{"id":10776,"date":"2022-01-24T10:15:00","date_gmt":"2022-01-24T09:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/arbeit-und-karriere\/geld-gefunden-so-verhalten-sie-sich-richtig\/"},"modified":"2022-01-24T13:51:43","modified_gmt":"2022-01-24T12:51:43","slug":"geld-gefunden-so-verhalten-sie-sich-richtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/internet-und-konsum\/geld-gefunden-so-verhalten-sie-sich-richtig\/","title":{"rendered":"Geld gefunden: Ab welchem Betrag muss man es abgeben?"},"content":{"rendered":"\n<p>\u00dcber einen Gl\u00fcckscent auf der Stra\u00dfe freuen sich die meisten Finder \u2013 und stecken ihn ohne Bedenken in die Tasche. Was aber, wenn du mehr Geld gefunden hast? Das Fundrecht in Deutschland gibt klare Antworten.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/rechtsschutzversicherung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"190\" src=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/201019_Advocard_Teaser_Service.jpg\" alt=\"Alle Informationen \u00fcber die Rechtsschutzversicherungen von ADVOCARD\" class=\"wp-image-21294\" title=\"Alle Informationen \u00fcber die Rechtsschutzversicherungen von ADVOCARD\"><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/privatrechtsschutz\/\">Mit uns bist du bei Streitigkeiten und Beh\u00f6rden-\u00c4rger abgesichert. &gt;&gt;<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Auf der Stra\u00dfe Geld gefunden: Was ist zu&nbsp;tun?<\/h2>\n\n\n\n<p>In W\u00fcrzburg fand laut Medienberichten ein Taxifahrer einmal 250.000 Euro auf seiner R\u00fcckbank, ein Handwerker in M\u00fcnchen entdeckte mehr als 100.000 Euro bei der Sanierung eines Badezimmers und ein D\u00fcsseldorfer fand umgerechnet 146.000 Euro in seinem eigenen Kamin. Solch spektakul\u00e4re Geldfunde sind nat\u00fcrlich selten, doch schon bei weniger Geldwert stellt sich die Frage: Was tun mit den gefundenen M\u00fcnzen oder Scheinen?<\/p>\n\n\n\n<p>Das Fundrecht ist im B\u00fcrgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. Laut \u00a7 965 BGB muss ein Finder seinen Fund unverz\u00fcglich melden \u2013 entweder dem Eigent\u00fcmer oder, falls dieser ihm nicht bekannt ist, der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde, etwa dem \u00f6rtlichen Fundb\u00fcro oder einer Polizeidienststelle. Das gilt allerdings erst <strong>ab einem Sachwert von mehr als zehn Euro<\/strong>. Wenn du also nur eine einzelne M\u00fcnze oder einen F\u00fcnf-Euro-Schein gefunden hast und nicht wei\u00dft, wer das Geld verloren hat, kannst du es behalten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bei Werten ab zehn Euro bist du verpflichtet, den Geldfund schnellstm\u00f6glich zu melden<\/strong> und das Geld zun\u00e4chst zu verwahren. Du kannst es aber auch bei der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde abliefern und erh\u00e4ltst eine Quittung. Wichtig sind dabei die <strong>Angabe von Fundort und -zeit<\/strong>. Meldet sich der Eigent\u00fcmer oder die Eigent\u00fcmerin innerhalb von sechs Monaten nach deiner Anzeige des Fundes nicht und kann dieser von der Beh\u00f6rde nicht ermittelt werden, <a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/rechtsschutzversicherung\/\">geht das Geld in deinen Besitz \u00fcber. <\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gut zu wissen<\/strong>: Arbeit und Schule gehen vor \u2013 du musst deinen Fund also erst melden, wenn deine t\u00e4glichen Pflichten es zulassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn du Geld gefunden hast und den Fund ab einem Wert von \u00fcber zehn Euro nicht meldest, begehst du eine <strong>Fundunterschlagung<\/strong> gem\u00e4\u00df \u00a7 246 Strafgesetzbuch (StGB). <a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/arbeit-und-karriere\/diebstahl-am-arbeitsplatz-droht-die-kuendigung\/\">Anders als beim geplanten Diebstahl<\/a> entwendest du dabei den fremden Besitz zwar nicht aktiv, machst ihn dir aber rechtswidrig zu eigen. Je nach H\u00f6he der Summe kann dies mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden.<\/p>\n\n\n<div class=\"fazitbox\">\n<div class=\"fazitbox-titel\">INFO<\/div>\n<p><strong>Geldfund in fremder W\u00e4hrung<\/strong><\/p>\n<p>Hast du keine Euroscheine oder -m\u00fcnzen gefunden, sondern Geld in einer anderen W\u00e4hrung, gilt grunds\u00e4tzlich ebenfalls: Du musst es abgeben, sofern es umgerechnet die Wertgrenze von zehn Euro \u00fcbersteigt.<\/p>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Geldfund: Vor\u00adge\u00adschrie\u00adbe\u00adner Fin\u00adder\u00adlohn bei Abgabe<\/h2>\n\n\n\n<p>Wird der Besitzer oder die Besitzerin des verlorenen Geldes vor Ablauf der sechs Monate ausfindig gemacht, zahlt deine Ehrlichkeit sich ebenfalls aus: <a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/internet-und-konsum\/finderlohn-hoehe-diese-bgb-regelungen-sollten-sie-kennen\/\">Das<\/a><a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/internet-und-konsum\/finderlohn-hoehe-diese-bgb-regelungen-sollten-sie-kennen\/\"> BGB sieht n\u00e4mlich einen <\/a><a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/internet-und-konsum\/finderlohn-hoehe-diese-bgb-regelungen-sollten-sie-kennen\/\"><strong>Finderlohn<\/strong><\/a><a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/internet-und-konsum\/finderlohn-hoehe-diese-bgb-regelungen-sollten-sie-kennen\/\"> vor<\/a>, den du von dem Eigent\u00fcmer verlangen kannst.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die H\u00f6he des Finderlohns ist dabei klar vorgegeben:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>Bei einem Wert bis 500 Euro betr\u00e4gt er f\u00fcnf Prozent. Hast du also bei\u00adspiels\u00adwei\u00adse 50 Euro gefunden, stehen dir 2,50 Euro Fin\u00adder\u00adlohn&nbsp;zu.<\/li><li>Bei einem Wert ab 500 Euro kommen noch drei Prozent des Wertes dazu, der \u00fcber 500 Euro hin\u00adaus\u00adgeht. Sind es bei\u00adspiels\u00adwei\u00adse 600 Euro, bel\u00e4uft sich dein Anspruch auf 28 Euro: f\u00fcnf Prozent von 500 Euro (= 25 Euro) plus drei Prozent von 100 Euro (= 3&nbsp;Euro).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a><\/a>Regeln f\u00fcr Geldfunde in Ver\u00adkehrs\u00admit\u00adteln und Beh\u00f6rden<\/h2>\n\n\n\n<p>Was viele nicht wissen: Die Sache mit dem Finderlohn verh\u00e4lt sich anders, wenn du<strong> in einer Beh\u00f6rde oder in \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln<\/strong> eine herrenlose Brieftasche oder lose Geldscheine findest. Dann n\u00e4mlich musst du deinen Fund direkt vor Ort oder beim Verkehrsunternehmen abgeben. Und auch die H\u00f6he des Finderlohns unterscheidet sich vom Geldfund auf der Stra\u00dfe: Den bekommst du n\u00e4mlich erst ab einem Fundwert von 50 Euro \u2013 und dann auch nur die H\u00e4lfte des sonst \u00fcblichen Finderlohns.<\/p>\n\n\n\n<p>Findet sich der Eigent\u00fcmer oder die Eigent\u00fcmerin des Geldes nicht, beh\u00e4lt der Betrieb oder die Kommune die Fundsache und das Geld geht nicht in den Besitz des Finders \u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"472\" src=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Streitlotse-Geld-gefunden-ilkaydede-1024x472.jpg\" alt=\"H\u00e4nde halten ein B\u00fcndel 50-Euro-Scheine.\" class=\"wp-image-23072\" title=\"Geld gefunden: Ab welchem Betrag muss man es abgeben?\" srcset=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Streitlotse-Geld-gefunden-ilkaydede-1024x472.jpg 1024w, https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Streitlotse-Geld-gefunden-ilkaydede-300x138.jpg 300w, https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Streitlotse-Geld-gefunden-ilkaydede-768x354.jpg 768w, https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Streitlotse-Geld-gefunden-ilkaydede.jpg 1140w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\"><figcaption>\u00a9 iStock\/ilkaydede<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Geld im Geld\u00adau\u00adto\u00adma\u00adten gefunden: Was&nbsp;tun?<\/h2>\n\n\n\n<p>Sehr \u00e4rgerlich ist es, wenn man in Eile vergessen hat, das <a href=\"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/internet-und-konsum\/finanzen\/geld-abheben-ohne-karte-ist-das-moeglich\/\">Geld, das man zuvor abgehoben hat<\/a>, aus dem Geldautomaten zu nehmen. Normalerweise wird dieses nach kurzer Zeit wieder eingezogen und dem Kunden wieder gutgeschrieben. Doch was, wenn du selbst <strong>Geld gefunden hast, das jemand anderes im Automaten vergessen hat<\/strong>?<\/p>\n\n\n\n<p>Fest steht: <strong>Du machst dich potenziell ebenfalls strafbar, wenn du das Geld einfach an dich nimmst<\/strong>, um es zu behalten, denn es geh\u00f6rt einer anderen Person. Im Grunde gilt also auch hier das Gleiche wie bei sonstigen Geldfunden: Gib das Geld ab oder warte, bis es von selbst wieder eingezogen wird.<\/p>\n\n\n<div class=\"fazitbox\">\n<div class=\"fazitbox-titel\">FAZIT<\/div>\n<ul>\n<li>Wenn du Geld gefunden hast, dessen Wert zehn Euro \u00fcber\u00adsteigt, bist du ver\u00adpflich\u00adtet, es beim Fundb\u00fcro oder bei der Polizei zu melden.<\/li>\n<li>Tust du das nicht, machst du dich strafbar.<\/li>\n<li>Ehr\u00adlich\u00adkeit zahlt sich aus: Entweder erh\u00e4ltst du einen Fin\u00adder\u00adlohn oder den gefun\u00adde\u00adnen Geld\u00adbe\u00adtrag, wenn der Eigen\u00adt\u00fc\u00admer oder die Eigen\u00adt\u00fc\u00adme\u00adrin sp\u00e4\u00adtes\u00adtens sechs Monate nach deinem Fund nicht ausfindig gemacht werden kann.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber einen Gl\u00fcckscent auf der Stra\u00dfe freuen sich die meisten Finder \u2013 und stecken ihn ohne Bedenken in die Tasche. Was aber, wenn du mehr Geld gefunden hast? Das Fundrecht in Deutschland gibt klare Antworten. Mit uns bist du bei Streitigkeiten und Beh\u00f6rden-\u00c4rger abgesichert. &gt;&gt; Auf der Stra\u00dfe Geld gefunden: Was ist zu&nbsp;tun? In W\u00fcrzburg [\u2026]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10776"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10776"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10776\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23074,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10776\/revisions\/23074"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10776"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10776"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.advocard.de\/streitlotse\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10776"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}