor\u00admen schlie\u00dfen Auf\u00adsto\u00adckungs\u00adun\u00adter\u00adhalt&nbsp;aus<\/h2>\n<p>Kann&nbsp;ein Ehepartner nach der Scheidung&nbsp; eine andere Form von Unterhalt nach Familienrecht geltend machen, entf\u00e4llt ein Anspruch auf Aufstockungsunterhalt. Solch eine andere Form von Unterhalt w\u00e4re zum Beispiel:<\/p>\n<ul>\n<li>Betreu\u00adungs\u00adun\u00adter\u00adhalt nach \u00a7 1570&nbsp;BGB<\/li>\n<li>Unterhalt von Alters wegen nach \u00a7 1571&nbsp;BGB<\/li>\n<li>Unterhalt wegen Krankheit nach \u00a71572&nbsp;BGB<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Seit Unter\u00adhalts\u00adre\u00adform 2008 Eigen\u00adver\u00adant\u00adwor\u00adtung gefordert<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/privatrechtsschutz\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9267 size-full alignright\" title=\"Privat-Rechtsschutz von ADVOCARD\" src=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Vererben_Vorsorgen_A.png\" alt=\"Rechtsschutz\" width=\"313\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Vererben_Vorsorgen_A.png 313w, https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Vererben_Vorsorgen_A-300x190.png 300w\" sizes=\"(max-width: 313px) 100vw, 313px\"><\/a><\/p>\n<p>Der Anspruch auf Aufstockungsunterhalt blieb als Ausnahmeregelung auch nach der Unterhaltsreform von 2008 bestehen, wo das Prinzip der Eigenverantwortung bei der Bemessung des nachehelichen Unterhalts in den Vordergrund ger\u00fcckt wurde. Allerdings ist er generell davon abh\u00e4ngig, dass der Unterhaltsberechtigte <strong>konkrete Nachteile<\/strong> erleidet.<\/p>\n<p>Er soll im Falle einer Scheidung keinen sozialen Abstieg bef\u00fcrchten m\u00fcssen, weil er sich zum Beispiel st\u00e4rker f\u00fcr die Familie als f\u00fcr den Beruf engagiert hat. Gleichzeitig soll das Scheitern einer Ehe aber auch <strong>kein Recht auf lebenslange Versorgung<\/strong> auf hohem Niveau&nbsp;begr\u00fcnden; der geschiedene Ehegatte muss&nbsp;deshalb eine angemessene Erwerbst\u00e4tigkeit aus\u00fcben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Scheidung ist f\u00fcr die Beteiligten meist ein schmerzhafter und aufw\u00fchlender Prozess. Der Aufstockungsunterhalt soll verhindern, dass finanzielle Probleme die Belastungen noch weiter erh\u00f6hen. Wir sind in allen Lebenslagen ein starker Partner. &gt;&gt; Auf\u00adsto\u00adckungs\u00adun\u00adter\u00adhalt&nbsp;als nach\u00adehe\u00adli\u00adche Unterhaltsleistung Wenn in einer Ehe beide Partner arbeiten, verf\u00fcgt h\u00e4ufig einer \u00fcber eine h\u00f6heres \u2013 vielleicht sogar sehr viel h\u00f6heres [\u2026]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[78,82],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16544"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16544"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16544\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17515,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16544\/revisions\/17515"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16544"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16544"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16544"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}