{"id":13374,"date":"2017-03-15T10:38:01","date_gmt":"2017-03-15T09:38:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/arbeit-und-karriere\/kopftuchverbot-am-arbeitsplatz-folgen-des-eugh-urteils\/"},"modified":"2017-03-20T16:20:16","modified_gmt":"2017-03-20T15:20:16","slug":"kopftuchverbot-am-arbeitsplatz-folgen-des-eugh-urteils","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/arbeit-und-karriere\/kopftuchverbot-am-arbeitsplatz-folgen-des-eugh-urteils\/","title":{"rendered":"Kopf\u00adtuch\u00adver\u00adbot am Arbeits\u00adplatz: Folgen des EuGH-Urteils"},"content":{"rendered":"<p>Arbeitgeber in der privaten Wirtschaft d\u00fcrfen unter bestimmten Voraussetzungen ein Kopftuchverbot aussprechen und so Mitarbeiterinnen untersagen, ein islamisches Kopftuch am Arbeitsplatz zu tragen. Das hat der Europ\u00e4ische Gerichtshof (EuGH) entschieden. Wenn ein solches Verbot <a title=\"ADVOCARD Rechtsschutzversicherung: sinnvoll und hilfreich!\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/info\/\" target=\"_blank\">rechtlichen Bestand haben soll<\/a>, m\u00fcssen laut dem EuGH-Urteil aber auch s\u00e4mtliche anderen weltanschaulichen Zeichen untersagt sein.<\/p>\n<p><a title=\"Berufs-Rechtsschutz\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/berufsrechtsschutz\/\" target=\"_blank\">Bei Konflikten mit dem Arbeitgeber sorgt&nbsp;ein Berufs-Rechtsschutz f\u00fcr ein sicheres&nbsp;Gef\u00fchl. &gt;&gt;<\/a><\/p>\n<h2>Kopf\u00adtuch\u00adver\u00adbot im Job:&nbsp;EuGH-Urteil im M\u00e4rz&nbsp;2017<\/h2>\n<p>Der EuGH besch\u00e4ftigte sich konkret mit dem Fall&nbsp;einer&nbsp;Rezeptionistin aus Belgien. Diese wollte ihr islamisches Kopftuch am Arbeitsplatz tragen und wurde deshalb entlassen. Sie ging, wie auch eine Software-Designerin aus Frankreich in einem \u00e4hnlichen Fall, gerichtlich dagegen vor. Der EuGH urteilte schlie\u00dflich im M\u00e4rz 2017, dass ein <a title=\"Gewerblicher Rechtsschutz bei ADVOCARD\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/gewerblicher-rechtsschutz\/\" target=\"_blank\">privatwirtschaftliches Unternehmen<\/a> das Kopftuch am Arbeitsplatz verbieten darf \u2013 sofern auch das Tragen s\u00e4mtlicher anderer weltanschaulicher Zeichen verboten ist. Gibt es eine entsprechende Regel f\u00fcr alle Mitarbeiter, so handelt es sich gem\u00e4\u00df dem Urteil des EuGH nicht um Diskriminierung, wenn diese ein Kopftuchverbot einschlie\u00dft (AZ C-157\/15 und C-188\/15).<\/p>\n<h2>Kopftuch am Arbeits\u00adplatz:&nbsp;Wann der Arbeit\u00adge\u00adber es verbieten darf<\/h2>\n<p>Der EuGH betonte: Der <a title=\"Arbeitgeber-Rechtsschutz\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/arbeitgeber-rechtsschutz\/\" target=\"_blank\">Wunsch des Unternehmens<\/a> nach einem neutralen Erscheinungsbild kann ein hinreichender Grund sein, um eine Regelung aufzustellen, die das Tragen aller politischen, philosophischen und religi\u00f6sen Zeichen verbietet. Dabei muss der Arbeitgeber jedoch bestimmte rechtliche Vorgaben&nbsp;beachten. Er muss eine allgemeine innerbetriebliche&nbsp;Neutralit\u00e4tsregel mit entsprechendem Inhalt aufstellen. Gibt es eine Arbeitnehmervertretung, etwa einen <a title=\"Betriebsrat: Aufgaben und Pflichten der Interessenvertretung\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/arbeit-und-karriere\/betriebsrat-aufgaben-und-pflichten-der-interessenvertretung\/\" target=\"_blank\">Betriebsrat<\/a>, so muss die Regelung mit diesem abgestimmt werden. Der Arbeitgeber muss dabei beachten: Ein ausschlie\u00dfliches&nbsp;Kopftuchverbot oder Einschr\u00e4nkungen gegen\u00fcber einzelnen religi\u00f6sen Zeichen sind gem\u00e4\u00df dem EuGH-Urteil <a title=\"Arbeitsrechtsschutz\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/info\/arbeit\/\" target=\"_blank\">nicht zul\u00e4ssig und stellen&nbsp;eine Diskriminierung dar<\/a>.<\/p>\n<h2><a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/info\/arbeit\/\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9263 size-full alignright\" src=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Arbeit_Karriere_A.png\" alt=\"Bei Arbeitsrechtsfragen sind wir Ihr Partner!\" width=\"313\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Arbeit_Karriere_A.png 313w, https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Arbeit_Karriere_A-300x190.png 300w\" sizes=\"(max-width: 313px) 100vw, 313px\"><\/a>Kun\u00adden\u00adkon\u00adtakt: Mit\u00adar\u00adbei\u00adter m\u00fcssen Verbot eher hinnehmen<\/h2>\n<p>Vor allem Mitarbeiter, die Kundenkontakt haben,&nbsp;k\u00f6nnen von einer entsprechenden allgemeinen Neutralit\u00e4tsregelung betroffen sein. Sie m\u00fcssen am ehesten&nbsp;hinnehmen, dass ihnen der Arbeitgeber ein Kopftuch am Arbeitsplatz oder das Tragen anderer weltanschaulicher Zeichen verbietet. Es gen\u00fcgt jedoch nicht, dass sich der Arbeitgeber auf Beschwerden einzelner Kunden beruft und die Mitarbeiterin daraufhin bittet, das Kopftuch am Arbeitsplatz abzunehmen \u2013 es muss eine <a title=\"Der 360\u00b0-Rechtsschutz von ADVOCARD\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/360-grad\/\" target=\"_blank\">ausdr\u00fcckliche, rechtssichere Regelung <\/a>geben. Ebenso ist <a title=\"F\u00fcrsorgepflicht des Arbeitgebers: Das umfasst sie\" href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/arbeit-und-karriere\/fuersorgepflicht-des-arbeitgebers-das-umfasst-sie\/\" target=\"_blank\">der Arbeitgeber gem\u00e4\u00df dem EuGH-Urteil angehalten zu pr\u00fcfen<\/a>, ob&nbsp;etwa eine Mitarbeiterin, die auf das Kopftuch am Arbeitsplatz&nbsp;nicht verzichten m\u00f6chte, m\u00f6glicherweise auch in einer Abteilung ohne Kundenkontakt eingesetzt werden kann.<\/p>\n<p><span style=\"border-radius: 2px; text-indent: 20px; width: auto; padding: 0px 4px 0px 0px; text-align: center; font: bold 11px\/20px 'Helvetica Neue',Helvetica,sans-serif; color: #ffffff; background: #bd081c  no-repeat scroll 3px 50% \/ 14px 14px; position: absolute; opacity: 1; z-index: 8675309; display: none; cursor: pointer; top: 524px; left: 20px;\">Merken<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arbeitgeber in der privaten Wirtschaft d\u00fcrfen unter bestimmten Voraussetzungen ein Kopftuchverbot aussprechen und so Mitarbeiterinnen untersagen, ein islamisches Kopftuch am Arbeitsplatz zu tragen. 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