{"id":14811,"date":"2017-08-29T09:58:01","date_gmt":"2017-08-29T08:58:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/internet-und-konsum\/verbraucherrecht\/gewohnheitsrecht-wann-ansprueche-entstehen-koennen\/"},"modified":"2022-09-15T11:53:11","modified_gmt":"2022-09-15T10:53:11","slug":"gewohnheitsrecht-wann-ansprueche-entstehen-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/internet-und-konsum\/gewohnheitsrecht-wann-ansprueche-entstehen-koennen\/","title":{"rendered":"Gewohn\u00adheits\u00adrecht: Wann Anspr\u00fcche entstehen k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<p>Das Gewohnheitsrecht findet am h\u00e4ufigsten Anwendung, wenn es um Grundst\u00fccke und Arbeitsrecht geht. In anderen Rechtsbereichen taucht es nur sehr vereinzelt auf. Im Zweifelsfall entscheidet das Richterrecht dar\u00fcber, aus welcher Gewohnheit ein <a title=\"ADVOCARD-Rechtsschutz\u00adversicherung: sinnvoll und hilfreich!\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/info\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Rechtsanspruch<\/a>&nbsp;erw\u00e4chst.<\/p>\n<p><a title=\"Beratersuche bei ADVOCARD\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/info\/privat\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Rechtsberatung in gewohnt guter Qualit\u00e4t. &gt;&gt;<\/a><\/p>\n<h2>Was ist Gewohnheitsrecht?<\/h2>\n<p>Beim Gewohnheitsrecht handelt es sich, anders als beim Richterrecht, um ungeschriebenes Recht. Es entsteht durch regelm\u00e4\u00dfige Aus\u00fcbung einer Handlung \u00fcber einen langen Zeitraum hinweg. Besteht allgemeine Einigkeit dar\u00fcber, dass es ein Recht zu dieser Handlung gibt, erw\u00e4chst daraus langfristig ein Gewohnheitsrecht. Dieses ist dem geschriebenen Recht gleichrangig, sofern in der konkreten Sache kein Gesetz eine schriftliche Regelung fordert.<\/p>\n<p>Eine wiederholte Ausf\u00fchrung einer nicht als rechtens anerkannten Handlung mag also eine Gewohnheit sein, f\u00fchrt aber nicht zu einem Gewohnheitsrecht. Bei <a title=\"Mediation bei ADVOCARD\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/info\/mediation\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Uneinigkeit<\/a>&nbsp;wird eine Entscheidung per Richterrecht gef\u00e4llt.<\/p>\n<h2>Wegerecht: Gewohn\u00adheits\u00adrecht auf Grundst\u00fccken<\/h2>\n<p>Das Wegerecht ist wohl die h\u00e4ufigste Form des Gewohnheitsrechts. In verschiedenen Varianten k\u00f6nnen sich Nachbarn \u00fcber die Benutzung eines Weges auf dem fremden Grundst\u00fcck einigen, zum Beispiel in Form einer Grunddienstbarkeit oder durch einen privatrechtlichen Nutzungsvertrag. Nur weil Sie schon immer \u00fcber das Grundst\u00fcck Ihres <a title=\"Grenz\u00adab\u00adstand beachten: Streit mit Nachbarn vermeiden\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/mieten-und-wohnen\/grenzabstand-beachten-streit-mit-nachbarn-vermeiden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Nachbarn<\/a>&nbsp;gefahren sind, erw\u00e4chst daraus eben noch kein Gewohnheitsrecht \u2013 vor allem dann nicht, wenn es noch einen anderen Zugang zu Ihrem Haus gibt \u2013 denn es fehlt die allgemeine Anerkennung.<\/p>\n<p>Anders liegt der Fall zum Beispiel beim sogenannten Inwiekenrecht: In Ostfriesland ist es schon immer allgemein \u00fcblich, vom Hauptkanal (Hauptwieke) aus den Randstreifen des Nachbargrundst\u00fccks zu benutzen, wenn das eigene Haus an einem Nebenkanal (Inwieke) liegt (Oberlandesgericht Oldenburg, AZ 15 U 55\/07).<\/p>\n<h2>Gewohn\u00adheits\u00adrecht&nbsp;bei der Arbeit<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/privatrechtsschutz\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-9267 size-full\" title=\"Privat-Rechtsschutz von ADVOCARD\" src=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Vererben_Vorsorgen_A.png\" alt=\"Rechtsschutz\" width=\"313\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Vererben_Vorsorgen_A.png 313w, https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Vererben_Vorsorgen_A-300x190.png 300w\" sizes=\"(max-width: 313px) 100vw, 313px\"><\/a><\/p>\n<p>Im Arbeitsrecht gilt eine dauerhaft ausge\u00fcbte Vorgehensweise in der Regel nach drei Jahren als Gewohnheitsrecht. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer <a title=\"Betrieb\u00adliche \u00dcbung: Welche Rechte k\u00f6nnen f\u00fcr Arbeit\u00adnehmer entstehen?\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/arbeit-und-karriere\/betriebliche-uebung-welche-rechte-koennen-fuer-arbeitnehmer-entstehen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">betrieblichen \u00dcbung<\/a>. Erhalten Sie beispielsweise drei Jahre in Folge immer 500 Euro Weihnachtsgeld, kann Ihr Arbeitgeber im vierten Jahr nicht einfach damit aufh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Im Zuge der Gleichbehandlung haben nun auch alle anderen Arbeitnehmer, die dieselben Voraussetzungen erf\u00fcllen wie Sie, Anspruch auf das Weihnachtsgeld. Kein <a title=\"Berufs-Rechtsschutz\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/berufsrechtsschutz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Anspruch<\/a>&nbsp;entsteht \u00fcbrigens, wenn die H\u00f6he des Weihnachtsgeldes jedes Jahr variiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Gewohnheitsrecht findet am h\u00e4ufigsten Anwendung, wenn es um Grundst\u00fccke und Arbeitsrecht geht. In anderen Rechtsbereichen taucht es nur sehr vereinzelt auf. Im Zweifelsfall entscheidet das Richterrecht dar\u00fcber, aus welcher Gewohnheit ein Rechtsanspruch&nbsp;erw\u00e4chst. Rechtsberatung in gewohnt guter Qualit\u00e4t. &gt;&gt; Was ist Gewohnheitsrecht? Beim Gewohnheitsrecht handelt es sich, anders als beim Richterrecht, um ungeschriebenes Recht. 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